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Urdenbach.
Als es in Ställen noch Hühner und Kaninchen gab

Urdenbach.. Vor 70 Jahren wurde die Schloßparksiedlung gegründet. Das feierten die Anwohner am Samstag mit einem großen Fest. Zum Geburtstag kamen zahlreiche Gratulanten aus der Politik und anderen Siedlervereinen. Von Bernd Schuknecht

Bei strahlendem Sonnenschein und in entsprechender Stimmung fanden sich zahlreiche Nachbarn am Platz des St. Florian-Brunnens an der Petersstraße ein, um mit einem Straßenfest das 70-jährige Bestehen der Schloßpark-Siedlung zu feiern. Und es hab noch ein Jubiläum: die Brunnen-Schenkung der Stadt Düsseldorf vor 30 Jahren.

Brigitte Schneider, in der Urdenbacher Siedlung aufgewachsen und seit mehr als 30 Jahren im Siedlungsvorstand engagiert, konnte auch zahlreiche Gäste aus der Politik begrüßen. Gekommen waren unter anderem wie Sylvia Pantel (MdB), Peter Preuß (MdL), Mitglied des Siedler-Vereins und dessen Justitiar, sowie Oberbürgermeister Thomas Geisel.

Wie die Wohnungsnot nach dem Zweiten Weltkrieg bewältigt und der dringende Wunsch nach einer neuen Heimat durch den Geist des Miteinanders in einer Siedlergemeinschaft erfüllt wurden, kann auch in heutiger Zeit als Beispiel gelten, sagte Geisel. Das Urdenbacher Brauchtum vertrat das amtierende Blotschenkönigs-Paar Sandra und Udo Roth, die Geistlichkeit Pfarrerin Michaela Nieland-Schuller und für die bereits 83 Jahre zählende, ältere "Nachbar-Siedlung" Am Urdenbacher Acker überbrachte Ralf Meinhold die Glückwünsche.

Eine kleine Galerie mit Archivbildern illustrierten die Geschichte der Siedlung, die sich zwischen Peter-Adolphs-Straße, Petersstraße, Eßlinger-, Reutlingerstraße und der linken Seite der Woermannstraße sowie eines Teils der Kammerathsfeldstraße erstreckt, seit dem Aushub der ersten Baugrube auf freiem Feld. "Es war schon eine beachtliche Leistung, als sich damals Menschen nach zehnstündigem Arbeitstag zusammentaten, um nach Feierabend Bauabschnitt für Bauabschnitt in Nachbarschaftshilfe ihre Häuser zu errichten", sagt Brigitte Schneider.

Die Häuser waren klein, die Gärten groß. Obstbäume und Sträucher gab es zahlreich, viele Familien zogen als Selbstversorger auch Gemüse, in den Ställen lebten Hühner und Kaninchen. Schneider konnte sich noch gut an den langen Gang zur Toilette erinnern, die anfangs in den Ställen untergebracht war. Aus dieser Gründerzeit leben noch Martha Müller, Lieselotte Stolzke sowie Josef Nessmann, die für ihre Verdienste mit Urkunden des Vereins geehrt wurden.

Mit der Zeit sind alle Häuser der Schloßpark-Siedlung modernisiert worden, viele sind noch in den Händen der "Gründer-Familien", manche jedoch zwischenzeitlich auch verkauft worden. Mit der Franz-Lieder-Straße ist sogar ein neuer Straßenzug entstanden. Aber auch die Neu-Hinzugezogenen sind mehrheitlich in dem Siedlungsverein, der insgesamt über 100 Familien umfasst. "Auch die Jüngeren schätzen die positive soziale Anteilnahme, Nachbarschaftshilfe über den Gartenzaun ist hier an der Tagesordnung" so Brigitte Schneider. "Hier gibt es keinen Stress, hier kommt man untereinander bestens klar", pflichtet Thomas Heldt, der mit seiner Familie bereits seit über 25 Jahren an der Peter-Adolphs-Straße lebt, der Vereinsvorsitzenden bei.

Quelle: RP
 
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