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Unterrath
Königlicher Besuch in St. Bruno

Unterrath. Noch bis zum 7. April sind die Königsskulpturen des Bonner Diakons und Künstlers Ralf Knoblauch in der Kirche in Unterrath zu sehen. Sie sollen auf die Würde des Menschen hinweisen, sagt ihr Erschaffer. Von Julia Chladek

Die Würde des Menschen ist unantastbar, so steht es im Artikel 1 des Grundgesetzes. Und so scheint es auch den Königen ins Gesicht geschrieben, wie sie da stehen, manche groß und hager, manche klein und gedrungen, viele so gar nicht majestätisch - und doch würdevoll. "Ich bin der festen Überzeugung, dass jeder Mensch ein König ist und jedem die königliche Würde von Gott geschenkt wurde. Das ist allen Menschen gleich und kann niemandem ganz genommen werden", sagt Künstler Ralf Knoblauch über seine Holzskulpturen.

Seit fünf Jahren arbeitet er an der Sammlung, kontinuierlich kommen neue Könige und Königinnen dazu. Die Zeit dafür nimmt sich der hauptberufliche Diakon jeden Morgen - von 5 bis 6 Uhr. "Diese eine Stunde ist Bestandteil meines Tagesablaufs, eine Art meditatives Tun. Ich arbeite in die Könige alles hinein, was mich pastoral beschäftigt, was der Tag mir bringen wird." Und so verwundert es nicht, dass die Könige eben so gar nicht das verkörpern, was man sich von einem typischen König vorstellt.

Mit ihren geschlossenen Augen wirken sie verletzlich, fordern den Betrachter geradezu auf, für sie Partei zu ergreifen und sie zu berühren. "Meine Kunst ist keine Kunst, die man ehrfurchtsvoll betrachten soll", sagt Knoblauch.

Gelegenheit, die Figuren zu erleben, gibt es noch bis zum 7. April unter dem Titel "Kind Gottes - König Mensch" in St. Bruno in Unterrath. "Das Thema ist für alle Generationen interessant", sagt Elke Chladek, die für die Schulpastorale in Düsseldorf und Neuss verantwortlich ist und sich im Ortsausschuss St. Bruno engagiert. Sie hat die Ausstellung mit organisiert. "Ausdrücklich wollen wir die Türen der Kirche öffnen und auch die Menschen aus dem Stadtteil einladen, den Kirchenraum einmal neu zu erleben."

Begleitet wird die Ausstellung von einem musikalischen und künstlerischen Rahmenprogramm. Für den musikalischen Teil verantwortlich zeichnet Michael Johannes, Kirchenmusiker in der Pfarrei Heilige Familie, zu der auch St. Bruno gehört. "Die Idee hat mich von Anfang an gereizt", sagt Johannes. "Gerade in der Fastenzeit ist es spannend, darüber nachzudenken, wie viel König in uns als Mensch steckt." Gelegenheit dazu bot beispielsweise der Abend "Mensch! Sing wie eine Königin, ein König!" vergangene Woche. Das Programm startete mit einer musikalischen Reise von Mose bis in die Neuzeit. Im Anschluss konnten die Besucher ihre eigene Königsmelodie entwickeln - und dem Publikum vortragen. Das muss man sich erst einmal trauen, gibt auch Johannes zu. Aber gerade darum geht es ja: Das Königliche in sich selbst entdecken, sich von den Königen inspirieren lassen und nach dem Wertvollen im eigenen Leben suchen, das ist der rote Faden, der sich durch das Ausstellungsprogramm zieht.

Einen kreativen Zugang zum Thema bieten zum Beispiel die Malabende "Malen für das Königreich" unter Anleitung der Künstlerin Cynthia Tokaya, von der auch der großformatige Kreuzweg in St. Bruno stammt. Diese finden statt am Montag, 27. März, 18 Uhr, und am 30. März, 20 Uhr. Am 24. März, 20 Uhr, gibt es einen "Männerabend" zum Thema Könige.

Quelle: RP
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