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Unterbilk
Zufahrt bei Bauprojekt steht in der Kritik

Unterbilk: Zufahrt bei Bauprojekt steht in der Kritik
Der Blick in den Innenhof des geplanten Neubauprojekts an der Volmerswerther Straße FOTO: Döring Dahmen Joeressen Architekten
Unterbilk. Die Neuentwicklung des Areals an Volmerswerther und Martinstraße mit einem Quartier für 205 Wohnungen wurde bei einer Bürgerinformation prinzipiell positiv gesehen. Allerdings sei die Erschließung ein "Schuss in den Ofen". Von Marc Ingel

Noch ist es nur der Vorentwurf eines Bebauungsplans, können also Änderungen bei Bedarf noch vorgenommen werden. Das wird womöglich auch notwendig sein bei der Planung für das 1,75 Hektar große Areal an der Völklinger und Martinstraße, unmittelbar angrenzend an das Grundstück des Martinus-Krankenhauses. Positiv fanden die Bürger, die zu der Informationsveranstaltung in das Stadtteilzentrum Bilk gekommen waren, dass die auf dem ehemaligen Gelände der Liesegang-Fabrik ansässigen Büros, Ateliers, die Tanzschule und das Fotostudio im Süden des Plangebiets Bestandsschutz genießen, wie Juliane Conrad vom Planungsamt ausdrücklich hervorhob. Im Wesentlichen soll lediglich an der Martinstraße 9 ein maroder Alt- durch einen Neubau ersetzt werden. Prinzipiell nichts einzuwenden hatten die Zuhörer auch gegen die eigentliche Planung des Quartiers mit 205 Wohnungen (davon 120 in Eigentum) und den großzügigen Innenhöfen.

Sehr wohl kritisch wurde gesehen, dass die komplette Erschließung über die ohnehin durch die Straßenbahn sowie den durch das Krankenhaus verursachten Verkehr bereits über Gebühr belasteten Volmerswerther Straße geschehen soll. Diese Planung, so ein Nachbar, werde "ein Schuss in den Ofen". Zumal nicht nur die Wohnungen über eine neu geschaffene Zufahrt dort angefahren werden sollen, sondern auch die Gebäude auf dem Liesegang-Fabrikgelände. Und der ein oder andere dann bestimmt der Versuchung unterliegen werde, beim Hinausfahren direkt links zu fahren, obwohl eigentlich nur das Rechtsabbiegen inklusive notwendigem U-Turn erlaubt sein wird. "Das funktioniert so nicht", war sich ein Zuhörer sicher. Dass noch diverse Gutachten (Verkehr, Lärmschutz, Umwelt) ausstehen würden, wie Evelyn Hoffmann vom Planungsamt zu bedenken gab, konnte nur bedingt besänftigen. Auch Mike Reibel, Projektentwickler des Investors BPD, räumte ein, mit dem Hinweis auf die schwierige Erschließungssituation habe man "den Finger in die Wunde gelegt". Im Gegensatz zu den geäußerten Befürchtungen sei er aber überzeugt, "dass es prinzipiell funktioniert". Er rechnet mit einer Bauzeit von rund zwei Jahren, bis zu zwei weitere Jahre könnten zuvor vergehen, bis Planungsrecht hergestellt sei, schätzt Hoffmann.

Grundsätzlich ist die Entwicklung von zwei geöffneten Baublöcken mit begrünten Innenhöfen vorgesehen. Im Anschluss an den Bestand an der Volmerswerther Straße soll die Bebauung u-förmig in den Innenbereich gezogen und nach Norden geöffnet werden. Westlich angrenzend ist die Ausbildung eines nach Süden geöffneten Blocks vorgesehen. In der Höhenentwicklung soll die umgebende Bebauungsstruktur aufgegriffen werden, vorgesehen ist eine Bebauung mit fünf Vollgeschossen und einem Staffelgeschoss je Block. Insgesamt ist die Entwicklung von 21.000 Quadratmetern Geschossfläche vorgesehen. Das Handlungskonzept Wohnen (40 Prozent preisgedämpft oder sozial gefördert) soll in vollem Umfang angewendet werden.

Reibel führte zudem aus, dass das Wohnquartier zum Liesgang-Gelände mit einer Glaswand abgeschirmt werde. Festgehalten wurde auch: Mit der Neubebauung sei es dem Martinus-Krankenhaus nicht mehr möglich, zu expandieren. "Allenfalls in die Höhe", so Reibel.

Quelle: RP
 
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