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Urdenbach
130 Bürger reinigen die Kämpe

Urdenbach: 130 Bürger reinigen die Kämpe
Auch die Bürger sind immer wieder überrascht, was Umweltfrevler alles in die Kämpe werfen. Rund 130 Aktive kamen am Samstagvormittag und packten an. FOTO: Matzerath, Ralph
Urdenbach. Autoreifen, Fahrräder, Plastik und manchmal auch ein ganzes Whirlpool: Kubikmeterweise Müll finden die beiden Bürgervereine aus Urdenbach und Baumberg bei ihrer alljährlichen Säuberungsaktion am Ende des Winters. Von Maximilian Krone

Wer an diesem Samstagvormittag in der Urdenbacher Kämpe unterwegs ist, trifft fast zwangsläufig auf kleine Gruppen, die mit Handschuhen und Plastiksäcken ausgestattet, dem Müll, der sich seit einem Jahr in dem Naturschutzgebiet angesammelt hat, zu Leibe rücken. Bereits um kurz nach 11 Uhr, eine Stunde nach dem Start der großen Kämpenreinigung, ist der erste große Müllcontainer voll.

"Wir rechnen auch in diesem Jahr wieder mit mehr als 50 Kubikmeter Müll", sagt Torsten Winter, stellvertretender Vorsitzender des Allgemeinen Bürgervereins Urdenbach (ABVU), der die Aktion jedes Jahr gemeinsam mit dem Baumberger Bürgerverein (BAB) umsetzt. Gesammelt wird wie in jedem Jahr in kleinen Gruppen. "Drei oder vier Leute gehen bestimmte Strecken und Gebiete ab und befreien die Natur vom Abfall", sagt Winter.

Auch auf der anderen Seite der Kämpe, in Baumberg, startet eine gut 50-köpfige Gruppe. Auch sie teilt sich in Kleingruppen auf. "Insgesamt haben wir fünf Sammelgruppen, die zum Beispiel die Gegend rund um den Campingplatz und den Fähranleger säubern", sagt Markus Gronauer vom Baumberger Bürgerverein. Einer Gruppe komme eine besondere Aufgabe zu. "Die ist rund um die Autobahnzufahrt unterwegs." Dort sammele sich erfahrungsgemäß viel Müll, meint Gronauer, da viele Besucher eines nahegelegen Fast-Food-Restaurants ihre Plastikverpackungen einfach aus dem Auto schmissen. Auch auf der Landstraße zwischen Urdenbach und Baumberg werden bis zum Mittag die Straßengräben fleißig gereinigt.

Ein Wermutstropfen: Die gesamte Kämpe komplett vom Müll zu befreien, das bleibt eine Wunschvorstellung. Denn dafür reichen die Helfer nicht aus, obwohl sich insgesamt mehr als 130 Freiwillige bei bestem Wetter an der Aktion beteiligten. Ein weiterer Problem ist das Hochwasser des Rheins, denn die Kämpe dient als Überflutungsfläche. "Die Teile, die derzeit überflutet sind, können wir natürlich nicht reinigen. Da muss man noch warten", sagt Torsten Winter. Hochwasser ist zugleich aber auch die Erklärung für die skurrilsten Funde, die die Helfer seit den 1980er Jahren, denn so lange gibt es die Aktion schon, gemacht haben. "Was mir in Erinnerung geblieben ist, ist der Fund eines Whirlpools. Aber wir hatten auch schon große Öltanks und Autoreifen, je nachdem, was der Rhein so mit sich reißt", sagt Markus Gronauer.

In diesem Jahr ist kein spektakulärer Fund dabei. "Wir haben nur den ,normalen Müll', also Styropor, Plastik und Flaschen gefunden", meint Gronauer. An der Beseitigung des Unrats in der Kämpe nehmen in diesem Jahr auch wieder einige Jäger teil. "Wir möchten damit auch unseren Teil zur Biotoppflege beitragen und helfen, dass die Kämpe sauber bleibt", sagt Stefan Würz, Obmann des Hegerings in Monheim, für den es, wie für alle anderen Helfer zum Abschluss eine stärkende Suppe im Haus Bürgel gibt.

Quelle: RP
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