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Urdenbach
Seltener Besuch aus Australien

Urdenbach. Tierpflegerin Christina Speckkamp (34) wanderte vor acht Jahren auf den Fünften Kontinent aus und arbeitet dort in einem Zoo. Nach einer langen Zeit besuchte sie nun noch einmal ihre Familie in Urdenbach. Von Silja Thoms

Am liebsten kümmert sich die ausgebildete Tierpflegerin Christina Speckkamp im australischen Zoo um Nilpferde und Erdmännchen. "Nilpferde haben einen ziemlich starken Charakter, und Erdmännchen liebt einfach jeder", erzählt sie lachend. Die gebürtige Urdenbacherin, die seit acht Jahren in Australien lebt, verschlägt es nun nach viereinhalb Jahren für einen Besuch bei der Familie zurück in die Heimat.

Der weit entfernte Kontinent ließ sie nach ihrer Work&Travel-Reise nach dem Abitur nie ganz los. "Ich konnte mir schon früher vorstellen, dort zu leben", erzählt die 34-Jährige. Ihre Tierliebe war bereits damals vorhanden und stark ausgeprägt. "Mir war immer klar, dass ich beruflich etwas mit Tieren machen wollte", erzählt sie.

Einen fünftägiggen Farmkursus habe sie damals während ihrer Reise auch gemacht. "Wir sind geritten, haben gelernt, ein paar Kühe hin und her zu treiben und Traktor zu fahren," erinnert sie sich schmunzelnd.

In der Zeit, die sie nach ihrem Work&Travel-Aufenthalt in Deutschland verbrachte, absolvierte sie ihre Ausbildung als Tierpflegerin im berühmten Hamburger Zoo, im Tierpark Hagenbeck. Der Liebe wegen entschloss sie sich nach dem Ende der Ausbildung vor acht Jahren, nach Australien zurückzukehren. Seitdem habe sie dort in verschiedenen kleinen Ortschaften gelebt, berichtet sie. Hängen geblieben ist sie nun in der kleinen Stadt Gordon im südlich gelegenen australischen Bundesstaat Victoria.

Nach ihrer dreijährigen Ausbildung zur Tierpflegerin im Zoo Hagenbeck hatte sie die nötige Qualifizierung, um auch in einem australischen Zoo arbeiten zu können. Neben Nilpferden und Erdmännchen kümmert sie sich noch um viele andere Tiere, wie Gorillas und Löwen, aber nicht um Kängurus.

Die Pflege der Gorillas nehme momentan besonders viel Zeit in Anspruch, erzählt die tierliebe gebürtige Urdenbacherin. Dabei gehe es nicht nur um die normale Pflege. "Ein spezielles Training gehört auch zum Umgang mit den Tieren", berichtet die Tierpflegerin. "Wir trainieren die Tiere so, dass wir sie zu uns rufen und sie freiwillig zum Menschen kommen. So können wir sie mit dem Stethoskop abhören, den Blutdruck messen oder Blut abnehmen". Früher habe man die Affen teilweise in Narkose setzen müssen, um sie besonders auf Herzprobleme zu untersuchen.

In einem so weit entfernten Land fehle ihr ihre Heimat schon ab und zu. "Natürlich vermisse ich meine Familie und meine Freunde", sagt sie, "aber in Australien wurde ich so herzlich aufgenommen, dass ich mich dort sehr wohlfühle". Es sei das Gewohnte, was manchmal fehle. In Australien kenne sie sich aber mittlerweile auch gut aus. "Meine Mutter hat bei einem ihrer letzten Besuche über die Landschaft sogar gesagt, das könne jetzt auch in Bayern sein", erzählt sie lachend. So sehe sie das nicht unbedingt. "Dazu müsste man sich die vielen Eukalyptusbäume wegdenken", meint sie.

Die giftigen Tiere in Australien machen ihr keine Angst. "Natürlich müssen Menschen mehr auf Kleinigkeiten achten. Kleidung sollte nicht auf dem Boden liegen gelassen werden, weil sich darin Spinnen verstecken könnten. Darauf achten, wo man hintritt, sollte man sowieso immer", erklärt Speckkamp. "Solche Tiere sind gefährlich, aber sie gehören trotzdem zum Öko-System". Nach all der Zeit sei Australien nun zu ihrer zweiten Heimat geworden. Den Urlaub in ihrer Heimat Urdenbach wollte sie sich dieses Jahr aber nicht nehmen lassen.

Quelle: RP
 
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