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Unterrath
Aufzug im S-Bahnhof Unterrath steht weiter

Unterrath. Schon seit Monaten ist der Aufzug defekt. Bahn hofft jetzt, dass er ab Ende August wieder läuft. Von Hans-Dieter Budde

Seit Monaten steht der Aufzug am Unterrather S-Bahnhof still. Jetzt kamen endlich Monteure - und hängten erst einmal ein neues Schild auf: Es dauert weitere sieben Wochen, bis der Aufzug wieder läuft. Dann ist mindestens ein halbes Jahr um. Von Montag bis Freitag ist es jeden Tag dasselbe: Stefan Kliemannel schleppt den Kinderwagen mitsamt seinem Töchterchen Marta die Treppen am Unterrather S-Bahnhof hoch. Abends geht's wieder über die gleiche Treppe nach unten. "Gefühlt mache ich das schon mindestens ein halbes Jahr auf dem Weg zu Martas Tagesmutter", sagt er dazu, "unfassbar, dass der Termin jetzt einfach wieder verschoben wird."

Ein Schild am Aufzug zeigt Bahn-Baustellen-Comic "Max Maulwurf" bei der Arbeit. Was so lustig aussieht, ist für Fahrgäste mit Kinderwagen, Fahrrad, Rollator oder gar Rollstuhl nur noch ärgerlich. Mitte Juli schöpften die S-Bahnnutzer Hoffnung. Laut Aushang sollte der Aufzug in der "KW 28" wieder laufen. Die Kalenderwoche (KW) 28 war am ersten Kirmeswochenende vorbei. Nichts war geschehen. Am Montag dann ein neues Schild: "Der Aufzug steht Ihnen wieder zur Verfügung ab KW 35 (29. August bis 4. September). Die Störung selbst wird mit "Vandalismusschäden" begründet.

NRW-Bahnsprecher Dirk Pohlmann erklärt dazu: "Der Aufzug ist seit März außer Betrieb. Es gab einen Wassereinbruch. Teile der Mechanik und Elektronik wurden beschädigt." Es sei schwierig, die passenden Ersatzteile für den in die Jahre gekommenen Aufzug zu beschaffen. Nach einer so umfassenden Reparatur müsse die Technik dann noch von einem Gutachter abgenommen werden. "Wir machen Druck", verspricht er. Ob der Aufzug früher fertig werde, oder nach einem halben Jahr Stillstand in der KW 35 sicher wieder laufe, könne derzeit niemand sagen.

Rollstuhlfahrern empfiehlt die Mobilitätszentrale der Bahn als "barrierefreie" Alternative die Niederflurzüge der Straßenbahnlinie 707. Zur Wendeschleife an der Endstation müssen sie erst eine kurvige Straße mit starkem Gefälle und dann einen etwa zehn Zentimeter hohen Abstand zwischen Bordsteinkante und Wagenboden überwinden. Je nach Gewicht von Fahrer und Rollstuhl ist das auch mit Hilfe kaum möglich - unabhängig von der Frage, ob die Höhenunterschiede an der Zielhaltestelle vielleicht noch größer sind. Rollstuhlrampen wie die Rheinbahn-Busse haben Straßenbahnen nicht.

Quelle: RP
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