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Unterrath/Lichtenbroich
Bürger wollen Stadtteil altersgerecht gestalten

Unterrath/Lichtenbroich. Ein Projekt in Unterrath und Lichtenbroich fördert Chancen und zeigt Missstände im Quartier auf. Von Katharina Pavlustyk

Wir werden alle älter, der Anteil der Senioren an der Bevölkerung steigt. Das stellt Anforderungen an das Lebensumfeld, denn die meisten Menschen möchten im Alter in ihrer vertrauten Umgebung wohnen bleiben. Wie es in Unterrath und Lichtenbroich diesbezüglich aussieht, das haben Bewohner innerhalb eines Projekts aufgespürt. Die Ergebnisse stellten Anne van Rießen und Professor Reinhold Knopp von der Hochschule Düsseldorf jetzt im Zentrum plus der Diakonie vor.

Eines vorab: Es gibt so einiges, das die Teilnehmer ab 50 Jahren in ihren Stadtteilen für gut befinden. Die Unterrather schätzen beispielsweise den Kittelbach und den dazugehörigen Park. Sie besuchen gern die grünen Oasen am Kleinschmitthauser Weg, loben die attraktive Bebauung am Zeisigweg, und auch die "Vogelsiedlung" gefällt den älteren Männern und Frauen. Weniger gut seien dagegen Leerstände an der Kalkumer und der Unterrather Straße sowie die Tankstellen-Brache an der Kalkumer Straße. Die S-Bahn-Station Unterrath ist den Teilnehmern des Projekts negativ aufgefallen, auch fehlen Cafés, die im Winter geöffnet haben. Bei einer Begehung mit Knopp bemängelten sie außerdem die unübersichtliche Kreuzung An der Piwipp/Thewissenweg. Auch meiden die Befragten den Kittelbachpark am Abend, weil er nicht gut genug beleuchtet sei.

Alle schauten ganz genau hin, um herauszufinden, wie es um ihren Stadtteil steht. Und im Vergleich zu anderen Gegenden, das stellte Knopp fest, sehe es in Unterrath ganz gut aus, etwa bei der Infrastruktur: Post, Bank, Einkaufsmärkte, Kirche, Hallenbad, Seniorensport, Ärzte - die Versorgung des Ortes könne sich sehen lassen.

Knopp und van Rießen stellten schließlich auch die Ergebnisse aus Lichtenbroich vor. Dort finden der Kalkumer Wald und verschiedene Kleingärten, etwa an der Flughafenmauer, Anklang. Insgesamt sei der Stadtteil sehr grün, verfüge über gute Einkaufsmöglichkeiten und eine gute Busverbindung in die Stadt. Die Teilnehmer nannten einige Gastrobetriebe, die sie hin und wieder aufsuchen, zählten Ärzte, eine Apotheke, eine Bäckerei und eine Postfiliale zu den positiven Merkmalen ihres Stadtteils. Doch auch die Liste der weniger schönen Plätze und Dinge wurde lang: dunkler und verschmutzter Fußgängerweg zur S-Bahn-Station Unterrath, viele Raser im Lichtenbroicher und am Volkardeyer Weg, ungepflegte Blumenkübel und Müll am Einkaufszentrum, keine Treffpunkte. Den Bewohnern ist zudem aufgefallen, dass es in Unterrath keine Angebote wie betreutes Wohnen gibt und keine Altenhilfeeinrichtung. Und gerade diese spielen eine Rolle, wenn es darum geht, im Alter in vertrauter Umgebung zu bleiben.

Quelle: RP
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