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Vennhausen
Markthallen-Konzept für Vennhausen

Vennhausen. An der Vennhauser Allee droht seit dem Weggang von Kaiser's vor zwei Jahren die Verödung. Eine Initiative um Jürgen Grundmann will das nicht akzeptieren und präsentiert eine neue Idee. Auch der Eigentümer der Immobilie ist angetan. Von Marc Ingel

Der Freiheitsplatz in Vennhausen wirkt leer, der Springbrunnen hat noch nie wirklich funktioniert. Das ist schade, hat aber nicht wirklich Priorität für die Vennhauser. Denn spätestens seitdem Kaiser's vor zwei Jahren das Ladenlokal an der Vennhauser Allee 210 verlassen hat, droht dem Stadtteil die Verödung. Die Supermarkt-Kette hatte zuvor 100 Meter weiter ihre Filiale, ein Gastronomie-Großbedarf kam als Nachfolger, doch vor sieben Jahren hat es unter obskuren Umständen urplötzlich gebrannt. Seitdem gammelt die Immobilie vor sich hin. Der ebenfalls an der Ecke angesiedelte Orthopäde hat sich aus nachvollziehbaren Gründen (erster Stock ohne Aufzug) eine neue Praxis gesucht, was schlecht für die Apotheke ist.

Jetzt reicht's, dachte sich Jürgen Grundmann, der nicht zusehen will, wie sein Stadtteil, in dem er seit 30 Jahren lebt, den Bach runtergeht. Zusammen mit Evelyn Prüfer vom Restaurant Ep's hat er ein alternatives Konzept entwickelt, das Vennhausen neuen Auftrieb geben soll: "Die ehemalige Kaiser's-Filiale ist für die Supermarkt-Ketten mit 700 Quadratmetern zu klein, da wird sich kein Nachmieter finden. Stattdessen verfolgen wir die Idee eines Markthallen-Konzepts", so Grundmann: Mehrere Händler (Obst/Gemüse, Metzger, Fisch, Feinkost) teilen sich den Platz, alles regional und hochwertig, dazu hin und wieder ein Event wie eine Weinverkostung, "das würde Leben und Frequenz an die Vennhauser Allee bringen", ist er überzeugt. Die Wohngegend sei im Kommen, "viele Einfamilienhäuser, junge Doppelverdiener, die Kaufkraft garantieren".

Dem Eigentümer des Hauses hat er das Konzept vorgestellt, "er war begeistert", berichtet Grundmann. Nur dann wurde es schwierig: "Er hat uns ein inakzeptables Angebot mit extrem hoher Miete, einer Umlage von Renovierungskosten auf die Mieter, überlangen Vertragslaufzeiten und Verlagerung aller Risiken auf die Mieter vorgelegt", fasst der Initiator zusammen. "Er versteht auch nicht, dass wir nicht als Mieter oder Investor auftreten, sondern uns als Brückenbauer sehen", erklärt Grundmann. Er ist seit einem Monat Rentner, hat die Zeit, geht die Situation entspannt an und hofft auf ein Einlenken des Vermieters.

Damit meint er Peter Thunnissen, und der bestätigt auf Nachfrage, dass er den Grundgedanken des Konzepts in der Tat nicht schlecht finde, viele Fragen aber noch ungeklärt seien: "Wer ist letztendlich der Betreiber, wollen die das wie einen Wochenmarkt im Trockenen oder als dauerhafte Räumlichkeit nutzen, gibt es überhaupt schon so etwas wie einen richtigen Business-Plan?", nennt er einige. Dass seine Angebote inakzeptabel seien, weist er entschieden zurück. "Ich habe drei Varianten unterbreitet und die jeweilige Laufzeit immer mit einem Verzicht auf Miete verbunden - also bei zehn Jahren würde ich zwei Jahre lang keine Miete erheben, bei fünf Jahren sechs Monate, bei einem Jahr Laufzeit zwei Monate." Zumal die Höhe der Miete lediglich der Hälfte von dem entspreche, was Kaiser's früher gezahlt habe. "Es ist auch nicht in meinem Sinne, wenn diese Immobilie dauerhaft leersteht und verfällt", zeigt Thunnissen Gesprächsbereitschaft.

Für Grundmann ist erst einmal wichtig, dass Bewegung in die Sache kommt - und dass die Vennhauser hinter der Idee stehen. "Und das haben hunderte Unterschriften binnen kürzester Zeit bewiesen, die wir bereits gesammelt haben."

Quelle: RP
 
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