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Urdenbach/Benrath
Urgestein tritt in der Gemeinde kürzer

Urdenbach/Benrath: Urgestein tritt in der Gemeinde kürzer
Klaus Thören hat sich 30 Jahre lang im Pfarrgemeinderat engagiert. Jetzt hat der 76-Jährige dieses Ehrenamt in jüngere Hände gegeben. FOTO: Anne Orthen
Urdenbach/Benrath. 30 Jahre gehörte der Urdenbacher Klaus Thören dem Pfarrgemeinderat an. Seiner Gemeinde bleibt er erhalten. Von Beate Gostincar-Walther

Drei Jahrzehnte für ein Ehrenamt zur Verfügung zu stehen - und das berufsbegleitend und parallel zu anderen freiwilligen Diensten -, das zeugt von starker Energie und Überzeugung. Der Katholik und Urdenbacher Klaus Thören (76) sagt aus Altersgründen aber jetzt "Adieu". Zwar nicht seiner katholischen Kirchengemeinde Benrath/Urdenbach, sie bleibt seine christliche Heimat, aber er verabschiedet sich von seinem langjährigen Engagement im Pfarrgemeinderat. Dem gerade frisch gewählten neuen Gremium gehört er nicht mehr an.

Irgendwie sei ihm das Ausfüllen dieses Ehrenamtes in die Wiege gelegt worden, meint Klaus Thören heiter: Er stamme aus einem katholischen Elternhaus, und der Vater sei ebenfalls im Kirchenvorstand gewesen. "Wir waren zu Hause sechs Kinder. Nach meiner Zeit in der Volksschule lernte ich erst einmal Modellschlosser", erzählt Thören.

Sein Abitur erarbeitet sich der gebürtige Heiligenhauser auf dem zweiten Bildungsweg. Das Lehrerstudium führte ihn nach Münster. "Da hat es mir gut gefallen; doch meine erste Stelle bekam ich in Garath an der Fritz-Henkel-Schule", plaudert er über seinen beruflichen Weg. Als Rektor leitet er später viele Jahre diese Hauptschule. "Eines Tages fragten mich Pastor Leonhard Oehm und weitere Mitglieder des Urdenbacher Pfarrgemeinderates, ob ich mir vorstellen könne, zu kandidieren." Keine schwere Entscheidung für den Pädagogen und Vater von zwei Kindern, der seit 40 Jahren an der Corellistraße wohnt. Es wurde eine lange Verpflichtung: zunächst als einfaches Mitglied, anschließend bis 2009 als stellvertretender Vorsitzender in Urdenbach, und danach acht Jahre lang als Vorsitzender des gemeinsamen Pfarrgemeinderates von Benrath und Urdenbach. Die beiden katholischen Kirchengemeinden fusionierten nämlich 2009. "Das braucht viel, viel Geduld", erinnert sich Thören an schwierige Zeiten. "Benrather und Urdenbacher sind manchmal wie verschiedene Völker", sagt er lachend und ergänzt, dass man solch einschneidende Veränderungen nicht von oben herab entscheiden könne. "Man muss das vorbereiten und die Menschen mitnehmen. Inzwischen haben wir viele Gemeinsamkeiten entwickelt, sogar unsere Karnevalsfeier", berichtet der 76-Jährige.

Doch Spaß beiseite - das Miteinander habe im Laufe der Jahre wachsen müssen. Beim Pfarrbrief über das Wochenblatt bis hin zu der modernen Homepage präsentieren sich Benrather und Urdenbacher "unter einem Dach". Auch eine gemeinsame Fronleichnamsprozession gibt es. Die Ortsausschüsse sind hingegen doppelt besetzt. Aber das macht aus Thörens Sicht Sinn, weil dort die örtlichen Feiern besprochen würden. "Die geben den Menschen ein Stück Heimatgefühl", erklärt der Urdenbacher. Auch zukünftig sei persönliche Überzeugungsarbeit ein wichtiger Aspekt. Dass diese bei religiösen Fragen schwerer wiege als bei Glaubensfragen im Alltag einer Kirchengemeinde, davon weiß Klaus Thören als Vater, Opa und Lehrer zu erzählen.

Er wünscht sich von seiner Kirche einen progressiv-konservativen Stil und hofft auf Papst Franziskus. "Wir müssen in unserer Kirche viel mehr Demokratie und Mitbestimmung lernen" sagt Thören. Dass Amtsträger und Laien sich auf Augenhöhe begegnen, sei eine Grundlage, um die heutigen Probleme zu lösen. Sein Rat als Gläubiger in der derzeitigen friedlosen, turbulenten Zeit: "Wir sollten uns gemeinsam auf die Botschaft Jesu Christi besinnen."

Quelle: RP
 
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