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Unterrath
Unterrather wollen bessere Anbindungen

Unterrath. Bei der Mobilen Redaktion der Rheinischen Post machten Bürger konkrete Vorschläge zur Verbesserung des Nahverkehrs in Unterrath. Einiges deckt sich mit den Anregungen der Lokalpolitiker. Von Julia Brabeck und Marc Ingel

Es gibt viele Kritikpunkte am öffentlichen Nahverkehr in Unterrath, wie sich bei der Mobilen Redaktion der Rheinischen Post am Samstag zeigte. Dabei machten die Bürger am Stand vor der Bücherei aber nicht nur auf Probleme aufmerksam, sondern regten direkt an, wie diese Defizite auch behoben werden könnten.

So wurde mehrfach die Buslinie 730 kritisiert. Unpünktlich oder gar nicht kämen die Fahrzeuge, waren sich gleich mehrere Bürger einig. Die Hauptursache wird in der sehr langen Streckenführung mit rund 60 Haltestellen vom Stockumer Freiligrathplatz bis hin nach Unterbach gesehen. "Da gibt es einfach zu viele Staufallen", sagt Martha Mahlmann. Dennoch würde Birgit Schentek die Linie noch gerne bis nach Lichtenbroich verlängern, da der benachbarte Stadtteil von Unterrath aus schwer erreichbar sei.

Erneut in die Diskussion brachte Frank Spielmann die Idee, Unterrath über eine Verlängerung der Bahnlinien 707 oder 715 besser an den Flughafen anzuschließen. Davon hält Dietmar Schwetlick allerdings wenig. "Dann fällt der Grünstreifen an der Kalkumer Straße weg, und der Bahnverkehr wird für die Anwohner sehr laut." Zudem geht er davon aus, dass solch eine Verlängerung technisch nicht umsetzbar sei, da der Schienenverkehr über eine Tiefgarage führen würde. Auch Dirk-Peter Sültenfuß hält diese Lösung für nicht praktikabel: "Wir werden dafür keine Fördermittel erhalten. Außerdem würden dafür Parkplätze an der Kalkumer Straße wegfallen. Die sind aber wichtig für den Einzelhandel."

Karsten Körner schlägt deshalb alternativ die Einrichtung einer Buslinie zum Flughafen vor. "Diese könnte man ohne großen Aufwand und somit auch schnell in Betrieb nehmen." Birgit Schentek weist darauf hin, dass solch eine Linie zudem förderlich für den Einzelhandel in Unterrath sei. "Wenn die Menschen dann an der Haltestelle Eckenerstraße umsteigen müssen, erledigen sie vielleicht dort auch direkt ihre Einkäufe."

Umsteigen ist aber an einer anderen Stelle im Stadtteil bisher recht schwierig. "Der Weg von der Endhaltestelle der Straßenbahn bis zur benachbarten S-Bahn-Haltestelle ist einfach zu weit und zudem steil", sagt Peter Rasp. "In der Dunkelheit laufe ich dort auch nicht gerne alleine lang", sagt Martina Maier.

Kritisiert wurde auch, dass nach der Inbetriebnahme der Wehrhahnlinie die 715 nicht mehr direkt die Altstadt anfahren wird. "Wir wollten, dass dies geändert wird. Leider wurde das von der CDU, SPD und FDP in der Bezirksvertretung 6 abgelehnt", sagt der Grüne Gerald Helmke. Dem kann Elisabeth Mützer nur zustimmen: "Wie soll ich denn dann noch vernünftig in die Innenstadt kommen?", fragt sie. "Gerade älteren Menschen ist es doch nicht zuzumuten, dass sie für einen Weg noch mehrmals umsteigen müssen. So wie es jetzt ist, ist es gut, und so sollte es auch bleiben." Rosemarie Kolvenbach ist erst einmal froh, dass die 715 überhaupt erhalten bleibt. "Es kann doch nicht sein, dass abgelegenere Stadtteile wie Unterrath zunehmend von der Außenwelt abgeschnitten werden", sagt sie. Alfred Kiefer stimmt zu: "Die Verbindungen von und nach Unterrath sind eher noch ausbaufähig. Zusammenstreichen darf man sie auf keinen Fall."

Quelle: RP
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