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Urdenbach
Aufstieg in die Oberliga

Urdenbach. Michael Menden aus Urdenbach pfeift am Wochenende sein erstes höherklassiges Spiel. Von Helmut Senf

Michael Menden fiebert seinem ersten Einsatz entgegen - seinem Debüt als Schiedsrichter in einem Oberligaspiel. Am Sonntag wird es soweit sein. Dann geht ein Traum des 23-Jährigen in Erfüllung. Sein Einsatzort steht noch nicht fest. Vielleicht Oberhausen, Essen oder Wuppertal. Spiele mit Beteiligung von Mannschaften aus dem Fußballkreis Düsseldorf sind für den Benrather tabu. "Aus Gründen der Neutralität", wie Menden betont. Die Ausnahme: Bei Lokalduellen - etwa zwischen Turu Düsseldorf und TV Kalkum-Wittlaer - kann der gelernte Bankkaufmann und Student im Fach Wirtschaftsmathematik an der Universität Köln durchaus zum Einsatz kommen.

Michael Mendens Stammverein ist der TSV Urdenbach, wo er schon als Bambini gekickt hat und bis hinauf zur A-Jugend in der Innenverteidigung auf dem Platz stand. Sein Freund Sven Grolik hat für den Perspektivwechsel gesorgt. "Sven hatte sich entschlossen, Schiedsrichter zu werden, und mich zu einem Lehrgang mitgenommen." Bereut hat Menden seine Entscheidung bislang nicht. Laufstärke, eine ruhige Ausstrahlung und aufmerksame Zweikampfbeurteilung gehören zu seinen Vorzügen als Unparteiischer. Seine Körpergröße von 1,93 Meter verhilft ihm zusätzlich zu Respekt. "Man darf sich von hochkochenden Emotionen nicht anstecken lassen", verrät er. Auch außerhalb des Fußballplatzes gilt Menden als besonnener Typ.

Sein Aufstieg in die Oberliga kam überraschend. In der Meisterschaftshinrunde 2015/16 oblag ihm die Spielleitung bereits in Landesligabegegnungen "unter Beobachtung", wie es im Schiedsrichterjargon heißt. Sprich: Beobachtete Unparteiische erhalten von Schiedsrichter-Beobachtern Tipps und Bewertungen. Die Leistungen des Benrathers überzeugten den Verband. "Jetzt pfeife ich Oberligaspiele", freut sich Menden. Und fügt mit realistischem Blick hinzu: "Als Spieler hätte ich diese Klasse sicher nicht erreicht."

Die Ausbildung zum Schiedsrichter - vom U19-Kader bis hin zum Perspektivkader hat Menden alle Lehrgänge erfolgreich absolviert - habe ihn in seiner persönlichen Entwicklung weit vorangebracht, bekennt Menden. "Ich kann den Schiedsrichterjob jedem Fußballer nur empfehlen", betont Menden und verweist auf den großen Zusammenhalt in der Schiedsrichtergemeinschaft. Bei Fahrten und Turnieren bildeten sich leicht Freundschaften. Lediglich ein einziges Mal musste er als Unparteiischer eine kritische Situation überstehen. Drei Feldverweise gab es in einer Partie und einen Polizeieinsatz nach dem Schlusspfiff. Menden: "Da hatte ich schon ein mulmiges Gefühl."

Quelle: RP
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