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Wersten/Himmelgeist
Baustelle für Asylunterkunft liegt still

Wersten/Himmelgeist. Stadt hat der ausführenden Baufirma im August gekündigt. Wie es weitergeht, ist laut Stadt "im Moment völlig offen". Von Andrea Röhrig

Bauarbeiter haben die Anwohner rund um die Fläche an der Ickerswarder Straße, auf der die Stadt eine Flüchtlingsunterkunft bauen will, bereits seit mehreren Wochen nicht mehr gesehen. Anfang August hat die ausführende Baufirma das Areal geräumt. Auf Anweisung der Stadt. Die hat nämlich den Vertrag mit der Firma ausgelöst. Den Grund dafür macht die Stadt nicht öffentlich. Es heißt, dass es Schwierigkeiten gegeben habe. Alles, was von dem Beginn der Erdarbeiten übrig ist, ist der Bauzaun rund um Areal. "Und der bleibt auch stehen, um die Baustelle abzusichern", sagte Birgit Lilienbecker vom Amt für Gebäudemanagement auf Anfrage.

Die Gerüchte aus der Nachbarschaft, dass dort nun gar keine Unterkunft mehr gebaut werden soll, kann Lilienbecker nicht bestätigen. Allerdings führt sie auch aus, dass im Moment alles völlig offen sei. "Wir sind verwaltungsintern in der Abwägung, was dort passieren soll. Wir wollen klären, was auf die Fläche passt und ob es auch andere Optionen für das Grundstück gibt." Allerdings bedeutet das nicht, dass die Verwaltung damit ihr Vorhaben aufgibt. Denn, wie Lilienbecker weiter ausführt, müssten sich neue Planungen auf das dort für drei Jahre herrschende Sonderbaurecht Flüchtlingsunterkunft beziehen. Wann genau die Verwaltung zu einem Ergebnis kommt, ließ die Stadt-Mitarbeiterin offen.

Der zuletzt angegebene Eröffnungstermin vom ersten Quartal 2018 ist allerdings nicht mehr zu halten. Denn die Stadt müsste den Bau der Unterkunft komplett neu ausschreiben.

Auf dem Gelände an der Ickerswarder Straße, direkt neben der Münchener Straße gelegen, sollen eigentlich nach der Planung noch aus vergangenem Mai 16 zweigeschossige Wohnmodule für rund 380 Menschen aufgestellt werden. Für die Mitarbeiter der Sozialdienste und Besucher würden rund fünf Pkw-Stellplätze und rund 64 Fahrradstellplätze eingerichtet werden. Geplant ist, dass das Deutsche Rote Kreuz sie betreibt. Der Bau der beiden vergleichbaren Unterkünfte für Flüchtlinge in Lörick und Bilk in Holzbauweise hatte jeweils rund sechs Monate gedauert.

Das Projekt hatte bei der Bevölkerung in Wersten und Himmelgeist wegen seiner Größe für Protest und eine Unterschriftensammlung gesorgt. Nach den ersten Planungen von März 2016 wollte die Stadt dort 500 Menschen unterbringen. Nach einigem Hin und Her hat die Verwaltung diese auf die Zahl von rund 400 reduziert.

Quelle: RP
 
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