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Urdenbach
Start für Hochzeitswiese in der Kämpe

Urdenbach. Im Herbst wird es ein Pflanzfest von "Pro Düsseldorf" auf der fünften Hochzeitswiese, einer schon existierenden Streuobstwiese, geben. Im Oktober 2011 war die letzte Pflanzaktion in Hubbelrath. Den Brauch gibt es seit 2006 hier. Von Andrea Röhrig

Die Planungen für eine fünfte Hochzeitswiese existieren schon sehr lange. Denn allen Beteiligten war klar, dass nach der Pflanzaktion im Oktober 2011 auf der vierten Düsseldorfer Hochzeitswiese in Hubbelrath kein einziger Obstbaum mehr hinpassen würde. Der bei der Aktion federführende Verein Pro Düsseldorf und die Stadt suchten gemeinsam nach einer weiteren Fläche im Stadtgebiet. Denn der schöne Brauch, dass sich frisch getraute Eheleute einen Obstbaum pflanzen, dem sie beim Wachsen und Gedeihen zuschauen können, wurde bei den ersten vier zur Bepflanzung bereitstehenden Flächen stark nachgefragt. Im September 2013 gab auch die Politik Grünes Licht für die offizielle Suche nach einer geeigneten Wiese.

Das Gartenamt wurde in der Urdenbacher Kämpe fündig, genauer gesagt nahe dem Ortweg auf der Streuobstwiese, auf der jetzt schon alte Obstbäume stehen. Diesen Herbst soll es auf der Wiese, die teils der Stadt und teils der NRW-Stiftung gehört, nun endlich losgehen. Die vorbereitenden Maßnahmen wurden im vergangenen Jahr abgeschlossen. Zunächst sollte bereits im Herbst 2014 mit der Pflanzung neuer Hochzeits-Bäume begonnen werden. Doch da sich die Fläche in einem hochwasserschutzrelevanten Bereich befindet, musste auch noch das Okay der Bezirksregierung eingeholt werden. Das dauerte länger als gedacht.

Im Dezember 2014 hat Pro Düsseldorf vom Gartenamt einen Bepflanzungsplan erhalten, in dem die zu pflanzenden Sorten für das westliche Teilstück der Hochzeitswiese verzeichnet sind - dort haben erstmal 22 neue Obstbäume Platz.

Doch so viele werden es erstmal nicht, wenn bei einem Pflanzfest im Herbst zu Hacke und Spaten gegriffen wird. "Derzeit haben wir vier bis fünf Bäume finanziert", sagt Vereinsvorsitzender Ingo Lentz. Ein paar mehr dürfen es gerne werden, wirbt Lentz für die Aktion. Dafür muss es sich erstmal herumsprechen, dass es eine neue Hochzeitswiese gibt. Zudem hatten viele Brautpaare nach Pfingstorkan "Ela" mit seinen verheerenden Schäden im Baumbestand bei der Aktion "Bäume für Düsseldorf" gespendet.

Wann das Pflanzfest genau stattfindet, soll in den nächsten zwei, drei Wochen festgelegt werden, berichtet Ingo Lentz: "Wir peilen die zweite Hälfte September oder Oktober an."

Auch das Gartenamt hätte mehr Kapazitäten als das Einpflanzen von vier bis fünf Bäumen. Zwischen zehn und 20 wären kein Problem, sagt Silke Wiebrock, Sprecherin des Gartenamtes. Denn deren Mitarbeiter leisten die Vorarbeiten: Zuerst wird ein passender Standort gesucht, dort ein Loch gebuddelt, und das Bäumchen darin schon mal so fixiert, dass es gerade wachsen kann. Beim Pflanzfest legt das Brautpaar dann selbst letzte Hand an.

Doch selbst wenn es nicht mehr als eine Hand voll werden, wird beim Pflanzfest jede Menge Volk unterwegs sein. "Wir haben die Erfahrung gemacht, dass das Brautpaar zu dieser Aktion auch immer noch einen Teil der Hochzeitsgesellschaft einlädt", sagt Lentz.

Brautpaare können zwischen einem Apfel- und einem Birnbaum wählen. Mehrere Sorten stehen zur Auswahl. Sie tragen so wohlklingende Namen wie "Gute Luise", "Rote Sternrenette" oder "Frühe von Trevoux". Viele Informationen zu dem seit 2006 laufenden Projekt gibt es auf einem Flyer des Vereins Pro Düsseldorf, der auch im Internet abzurufen ist. Die erste Wiese entstand am Hexhof. Seitdem haben Hochzeitspaare schon 300 Bäume gepflanzt.

Der schöne alte Brauch ist nicht nur was für frische Vermählte. Ein gestern in der Kämpe spazierengehendes Ehepaar aus Leverkusen erzählte dem Fotografen, dass es im kommenden Jahr Goldhochzeit feiern werde und dann sein Eheversprechen noch einmal erneuern wolle. Und zu dieser Gelegenheit könnten sie sich gut vorstellen, einen Obstbaum auf dieser idyllisch gelegenen Hochzeitswiese zu pflanzen.

Quelle: RP
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