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Vennhausen
Ein Mann ist im Vorstand von zwei Vereinen

Vennhausen. Branko Medigovic engagiert sich beim FC Tannenhof und beim TC Vennhausen. Von Falk Janning

Branko Medigovic ist mit Leidenschaft Düsseldorfer. "Die Stadt ist lebenslustig und schön. Ich bin froh, dass ich sie gefunden habe, sie war für mich das Sprungbrett ins Leben." So stolz der 66-Jährige auf seine neue Heimat ist, so stolz ist er auf seine Herkunft. Wenn er von seiner Kinder- und Jugendzeit erzählt, dann zeigt er Freunden gerne Bilder von seinem Heimatdorf Petrovac in Montenegro. Die Freunde sind dann überrascht, warum er einen so paradiesischen und sonnigen Ort gegen das Leben im kühlen Deutschland getauscht hat. "Ich kann nicht zurück, denn in Tannenhof habe ich mein Herz verloren", sagt er dann und zeigt auf die beiden Wimpel an der Wand. Auf dem einen ist das Emblem des FC Tannenhof abgebildet, auf dem anderen das des TC Vennhausen.

Mit beiden Klubs ist der 66-Jährige eng und leidenschaftlich verbunden: Bei den Fußballern des FCT ist er aktiv, seit er in den 70er-Jahren nach Düsseldorf zog - früher als Aktiver, heute im Vorstand als zweiter Geschäftsführer. Und für den TCV spielt er in der Herren 60-Mannschaft und ist zweiter Vorsitzender. Kommunikation und Auf-Menschen-zugehen sind die großen Stärken des Mannes mit dem sanften und gütigen Lächeln.

Wenn er nach seinen Hobbys gefragt wird, dann nennt er zuerst die Arbeit für die Klubs. Gerne kümmert er sich dabei um das Anwerben von Sponsoren. "Beim TC Tannenhof sind 100 Meter Bandenwerbung verkauft", sagt er stolz.

Dabei war die Begegnung mit den beiden Vereinen purer Zufall. Ein Bekannter nahm den begeisterten Fußballer mit zum Training des FCT - und Medigovic blieb bis heute. "Ich bin treu, ein Gewohnheitsmensch und kein Wandervogel", sagt er.

Mit 20 Jahren hatte Medigovic seinem Dorf den Rücken gekehrt und sich mit Bus und Bahn über Italien und Frankreich auf den Weg nach Deutschland gemacht. "Ich wollte von Zuhause weg, weil ich wissen wollte: Bist du was oder nicht?", sagt er heute. "Wir hatten damals in Petrovac viele Kontakte zu deutschen Touristen. Deutschland war für uns das gelobte Land. Ich war abenteuerlustig. Also habe ich es versucht." Bereut hat er seinen Weggang nie. "Ich würde alles auf jeden Fall noch einmal genauso machen", sagt er.

In Montenegro war er 1969 kurz vor seiner Auswanderung einer der Gründer des Fußballklubs OFK Petrovac, der heute in der 1. Liga spielt und es vor ein paar Jahren sogar bis in die zweite Runde der Europa League schaffte, dort an Sturm Graz scheiterte.

Quelle: RP
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