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Urdenbach
Brot backen wie zur Zeit der alten Römer im Haus Bürgel

Urdenbach: Brot backen wie zur Zeit der alten Römer im Haus Bürgel
"In einem römischen Ofen wird es bis zu 200 Grad Celsius heiß", erklärt Harry Scheid (l.) den Kindern. FOTO: Ralph Matzerath
Urdenbach. Anhand praktischer Erfahrungen konnten die Teilnehmer des Osterferienprogramms das Leben der Antike besser kennengelernen. Von Jonas Einck

Es riecht nach frisch Gebackenem, außerdem noch nach Oregano und Thymian. Jan (9) und Moritz (7) haben das erste Mal selbst gebacken, und sind sehr zufrieden damit. Sie haben nach antiker Art Brot mit Kräutern in einem nachgebauten römischen Ofen gebacken. "Es schmeckt ein bisschen anders als normales Brot, wegen der Kräuter", sagt Jan. Die Brüder nehmen zusammen mit ihrem Cousin Felix (7) am Ferienprogramm in Haus Bürgel teil.

Auf dem Programm steht "Brot backen wie die Römer". Organisatorin Barbara Löffler sagt: "Die Kinder sollen etwas haben, was sie mit nach Hause nehmen können." Für sie ist es wichtig, dass gerade die jüngeren Kinder mit solchen Themen aufwachsen, und dadurch schon früh über dieses Wissen verfügen. Sie koordiniert die Aktionen für Kinder und Jugendliche in Haus Bürgel. Die 22 Teilnehmer, zwischen sechs und zwölf Jahren, erfahren auf praktische Weise, wie die Römer vor 2000 Jahren Brot buken.

Die Kinder dürfen außerdem unbearbeitete Getreidekörner probieren. Danach sehen sie, wie die Körner in der nachgebauten Mühle in Haus Bürgel gemahlen werden. Natürlich dürfen sie selbst auch mal die Mühle drehen. "Eine mühselige Arbeit, die früher hauptsächlich die Sklaven verrichteten", erklärt Bruno Benzrath, stellvertretender Vorsitzender der Interessengemeinschaft Urdenbacher Kämpe-Haus Bürgel. Seit mehr als sechs Jahren veranstaltet die Interessengemeinschaft in der Oster- und in den Herbstferien Programme für Kinder.

Bevor die Brote gebacken werden, müssen die Kinder den Teig erst noch kneten und mit den Kräutern vermischen. Während der Backzeit führt Bruno Benzrath die Kinder durch das römische Museum und erklärt ihnen verschiedene Ausstellungsstücke, wie zum Beispiel das Miniaturmodell des Kastells. "Haus Bürgel ist eines der besterhaltensten Kastelle, da es nicht, wie andere Römerbauten, im Laufe der Geschichte überbaut wurde", sagt er. Nachdem die Brote in dem nachgebauten römischen Ofen fertig sind, verzehren die Teilnehmer die Laibe. Die meisten von ihnen bestreichen das Brot mit dem römischen Käseaufstrich "Moretum". "In einem römischen Ofen wird es bis zu 200 Grad Celsius heiß", erklärt Harry Scheid, von der Interessengemeinschaft. Er spricht von "angewandter Archäologie".

Den Teilnehmern macht es sichtlich Spaß. Die beiden Brüder sagen: "Das Tollste war das Brotbacken." Cousin Felix findet es am Besten, so viel Neues über das Leben der alten Römer gelernt zu haben. Die Drei wollen gerne wiederkommen. Und sie wollen ihre neu gewonnenen Backerfahrungen zuhause umsetzen, allerdings dann in einem richtigen Ofen.

Quelle: RP
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