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Urdenbach
Hunde an die Leinen: Kritik am Ordnungsamt

Urdenbach. Leserforum: Leser berichten über ihre Erfahrungen in der Kämpe - mit und ohne Hund. Die Diskussion ist kontrovers.

Über E-Mail und im Netz haben in den vergangenen Tagen viele Leser ihre Meinung zum Thema Anleinpflicht im Naturschutzgebiet geschrieben. Viele Kommentare in den Zuschriften drehen sich um den OSD. Dem Ordnungsdienst wird vorgeworfen, er käme nur in die Urdenbacher Kämpe, um Verwarnungen zu schreiben und um Geld zu kassieren.

"Hunde gehören grundsätzlich an die Leine. Nicht nur in Naturschutzgebieten" schreibt ein User.

Und ein anderer ergänzt: "Wer sich mit seinem Hund nicht an geltende und bekannte Gesetze halten will und herummeckert, ist meines Erachtens nicht geeignet, die Verantwortung für ein Tier zu übernehmen."

Hundefreunde sind dagegen ganz anderer Meinung, und sie schimpfen immer wieder gegen die Mitarbeiter des Ordnungsamtes, wie dieser: "Hunde, die nur kontrolliert an der Leine laufen, werden verhaltensgestört und leiden darunter. Es ist schon schlimm geworden in Düsseldorf: Ordnungsämter als Geldeintreiber für die Stadt."

Ein anderer User ist der Meinung: "Wenn die Hunde hören, nicht jagen und auch niemanden belästigen, dann können diese ruhig unangeleint herumlaufen." Seines Erachtens ist es unvorstellbar, dass die Mitarbeiter des Ordnungsamtes mit ihren Autos in das Naturschutzgebiet fahren. "Ihre Kontrollgänge können sie auch zu Fuß machen", schreibt er weiter.

Dagegen spricht User Francois Comparat: "Endlich tut eine Behörde ihre Arbeit gegen Hundebesitzer, die meistens unbelehrbar sind... Die Tiere sind "arme Hunde". Das Beste wäre, Hundehaltung zu begrenzen, wie in Tokio."

Ein Appell für die Hundebesitzer kommt von Marlies Lambertz, die froh über Naturschutzgebiete ist, die auch erhalten bleiben sollen. "Kann man denn nicht wie früher auch mal mit dem Fahrrad anstatt mit dem Auto durch das Naturschutzgebiet fahren?", fragt sie.

"Ich finde es unmöglich, wenn man mit dem Auto Hundebesitzer beziehungsweise Hunde jagen muss. Wo sollen die Hunde denn hin? Für die vielen Steuern, die jeder Hundehalter bezahlen muss, kann man schöne Fahrradwege bauen. Hunde und Hundebesitzer sollen am besten unsichtbar sein." Jogger und Radfahrer hätten Geschwindigkeiten auf den Gehwegen, die für Kinder, Hunde und Hundebesitzer bedrohlich seien.

Marlies Lambertz per E- Mail

"Dass die Polizei, Rettungswagen Ärzte und Feuerwehr in die Kämpen fahren, ist in Ordnung. Was hat der OSD mit dem Wagen in den Kämpen zu suchen? Es gibt keinen Grund dafür. Das Gleiche gilt für öffentliche Parkanlagen."

Hans-Joachim Krüger per E-Mail

"Der Anleinpflicht von Hunden in der Urdenbacher Kämpe stimme ich uneingeschränkt zu. Auf den Wegen, die von Spaziergängern, Joggern und Radfahrern gleichermaßen genutzt werden, dient das auch dem Schutz der Hunde.

Überhaupt kein Verständnis habe ich für die "Patrouillenfahrten" des OSD im Naturschutz- oder Landschaftsschutzgebiet. Dem Bürger drängt sich da schon der Eindruck auf, dass OSD-Mitarbeiter sich Einsatzorte aussuchen können, an denen sie möglichst wenig Arbeit erwartet."

Eva Kreutzer per E-Mail

Hundebesitzer Peter Bormannd ist verwarnt worden und hat kein Verständnis für die Arbeit der OSD-Mitarbeiter:

"Auch wir gehören zu den Auserwählten, die in Höhe des Bolzplatzes "erwischt" wurden. Wir zeigten keinerlei Unrechtsgefühl so nah an der Straße. Uns erwartet nun eine unverhältnismäßige Strafe von 100 Euro plus Verwaltungsgebühr. Die hohe Strafe ist der Grund für den Einsatz von Fahrzeugen im Naturschutzgebiet. Hier kann man wesentlich effizienter Hundebesitzer angehen, als falsch parkende Autos für 20 Euro aufzuschreiben. Auch uns gegenüber wurde der Umweltaspekt vorgeschoben - wegen brütender Vögel (jetzt im Januar). Ich glaube, dass der Einsatz von Fahrzeugen das Brutgeschäft mehr stört, die Herren könnten auch mit dem Fahrrad fahren und dabei ähnliche hohe Strafen erzielen...denn das ist doch der Grund, oder?"

Peter Bormannd per E-Mail

"Die Hundebesitzerin ist schon äußerst einfältig, wenn sie hier Äpfel (das Ordnungsamt) mit Birnen (sie und ihr Hund) vergleicht. Sie hat nicht begriffen, dass das Ordungsamt seine Pflichten im Naturschutzgebiet wahrnimmt, um eben sie z.B. wegen Nichtanleines ihres Hundes zur Rede zu stellen oder um Kontrollgänge durchzuführen. Das ist mehr als opportun.

Wie die Aufgaben wahrgenommen werden - mit dem Auto, dem Fahrrad oder Ähnlichem - spielt dabei eine untergeordnete Rolle. Es geht ums Prinzip und den Schutz der Bürger und der Natur in einem dafür ausgewiesenen Gebiet.

Sie dagegen verbringt dort ihre Freizeit, hat also keine Pflichten außer dem Anleinen und wundert sich dann, dass sie bei Nichtbeachtung

nun auch noch durch Ordnungshüter in einem Pkw, auf ihr Fehlverhalten hingewiesen wird. Schon paradox."

Ludwig Schönfuß per E-Mail

"Lange haben wir uns in Urdenbach, Garath und Hellerhof daran gewöhnt, dass die Hundebesitzer wohl zu den meist überwachten Bürger gehören. Dazu jetzt einige Anmerkungen:

Autos bleiben auf den Wegen: Hier sollte sich Frau Wiebrock einmal über den momentanen Zustand der Wege schlau machen. Wer hat eigentlich Vorfahrt auf den Wegen? Wer muss ausweichen, da die Wege nicht breit genug sind?

Gefahr für Jogger: Auch angeleinte Hunde können beißen. Vielleicht sollte die Joggerin bei einer größeren Gruppe von Hunden ihren Schritt einfach verlangsamen. Verantwortliche Hundebesitzer sollten bei Kontakt mit Kindern und Joggern ihre Hunde bei Fuß halten.

Bodenbrüter: Selbstverständlich sollten zu Brutzeiten die Wege auch von Hunden nicht verlassen werden. Was ist aber außerhalb dieser Zeiten? Die Leinenpflicht könnte aufgehoben werden.

Den Hasen muss man beibringen, das Naturschutzgebiet nicht zu verlassen. Immer werden wir Hundebesitzers angefeindet. Was ist mit den Fahrradfahretn, die keine Rücksicht auf Fußgänger nehmen?"

A. Richarz per E-Mail

(wa.)
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