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Urdenbach/Monheim
Die alten Römer und der Denkmalschutz

Urdenbach/Monheim. Beim Tag des offenen Denkmals am 11. September wird das Römerlager "Classis Augusta Germanica" am Haus Bürgel wieder die Hauptattraktion sein. Zudem öffnet am selben Tag das Benrather Heimatarchiv wieder. Von Thomas Gutmann und Beate Gostincar-Walther

Ein Baudenkmal zu erhalten ist zunächst einmal Pflicht des Eigentümers, aber er kann dabei auf Unterstützung zählen, etwa durch die steuerliche Absetzbarkeit von Investitionen. Besser als im Einzelkampf funktioniert es unter der Devise "Gemeinsam Denkmale erhalten" - dem Motto des Tags des offenen Denkmals 2016. Der deutschlandweite Aktionstag ist zwar erst am 11. September, doch die teilnehmenden Sehenswürdigkeiten stehen zwei Wochen vor Anmeldeschluss annähernd fest. Darunter auch Haus Bürgel.

Rund um das ehemalige Römerkastell sorgen gleich drei Seiten für Leben: Die Interessengemeinschaft (IG) mit ihrem Römischen Museum, die Biologische Station und die Kaltblutpferdezucht Reuter. "Zum Teil sind unsere Aktivitäten unmittelbar verzahnt, so etwa beim historischen Nutzgarten", erklärt der IG-Vorsitzende Manfred Klein. Auch in den Denkmalstag bringen sich seit Jahren alle drei Abteilungen ein. Hauptattraktion wird wieder das Römerlager der "Classis Augusta Germanica" sein.

Dort präsentieren sich die Soldaten in schimmernder Rüstung, auf der anderen Seite Frauen in wallenden Gewändern. In Haus Bürgel, laut Zeugnissen aus dem 4. Jahrhundert nach Christus einst ein römisches Kastell, ist die römischen Flotte zu Gast. Mal mit großem Lager, mal zum Anfassen, aber immer mit authentischen Rüstungen, Waffen und Gewändern. Krieger zum Anfassen. Und wenn die Besucher Hintergründe und Details wissen, zeigen sich die Darsteller auch historisch gut gerüstet.

Das Kurzschwert - Gladius - in der Scheide an der rechten Hüfte, ein imposantes Kettenhemd, an beiden Handgelenken Armreifen, sieht Peter Urbaniak ohnehin imposant aus. Sein Kopfschmuck setzt dem Ganzen die Krone - treffender gesagt das "Fell" auf. Auf dem Helm trägt er das Fell eines Kojoten: Kopf und Maul nach vorne gerichtet, Vorderpfoten in einer vornehmen Schnalle. "Das war zur Abschreckung der Feinde, denn der Fahnen- oder Adlerträger ging in der Legion vorweg. Je wilder das Tier aussah, desto besser", erklärt er einstige Landesbeamte verschmitzt.

Jürgen Hübscher steht vor einer sogenannten Manubalista, einem Pfeilabschussgerät. "Ich habe das selbst gebaut, mir macht sowas Spaß", sagt der Dachdecker. Es habe eine historische Vorlage gegeben, aber nur für einen Teil des Gerätes, Jedenfalls sieht die armbrustähnliche Waffe gefährlich aus. Stolze acht Kilogramm muss der "Bauherr" beim Abschuss in die richtige Lage bringen, das ist kein Pappenstiel.

Warum Legionäre ihre Waffen rechts am Körper getragen haben, der Heerfrüher hingegen links, weshalb Delphine einen Schild zieren, woher die Ärzte im alten Rom stammten, ob es stimmt, dass Augustus einen Wellness-Arzt hatte - die Männer werden, alle Fragen können sie beantworten.

Zum Tag des offenen Denkmals öffnet an der Benrodestraße in Benrath auch wieder traditionsgemäß das Heimatarchiv.

Quelle: RP
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