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Urdenbach
50 Jahre Heilig-Geist-Kirche Urdenbach

Urdenbach. Donna Leon und Heiner Geißler waren dort schon zu Gast, jetzt feiert die Gemeinde das Jubiläum ihres Gotteshauses. Von Simona Meier

50 Jahre sind für eine Kirche kein Alter. Viele Gotteshäuser in Düsseldorf sind deutlich älter, so auch die evangelische Kirche an der Urdenbacher Dorfstraße. Sie wurde 1693 gebaut. Und doch ist es etwas Besonderes, dass in der Heilig-Geist-Kirche an der Südallee 1966 der erste Gottesdienst stattfand. Die Kirche wurde mit der Entstehung des Corelli-Viertels realisiert. Damals war die Überlegung, der Urdenbacher Gemeinde mehr Raum zu geben. "Als hier bei uns im Süden neue Wohnquartiere entstanden, entschied das Presbyterium, an der Südallee eine Kirche mit Kindertagesstätte und Gemeindezentrum zu bauen", sagt Pfarrerin Michaela Nieland-Schuller.

Die Heilig-Geist-Kirche entspricht architektonisch dem Zeitgeschmack. "Sie sieht eher aus wie eine Arche", findet die Pfarrerin - quadratisch, praktisch, gut. Die Fenster sind gen Westen ausgerichtet, was zur Folge hat, dass erst nachmittags Licht in die Kirchenräume fällt und nicht schon morgens bei den Gottesdiensten. Wer es romantisch mag - und das ist bei Hochzeiten natürlich der Fall - wählt eher die traditionelle, ältere Kirche der Gemeinde.

Beliebt und vor allem belebt ist die Heilig-Geist-Kirche durchweg. Schulgottesdienste finden hier regelmäßig statt, und sie ist ein Anlaufpunkt für die Kindertagesstätten. "Wir haben außerdem einen guten Gottesdienstbesuch", freut sich die Pfarrerin, die im Schnitt 100 Gemeindemitglieder dazu begrüßen kann. Morgen wird das Jubiläum der Kirche unter dem Motto "Gib der Kirche deine Farbe" gefeiert. Die Pfarrerin selbst ist schon seit 25 Jahren in Urdenbach tätig. Mit dem Kirchenjubiläum verbindet sie nicht nur das Gebäude, sondern vor allem die Menschen, die es in den Jahrzehnten mit viel Leben füllten. "Mich fasziniert diese Gemeinde vor allem durch ihr Engagement", sagt Nieland-Schuller.

Ein wesentliches Kennzeichen dafür sieht sie in der Arbeit der vielen Ehrenamtlichen und deren sozialem Engagement. "Die Gemeinde ist sehr offen und geht auf die Leute zu", beschreibt sie das Miteinander, das auch im ökumenischen Bereich sehr gut funktioniert. Geholfen und angepackt wurde immer, wo es nötig war: Bei den Aussiedlern, den Flüchtlingen aus dem Jugoslawien-Krieg und im südafrikanischen Partnerkirchenkreis Bohlabela. Auch heute wieder bei den aktuellen Kriegsflüchtlingen.

Mittlerweile ist die Heilig-Geist-Kirche generationenübergreifend im Viertel verwurzelt. "Es gibt Familien, in denen früher die Mütter, dann deren Kinder und jetzt die Enkel hier sind", sagt die Pastorin. Leben hat die Räume des Kirchenneubaus aus den 60er Jahren immer erfüllt. In den 70er Jahren gab es eine Teestube, und Musik erfüllt bis heute immer wieder das Kircheninnere. Chöre proben dort und Konzerte erklingen. Die Orgel in der Heilig-Geist-Kirche stammt ebenfalls aus dem Jahr 1966. Sie wurde von der Orgelbauwerkstatt Alfred Führer gebaut, die bis 2003 in Wilhelmshaven bestand.

Anlässlich des Jubiläums findet morgen um 17 Uhr auch ein Festkonzert unter Leitung von Kantorin Ulrike von Weiß statt. Unter dem Titel "Sing we Noel" erklingt adventliche und weihnachtliche Musik.

Die Heilig-Geist-Kirche bietet Platz für 350 bis 400 Menschen und ist auch für literarische Impulse gefragt. Die Krimiautorin Donna Leon war bereits dort zu einer Lesung, und Anfang des Jahres kam Heiner Geißler zu einer Autorenlesung der Buchhandlung Dietsch.

Quelle: RP
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