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Urdenbach
Den Nerv der Zuhörer getroffen

Urdenbach: Den Nerv der Zuhörer getroffen
Anke Zohm hat eine Sehnsucht nach einer besseren Welt und drückt dieses auch gerne in ihren Liedern aus. FOTO: Anne Orthen
Urdenbach. Die Urdenbacher Liedermacherin Anke Zohm begeistert bei einem Konzert in der Herz-Jesu-Kirche. Von Bernd Schuknecht

Sie sei überwältigt von der großen Publikumsresonanz, freut sich erkennbar bewegt Anke Zohm. Unter dem Titel "In der Stille des Augenblicks" - so lautet auch der Titel eines Liedes auf ihrer aktuellen CD "Ein kleines Lächeln" - gab die Urdenbacher Sängerin und Musikerin mit Pianist Jens Berens ein Konzert, bei dem in der katholischen Pfarrkirche Herz Jesu in Urdenbach am Sonntagnachmittag knapp 100 Zuhörer immer wieder begeisterten Applaus spendeten.

Eine Kirche ist fraglos der Ort für persönliche Bekenntnisse, und so hielt es auch Anke Zohm, die mit dem Lied "Musik ist die Sprache der Welt" zu Konzertbeginn die Bedeutung von Musik im Allgemeinen, und darin mit den Worten "Musik ist ein Teil von mir", deren besondere Bedeutung für sie ganz persönlich beschrieb. Ähnliche Worte beschwören zwar ständig viele Musiker, doch bei Anke Zohm ist das Aufgehen in der Musik mit einer ganzen Lebensgeschichte, dem Suchen nach neuen Aufgaben und Zielen, verbunden.

Diese Lebensgeschichte erfährt mit jedem weiteren Lied als Puzzlestein deutlichere Konturen. Das Lied "Learn to live your Dreams", zurückgehend auf den Rat ihrer Oma, beschreibt eine wichtige Weichenstellung in ihrem Leben. Neben den leicht selbst-therapeutisch angehauchten Untertönen klingt aber meist auch eine starke Sehnsucht nach einer besseren Welt, die sie mit ihren musikalischen Möglichkeiten mitgestalten will, heraus. In dieser Welt sollte es mehr Verständnis unter den Menschen im Alltäglichen ("Ein kleines Lächeln"), mehr Zeit zur Selbstreflexion ("In der Stille des Augenblicks"), Vertrauen in Freundschaften ("Freunde") oder Frieden ("Seeds of Love and Peace") geben. Mit ihrer musikalischen Affinität zu Folk, Blues und Gospel bietet die Liedermacherin reichlich stilistische Abwechslung. Herausragend ist jedoch ihre persönliche Authentizität, die quasi als inhaltliches Vorzeichen stets "mitgehört" werden muss, und die bewirkt, dass ihre Lieder mitunter in tiefere Bewusstseinsschichten vordringen als durchschnittliches Gedudel aus dem Radio.

Mit der schwierigen Sound-Situation einer halligen Kirche kommt Anke Zohm gut zurecht. Sie widersteht der Versuchung eines höheren Lautstärkepegels und somit der Gefahr eines diffusen Soundbreis im hinteren Teil der Kirche, und zwingt das Publikum stattdessen zu ruhigem, konzentrierten Zuhören. Mit ihrer entspannten Singstimme, die insbesondere in den tieferen Lagen überzeugt, lässt sie jeden Ton und jeden Gitarrenakkord ausklingen und eröffnet Jens Berens die Möglichkeit zu lockeren Pianoeinsprengseln, die wie fluffiger Eischnee im Kuchenteig die musikalische Atmosphäre zusätzlich auflockern.

Den großen Schlussapplaus müssen sich Anke Zohm und Jens Berens allerdings mit einer dritten Mitwirkenden teilen. Die fünfjährige Fiona, Anke Zohms Enkelin, hat bei "Gemeinsam" nämlich kräftig miteingestimmt.

Quelle: RP
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