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Urdenbach
Urdenbacher auf der Suche nach Archivraum

Urdenbach. Der ABVU - größter Heimatverein im Düsseldorfer Süden - möchte das Haus an der Angerstraße nutzen. Die Stadt ist aber nicht mehr zuständig, sondern ab Juni die Städtische Wohnungsgesellschaft. Von Birgit Wanninger

Heimatvereine sammeln Unterlagen für die Nachwelt. Das macht die Heimatgemeinschaft Groß-Benrath seit Jahren erfolgreich. Ihr Archiv im alten Rathaus an der Benrodestraße ist bestens geführt. Mit dem pensionierten Geschichtslehrer Wolfgang D. Sauer hat die Heimatgemeinschaft einen Experten an der Hand. Und auch in Garath gibt es inzwischen beim SOS-Kinderdorf an der Matthias-Erzberger-Straße einen Raum, der als Archiv gedacht ist.

Ob in Benrath oder Garath - die Archivräume gelten auch als Treffpunkt für heimatkundliche Forscher, für Fragen aller Art und vieles mehr. Der Allgemeine Bürgerverein Urdenbach (ABVU) zählt mit seinen mehr als 1000 Mitgliedern zu den größten Heimatvereinen Düsseldorfs; im Süden ist er sogar der größte. Aber der Verein hat keine Räume, wo er sein Archiv, seine Unterlagen lagern kann.

Zum Bedauern von Arnold Sevenich, Vorsitzender des ABVU, hat sein Verein immer noch kein Archiv. Dabei liebäugelt der Vorstand schon seit längerem mit Räumen in der ehemaligen Schule an der Angerstraße. 5 "Dort könnte nicht nur das Archiv, sondern auch die Geschäftsstelle untergebracht werden. Das Gebäude, als Schule schon lange nicht mehr genutzt, war zuletzt unter anderem das Atelier des Künstlers Ghazi Al-Delaimi. Bis zu seinem Tod im April 2009 arbeitete er im Haus an der Angerstraße. Zwar wohnte seine Witwe noch einige Zeit dort; doch seit ein paar Jahren steht das städtische Gebäude leer. Lediglich im unteren Bereich ist die Kunstschule Krea untergebracht.

Schon vor gut zwei Jahren hat Sevenich mit dem Amt für Gebäudemanagement über diesen Vorschlag gesprochen. Aber es gab zunächst keine konkreten Ergebnisse, weil es einen Sachbearbeiter-Wechsel gab. Also sprach der Verein vor einem Jahr wieder vor. Es gab mit dem neuen Sachbearbeiter einen Ortstermin. "Es sah eigentlich alles ganz gut aus", sagt Sevenich. Es sei nur noch eine Frage des Preises gewesen. Sechs Euro pro Quadratmeter standen im Raum. "Das können wir aber nicht bezahlen", sagt der ABVU-Vorsitzende. Das wären bei rund 70 Quadratmetern Fläche 420 Euro im Monat, 5040 Euro im Jahr. "Bei einem solchen Preis bräuchten wir Sponsoren", meint er. Doch er versteht das Ganze als Sondernutzung. So stehe es auch in der neuen Satzung für Bürgerhäuser. Da liege der Miet-Preis zwischen 1,50 und drei Euro pro Quadratmeter. Also wesentlich preisgünstiger.

Als der ABVU jetzt daran dachte, erneut in Verhandlungen zu treten, hatte Oberbürgermeister Thomas Geisel allerdings diesen Teil der Verwaltung umorganisiert. Für die Angerstraße ist jetzt nicht mehr das Amt für Gebäudemanagement zuständig, sondern die Städtische Wohnungsgesellschaft Düsseldorf (SWD). Deren Vorsitzender Jürgen Heddergott kennt zwar inzwischen das Anliegen des ABVU, aber die offizielle Übergabe erfolgt erst im Juni. "So herrscht bei uns weiter Unklarheit", sagt Sevenich resigniert. Jetzt heiße es eben weiter warten.

Quelle: RP
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