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Vennhausen
Abgeschnitten von der Innenstadt

Vennhausen. Klaus Maier wohnt in Vennhausen. Seit der Fahrplanumstellung der Rheinbahn hat er abends und am Wochenende seine Probleme. Von Nicole Scharfetter

Seit 20 Jahren wohnt Klaus Maier in Vennhausen, er fühlt sich wohl im Düsseldorfer Osten. Weil es dort nicht ganz so hektisch zugeht wie im Zentrum, er sich trotzdem immer gut angebunden fühlte an die Innenstadt. Bis jetzt. "Seit die Wehrhahnlinie in Betrieb genommen wurde, funktioniert das nicht mehr", sagt Maier. Am Abend und am Wochenende hat er keine direkte Verbindung mehr zum Hauptbahnhof.

Drei Minuten braucht Klaus Maier eigentlich von seinem Zuhause bis zur nächsten Bushaltestelle. "Früher fuhr von der Gubener Straße die Buslinie 721", erzählt er. "Bis durch zum Flughafen." 2009 änderte die Rheinbahn den Fahrplan, seitdem hält an der Station Gubener Straße die Linie 722. Für Maier alles kein Problem, weil es noch die Linie 736 gab, die zum Hauptbahnhof fuhr. Bis das gesamte Liniennetz am 21. Februar dieses Jahres umgestellt wurde - mit Eröffnung der Wehrhahnlinie.

Wenn Klaus Maier abends ab 18.15 Uhr oder an einem Wochenende in die Stadt will, muss er an der Schlesischen Straße umsteigen. Denn die Linie 736 fährt nun den Kirchplatz an. "20 Minuten habe ich letzte Woche gewartet, um den Anschluss zu bekommen", sagt der Rentner. "Kurios wird es auf dem Rückweg, wenn ich mit der U75 bis zur Schlesischen Straße fahre", sagt er. Der Anschluss wird garantiert von der Rheinbahn, "das erkennt man an dem Buchstaben A", erklärt Maier, der sich oft wunderte, warum trotz A kein Bus an der Station wartete.

Er hakte nach: "Ich muss selber den Anschluss herstellen", sagt Maier. Heißt: Der Fahrgast muss den Fahrer der U75 ansprechen, der erst dann über die Leitstelle den Busfahrer informiert, dass Passagiere aus seiner U-Bahn in den Bus wollen.

"Am Ende ist der Bus trotzdem weg, weil der Fahrer nicht weiß, auf wen er hätte warten müssen", sagt Maier, der sich inzwischen dreimal überlegt, ob er noch ins Zentrum muss oder nicht. Mittlerweile fährt er auch schon mal mit dem Auto bis zur Schlesischen Straße, um nicht im Dunkeln warten zu müssen. Einen Parkplatz gibt es dort nicht, "ich muss den Wagen im Wohngebiet abstellen", sagt Maier. Er fühlt sich abgeschnitten.

Sein Anliegen trug Klaus Maier zuletzt auch in der Stadtbezirkskonferenz vor, Bezirksbürgermeister Gerwald van Leyen ermunterte den Vennhausener, die schlechte Anbindung ruhig zu dokumentieren. "Schriftlich, damit wir auch etwas in der Hand haben für die Arbeitsgruppe Rheinbahn", sagt van Leyen.

Konkrete Beschwerden über die problematische Anbindung von Vennhausen ins Zentrum seien bei der Rheinbahn noch nicht eingetroffen. "Die Bürger hatten die Möglichkeit, bis zum Fahrplanwechsel am 23. Oktober 2016 ihre Wünsche und Verbesserungsmöglichkeiten zu äußern", sagt Rheinbahn-Sprecherin Heike Schuster. Dadurch seien auch Änderungen vorgenommen worden, allerdings nicht auf den Linien 722 oder 736.

"Die Linie 736 ist die gewünschte Erschließung im Bereich Bilk/Oberbilk, sie schließt eine Lücke in der Tangente zwischen dem Oberbilker Markt und dem Kirchplatz und hat eine optimale Verknüpfung an die neuen Stadtbahnlinien im Wehrhahntunnel", erklärt Schuster.

Und mit dem neuen digitalen Funksystem Intermodal Transport Control System (ITCS) würden die Kunden in Zukunft über die Möglichkeiten zum Umstieg schon in den Fahrzeugen über Monitore informiert. "Wenn garantierte Anschlüsse nicht gehalten werden, kann der Kunde ein Taxi nehmen", sagt die Rheinbahn-Sprecherin.

Klaus Maier jedenfalls würde es schon reichen, wenn nur ein Bus in der Stunde von der Grubener Straße den Hauptbahnhof anfahren würde. "Dann könnte man sich danach richten", sagt er.

Quelle: RP
 
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