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Urdenbach
Mehr Sicherheit am Steuer mit ein paar kleinen Handgriffen

Urdenbach. Die Polizei schulte gestern Nachmittag autofahrende Senioren vor dem evangelischen Gemeindezentrum in Urdenbach. Von Andrea Röhrig und Silja Thoms

Edward van den Pool sitzt in seinem Auto und hört Joachim Tabath, der neben dem offenen Seitenfenster steht, aufmerksam zu. Denn die Tipps des Polizeihauptkommissars können im Notfall das Leben des 88-Jährigen retten. "Zwischen Lenkrad und Brust sollten 30 Zentimeter Platz sein. Nicht mehr, aber auch nicht weniger, damit bei einem Unfall der Airbag auch seinen Job machen und vernünftig auslösen kann", erklärt ihm der Verkehrssicherheitsberater der Polizei.

Tabath und seine Kollegin, Polizeioberkommissarin Janett Louis, haben gestern in Kooperation mit dem Seniorenrat eine Sicherheitsberatung für ältere Autofahrer in Urdenbach angeboten. Genauer gesagt vor dem Gemeindehaus der evangelischen Kirche an der Angerstraße. Dort gibt es ausreichend Platz, damit die Senioren mit ihrem Fahrzeug vorfahren können. Von 10 bis 15 Uhr beraten dort die beiden Polizisten Senioren unter dem Motto "Sicherheit ist Einstellungssache".

Rund 45 Minuten nimmt sich Tabath Zeit für Edward van den Pool, der immer noch Auto fährt. Wie auch seine Ehefrau Doro van den Pool (77). Sie wurde zuvor von Janett Louis beraten, die der Seniorin ein gutes Zeugnis ausstellte: "Sie hatte eigentlich alles im Auto schon sehr gut auf sich eingestellt." Unter anderem geht es darum, die Rückspiegel so zu positionieren, dass nirgends ein toter Winkel entsteht oder dass der Sicherheitsgurt auch am Körper sitzt, damit er bei einem Aufprall sofort seine Wirkung erzielen kann. Oder auch wie man im Notfall eine Vollbremsung durchführt. Doro van den Pool: "Mein erster Versuch war eher zaghaft."

Sicherheit soll groß geschrieben werden, sowohl für den jeweiligen Fahrer, als auch für die anderen Verkehrsteilnehmer. Vor allem das Fahren langer Strecken werde im Alter etwas beschwerlich, erzählt Doro van den Pool. Wenn das Paar nach Bayern fährt, dann nur noch mit einer Zwischenübernachtung. Nach Holland, wo mehrere Töchter leben, geht es aber immer noch in einem Rutsch: "Das sind so etwa 250 Kilometer. Das geht aber immer noch gut."

Die Teilnahme an einer solchen Veranstaltung würde die 77-Jährige jedem empfehlen. Und so überlegt auch Ursula Müller, Presbyterin in der evangelischen Gemeinde, ob man solch eine Veranstaltung nicht bald wiederholen sollte, auch wenn sie selbst passionierte Radfahrerin ist. Im vergangenen November hatten sie und Verkehrssicherheitsberater Joachim Tabath die Idee zu dem Training vor dem Gemeindezentrum. Das Zentrum plus der Diakonie in Benrath stieg sofort in die Überlegungen mit ein und organisierte die gestrige Veranstaltung.

Die Polizei führt in Düsseldorf solche Sicherheitsveranstaltungen für Senioren seit dem vergangenen Jahr durch. Damit will sie helfen, dass Menschen auch im höheren Alter noch sicher am Straßenverkehr teilnehmen können. Manchmal braucht es dafür nur ein paar kleine Tipps, die Leben retten können, sowohl das des Fahrers als auch das der anderen Verkehrsteilnehmer.

Quelle: RP
 
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