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Urdenbach
Es geht auch ohne großen Festzug

Urdenbach: Es geht auch ohne großen Festzug
Das Blotschenkönigspaar des Erntedankfes, das Gastronomen-Paar der Gaststätte "Extratour" Sandra Roth-Reuter und Udo Roth. hat sich bereit erklärt, das Fest unter anderem in ihren Räumlichkeiten stattfinden zu lassen. FOTO: ABVU
Urdenbach. Die Aktiven des Urdenbacher Schützenvereins schlagen dieses Jahr einen neuen Weg ein. Anstelle des traditionellen großen Festzugs feiern sie nun ein Dorffest. Von Silja Thoms

Die Enttäuschung für die Urdenbacher Schützen war groß, als der traditionelle große Festzug für sie abgesagt wurde. "Die Entscheidung tat weh", berichtet Jörg Haack, Vorsitzender des Bürgerschützenvereins Düsseldorf-Urdenbach. Mangelndes Interesse der Bevölkerung und ein hoher Kostenaufwand seien die Gründe für die Absage gewesen.

"Wir haben schon sehr an diesem Zug gehangen", sagt Haack. Aber letztendlich sei der Festzug keine "Selbstbespaßung", sondern solle für die Gemeinschaft sein. Da in den vergangenen Jahren ein drastischer Rückgang an Besuchern beim Zug zu verzeichnen war, entschieden sich die Schützen bereits im Februar schweren Herzens gegen die Veranstaltung. Anstelle dessen hat der Verein beschlossen am Sonntag, dem 9. Juli, ab 14.30, ein Dorffest zu veranstalten. In Kooperation mit der Gaststätte "Extratour zum Alten Rhein", Drängenburgstraße 4 bis 6, findet zum ersten Mal eine solche Veranstaltung statt.

. Die Leute kommen eher zu den Mega-Events", erklärt der Vorsitzende. Zudem sei der Rückgang der Besucherzahlen nicht nur beim Urdenbacher Schützenfest zu sehen, sondern könne bei Vereinen in ganz Düsseldorf und auch in der Umgebung beobachtet werden.

Für den Festzug wurde in den vergangenen Jahren etwa 6000 Euro aufgebracht. Dies lohne sich aber nicht, wenn nur 100 bis 150 Menschen überhaupt zum Zug kommen. "Wir müssen das eben pragmatisch sehen", sagt Haack. Deshalb freuen sich die Schützen nun, dass das Gastronomen-Paar der Gaststätte "Extratour zum Alten Rhein" Sandra Roth-Reuter und Udo Roth sich bereit erklärt hat, das Fest unter anderem in ihren Räumlichkeiten stattfinden zu lassen. "Wir wollen dem Schützenverein natürlich helfen, dass wieder mehr Menschen zu den Festtagen kommen", sagt die Gastronomin Sandra Roth-Reuter. Sie sind dem Brauchtum verbunden; ist es doch das amtierende Blotschenkönigspaar des Erntedank-Fests.

"Natürlich habe ich versucht, viel für den Verein zu tun und für das Dorffest zu werben",berichtet Sandra Roth-Reuter. "Es ist schade, wenn das Brauchtum ausstirbt", sagt sie und fügt hinzu: "Denn besonders für die kleineren Ortschaften sind die Vereine und Festtage wichtig".

Mit dem Dorffest wagen die Schützen einen Versuch. Es ist das erste Mal, dass sie eine solche Veranstaltung in Kooperation mit der Gaststätte feiern. Damit wird das Fest zum größten Teil auf ihrem eigenen Grund und Boden stattfinden. Zur Verfügung steht ein etwa 200 Quadratmeter großes Festzelt. Zusätzlich gibt es noch den Biergarten und die Gaststätte. Platz für genügend Besucher ist also vorhanden.

"Wir hoffen, dass beim Dorffest viele Menschen kommen und sich wieder mehr Interesse für die Rituale entwickelt", sagt Haack. Für den Tag sind viele Spiele und Aktionen für Kinder geplant, um auch Familien zur Veranstaltung zu locken. Eine Vorstellung der Ehrengäste, wie den Schützenkönigspaaren aus dem Umfeld, und der "Ortsprominenz" aus Kirche, Politik und Verwaltung darf ebenfalls nicht fehlen. Die musikalische Begleitung übernimmt Filius Flemming. Sonst gehe es darum, dass die Besucher einfach ein schönes Fest haben. Da sind sich Haack und Roth-Reuter einig. "Wir wollen, dass die Besucher sich wohlfühlen" sagt Roth-Reuter. Sie als Blotschenkönigin versuche dabei, den Schützenverein so gut wie möglich zu unterstützen.

Vielleicht könne man so das Brauchtum wieder stärken. Solle das Dorffest erfolgreich werden, werden die Verantwortlichen diese Möglichkeit auch für das nächste Jahr in Betracht ziehen. Sicher sei das jedoch noch nicht.

Quelle: RP
 
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