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Urdenbach
Gemeinde kauft altes Haus gleich neben der Kirche

Urdenbach. Nach der Sanierung soll in dem alten Fachwerkhaus das Gemeindeleben stattfinden. Von Beate Gostincar-Walther

Wenn das mal keine Weihnachtsüberraschung war! Kurz vor dem Fest verschickte Hans Thul, stellvertretender Kirchbaumeister der evangelischen Gemeinde in Urdenbach, per E-Mail ein symbolisches Geschenk an alle Verantwortlichen, die an der Entscheidung für den Hauskauf beteiligt waren: Ein Foto des Fachwerkhauses Urdenbacher Dorfstraße 13 verziert mit einer großen roten Schleife. Die Kirchengemeinde ist jetzt nämlich offiziell Eigentümer des verwunschenen Fachwerkhauses, das sich rechts von der Kirche zur Jägerei hin an das renovierte Eckhaus anlehnt.

Bis zuletzt war das etwas vernachlässigte Gemäuer im Familienbesitz; im Juni stand der Verkauf an, und die Maklerin hatte eine Eingebung. "Sie rief mich an und fragte: 'Wäre das nichts für Euch'," erzählt Pfarrer Matthias Köhler. Für eine Kaufentscheidung habe er allerdings nur zwei Tage Zeit. Etwas länger dauerte die formale Abwicklung dann schon; das Presbyterium signalisierte jedoch schnell und deutlich: "Ja, wir wollen das". "Uns war klar: Das ist eine historische Chance, die wir wahrnehmen müssen. Das Grundstück grenzt direkt an unsere Kirche, und das Haus wurde wohl kurz nach der Kirche gebaut", erzählt Hans Thul begeistert. Der Kaufvertrag stand bereits Mitte September, einschließlich der Überwindung aller bürokratischen Hürden war kurz vor Weihnachten alles unter Dach und Fach. Schließlich galt es nicht nur die Zustimmung des Presbyteriums einzuholen, auch die Gesamtkirchengemeinde Düsseldorf-Süd und der Kirchenkreis mussten an der Entscheidung beteiligt werden. "Das ist beim Bau sowie bei Kauf und Verkauf von Immobilien notwendig, weil es für unsere Entwicklung wichtig ist, ein gemeinsames Konzept zu haben", erklärt Thul.

Rund 100 Quadratmeter Fläche hat das Haus; es hat mehrere Zimmern, das gesamte Grundstück ist rund 400 Quadratmeter groß. Es verläuft parallel zur Kirche bis hin zur ehemaligen "Leichengasse". "So hieß die schmale Gasse beim hinteren Ausgang der Kirche früher", weiß Matthias Köhler. "In der Bauakte fanden sich keine historischen Hintergründe und auch keine Pläne, deshalb musste erst einmal ein Architekt alles vermessen", sagt Hans Thul. "Die einstigen Bauherren waren sicher keine armen Leute", vermutet Hans Thul, der früher als Bauingenieur tätig war. Weil das Dach einmal neu gedeckt wurde, sei das "Innenleben" des Gebäudes einigermaßen erhalten. "Ich war neugierig, und fand es toll", meint Matthias Köhler zu seiner ersten Besichtigungsrunde. Dann seien bei ihm Sorgenfalten entstanden, wegen der reichlichen Arbeit, die nun bevorstehe. Die Freude überwiegt jedoch, weil sich mit dem betagten Fachwerkhaus neue Möglichkeiten eröffnen.

Die Nutzung des jetzigen Gemeindehauses an der Angerstraße sei wegen der baulichen Eigenheiten für ältere Menschen und Gehbehinderte eine Tortur, weiß Hans Thul aus eigener Erfahrung. "Es wurde um 1913 gebaut. Da es damals noch keinen Deich gab, ist das erste Geschoss sehr hoch gebaut", erklärt Hans Thul. Wer hinein will, muss erst einmal neun Stufen überwinden.

Das Betreten des neuen Gemeindehauses wird mit dem Kauf und nach der Sanierung des Neuerwerbs anders. "Wir haben direkt neben der Kirche ein Haus mit einem ebenerdigen Zugang", freut sich der Presbyter. Dieses künftige einfach nur rübergehen sei für die Kommunikation und die Treffen nach dem Gottesdienst ein Gewinn.

Wie das Innenleben des Hauses sich nach der Sanierung präsentieren wird, und wann die ersten Spuren der Bauarbeiten zu sehen sind, das wissen die beiden noch nicht. Für's Erste sind Ideen der Gemeindemitglieder gefragt. Anschließend gilt es noch jede Menge Formalitäten abzuarbeiten, natürlich einschließlich des Denkmalschutzes, bis es in die Hände der Handwerker kommt. Aber "Ich habe keine Angst vor alten Häusern", sagt Hans Thul zuversichtlich und das, so fährt er fort, schließe auch den Kirchbaumeister der Gemeinde, Martin Busse, ein.

Quelle: RP
 
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