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Garath
Unterschriften gegen Container
Garath. Mit einer Unterschriftenaktion gegen ein geplantes Container-Dorf für Asylbewerber an der Theodor-Litt-Straße versuchen nicht nur Garather, die Pläne zu verhindern. Mehrere hundert Bürger haben bereits unterschrieben. Von Birgit Wanninger

Die Diskussion um die Unterbringung von Asylbewerbern geht weiter. Dabei gibt es unterschiedliche Gerüchte. Am hartnäckigsten hält sich die These, dass für rund 100 Asylbewerber, die bis 2013 in Garath untergebracht werden sollen, Container aufgestellt werden. Angeblich sollen diese auf dem Gelände zwischen dem Gymnasium Koblenzer Straße (Kobi) und dem GSV-Sportplatz an der Theodor-Litt-Straße aufgestellt werden.

Und darüber regen sich viele Garather auf, nicht zuletzt deshalb, weil es dort schon einmal ein Container-Dorf gab. Die Garather Jonges haben deshalb vor gut zwei Wochen eine Unterschriftenaktion gestartet. Darin wenden sie sich an Oberbürgermeister Dirk Elbers. "Wir verlassen uns auf Sie", steht auf den Zetteln. Denn: "Zehn Jahre Container in Garath sind genug."

Zahlreiche Garather Geschäftsleute haben in ihren Läden die Unterschriftenlisten ausliegen. Im Hauptzentrum unter anderem Blumenladen Isabella Nowak, beide Apotheken, Foto Pohl und die Goldschmiede Liepic. Auch die Mitglieder des Garather Sportvereins sammeln fleißig.

Angela Cambio, Inhaberin der Boutique Romeo und Julia, hat sogar einen Stehtisch nahe der Eingangstür aufgebaut. Dort können ihre Kunden unterschreiben, wenn sie gegen das Aufstellen der Container sind. Das sind nicht nur Garather. Auch Unterschriften aus Benrath, Reisholz und Urdenbach stehen auf der Liste. Und die Liste ist lang. Allein 390 Unterschriften hat Cambio gesammelt. "Die Aktion hat sich rumgesprochen", sagt sie.

Sie habe mehrere Kundinnen, darunter drei Russlanddeutsche, die vor rund zehn Jahren in Containern an der selben Stelle gelebt haben. Einige von ihnen seien Akademikerinnen, berichtet Cambio. Und die hätten ihr erzählt, dass sie auf elf Quadratmetern mit sechs Personen gelebt hätten. Geschlafen hätten sie in Dreier-Hochbetten. Nachts seien die Ratten unter dem Fußboden hergelaufen. "Fruchtbar", sagt Angela Cambio. "Das ist menschenunwürdig." Dieser Meinung seien auch ihre Kunden. "Es muss doch möglich sein, in festen vier Wänden zu wohnen", sagt Cambio, und ihr Nachbar, der Schneider Ali Özdemir, stimmt ihr zu.

Auch er hat jede Menge Unterschriften gesammelt. "Einige Hundert", sagt er. Doch jetzt habe er von mehreren Kunden gehört, dass die Container gar nicht kommen. "Jedenfalls nicht nach Garath", sagt er. Ein Gerücht?

Konkrete Informationen hat auch die Bezirksverwaltungsstelle nicht. "Bisher hat die Verwaltung noch keinen Standort genannt", sagt Ulrich Rudoff, Leiter der Bezirksverwaltungsstelle 10. Während Bezirksvorsteher Klaus Mauersberger immer wieder betont, er wolle den Standort verhindern. Sein Kollege Leo Schuth, zuständig für den Bezirk 9, ist noch gar nicht informiert worden. "Wir sind genauso betroffen", sagt er. Schließlich grenze das geplante Container-Dorf direkt an Urdenbach.

Konkrete Pläne, wie die Container stehen sollen, gibt es. Selbst Pläne für die Strom- und Wasseranschlüsse sind nach Informationen unserer Zeitung vorhanden. Stefan Greß, stellvertretender Leiter im Amt für Gebäudemanagement, wollte das nicht bestätigen. "Über den Standort gibt es noch keine konkrete Entscheidung", sagte er.

Die Asylbewerber, die an der Maria-Olbrich-Straße untergebracht waren, sind inzwischen ausgezogen. Ein Großteil, rund 70 Roma, wohnen jetzt am Hasseler Richtweg in Eller.

Quelle: RP
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