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Unterrath
Neue Pläne für Evangelische Gemeinde

Unterrath. Das Gemeindezentrum am Diezelweg in Unterrath soll doch erhalten bleiben. Das frühere Zentrum Am Röttchen macht dagegen Platz für einen Neubau. Dort soll es Angebote für Senioren geben. Von Julia Brabeck

Die Idee, die Pauluskirche am Diezelweg, die als Gottesdienststätte nicht mehr genutzt werden soll, in ein Gemeindezentrum umzubauen, lässt sich nicht realisieren. Die Arbeiten wären zu teuer, Kosten und Nutzen stünden nicht in einem vernünftigen Verhältnis, teilt nun Kurt Schaaf, Vorsitzender des Presbyteriums der evangelischen Kirchengemeinde Unterrath mit. "Der verständliche Wunsch, das beliebte Kirchengebäude nach fast 65 Jahren intensiver Nutzung für die Gemeinde zu erhalten und einer neuen Nutzung zuzuführen, hält letztlich einer kritischen Prüfung nicht stand", sagt Schaaf.

Stattdessen wird in der Oktobersitzung des Presbyteriums über den Antrag einer Entwidmung der Pauluskirche beim Landeskirchenamt entschieden, denn die Gemeinde wird sich im kommenden Jahr von dem Kirchengebäude trennen "Wir würden gerne das Gebäude einer weiteren kirchlichen Nutzung zuführen, wie uns das ja bereits mit der Matthiaskirche in Lichtenbroich gelungen ist." Diese wurde an die Methodistische Gemeinde verkauft. Eine andere Nutzung wäre aber auch denkbar. Ein Abriss der Pauluskirche und der Verkauf des leeren Grundstücks sei nur die allerletzte Lösung, sagt Schaaf.

Das Gemeindezentrum am Diezelweg soll dafür nun doch erhalten bleiben und renoviert und den heutigen Ansprüchen angepasst werden. Eine Erweiterung des Gebäudes ist aber nicht geplant. Stattdessen wird die Petruskirche, in der künftig die Gottesdienste der Gemeinde gefeiert werden, einen eingeschossigen schlichten Anbau erhalten. Dort soll ein kleiner Saal für Veranstaltungen, eine Küche und Toiletten eingerichtet werden. Die Abstimmungen mit dem Amt für Denkmalschutz laufen bereits.

Denn die Petruskirche, die 1956 nach den Plänen des bekannten Architekten Helmut Hentrich gebaut worden war - er hatte unter anderem auch das Dreischeibenhaus entworfen -, steht unter Denkmalschutz. Sie darf aus diesem Grund nur wenig umgestaltet werden. "Bei der Verabschiedung von Pfarrer Stefan Kläs haben wir festgestellt, wie schön ein Raum für Begegnungen nach den Gottesdiensten wäre", sagt Schaaf.

Der fehlt nämlich in der Nachbarschaft, da das ehemalige Gemeindehaus Am Röttchen aus Kostengründen an die Graf Recke Stiftung verkauft wurde. Diese hat das stark sanierungsbedürftige Gebäude vor zwei Wochen abreißen lassen und wird dort einen Neubau mit Angeboten für Senioren errichten. Dort wird es ambulante, teilstationäre und stationäre pflegerische Leistungen geben. So werden im Erdgeschoss des Neubaus 18 Tagespflegeplätze eingerichtet, im ersten und zweiten Obergeschoss insgesamt für zehn Senioren ambulant betreute Wohngemeinschaften und im Dachgeschoss zwei kleine Wohnungen für eine freie Vermietung oder für Mitarbeiter gebaut.

Die Angebote werden ergänzt durch ein Stadtteil- und Quartiersbüro sowie niederschwellige Angebote, wie Haushalts- oder Reinigungshilfen, im Stadtteil Unterrath. Die Rohbauarbeiten werden in Kürze beginnen. Im Herbst 2017 soll dann die Einrichtung fertiggestellt sein.

Quelle: RP
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