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Wersten
Blockierte Parkplätze nerven Anwohner

Wersten: Blockierte Parkplätze nerven Anwohner
Die Anwohner Horst und Elvira Wolf (von links) mit Christina Janßen informieren Nils Dolle, Leiter der Bezirksverwaltungsstelle 9 und Bezirksbürgermeister Karl-Heinz Graf über die angespannte Parksituation. FOTO: Hans-Jürgen Bauer
Wersten. Am Cronenberger Weg in Wersten formiert sich Widerstand. Die Nachbarschaft ist sauer auf eine Firma, die dort Leasingfahrzeuge zwischenparkt. Mittlerweile sind auch Nachbarstraßen betroffen. Von Simona Meier

Der Cronenberger Weg ist eine beschauliche kleine Straße. Dennoch sind die Anwohner Verkehr gewöhnt, denn in unmittelbarer Nähe gibt es zwei Kindertagesstätten, die evangelischen Stephanuskirche und zwei Grundschulen. Viele Menschen parken also in unmittelbarer Nähe, wenn sie ihre Kinder bringen, zur Musikschule fahren oder Senioren die Gemeindeangebote nutzen. Das stört hier in der Nachbarschaft niemand, denn die meisten Autos sind nach kurzer Zeit auch wieder weg. Der rege Wechsel gibt Gelegenheit einen freien Parkplatz zu finden.

Doch mittlerweile beobachten die Anwohner Fahrzeuge, die nicht nur kurz verweilen. "Unsere Einfahrt wird zugeparkt. Andere Fahrzeuge werden wochenlang nicht bewegt", sagt Anwohnerin Katja Reinhold. Das sei kein ganz neues Problem: Die orts ansässige Firma "die Autodienstleister" stellt in der kleinen Straße auf den öffentlichen Parkplätzen Fahrzeuge ab. Sie sind sofort für die Nachbarn erkennbar, weil alle das Kennzeichen NE-ME oder K-EH ... haben Auch für die Handwerker sei das inzwischen problematisch und ärgerlich, findet eine Anwohnerin. Erst neulich mussten die bei ihr tätigen Handwerker mit ihren Fahrzeugen ständig vor dem Grundstück rangieren, weil dauerhaft parkende Fahrzeuge im Weg standen.

Anwohnerin Christina Janßen: "Die Nachbarschaft ist erbost. Aus unserer Sicht nimmt uns hier ein Gewerbetreibender einfach Parkplätze weg." Besonders störend sei, dass die Autos nicht nur kurz parken, sondern öfters auch lange stehen bleiben - sogar bis zu drei Wochen. Manchmal würden sie einfach ausgetauscht. Den Kontakt mit "die Autodienstleister" hat die Nachbarschaft schon mehrfach gesucht. "Die Firma hält unsere Kritik für unangebracht", sagt Anwohner Horst Wolf. "Nur am Anfang gab es Flugblätter, in denen wir informiert wurden, an wen wir uns wenden können, wenn wir zugeparkt werden", sagt Christina Janßen.

Mittlerweile sind die Anwohner unzufrieden, weil die Kontaktaufnahme mit der Firma nichts bringt. "Wir haben auch das Ordnungsamt angerufen, das aber konnte uns nicht helfen", sagt Katja Reinhold. Die genervten Anwohner zählten bis zu 30 Fahrzeuge in der näheren Umgebung.

Elvira und Horst Wolf vom Cronenberger Weg wünschen sich, dass das Problem bald gelöst wird. "Die Parkplatznot ist ohnehin schon groß", sagt Horst Wolf. Er hat auch an das Amt für Verkehrsmanagement geschrieben - ohne Erfolg. Die Parkplätze bleiben besetzt, und Besucher müssen in der Nachbarschaft umherfahren, bevor sie einen freien Parkplatz finden.

Die betroffene Firma hat ihren Sitz seit mittlerweile drei Jahren in Wersten. Die Beschwerden kennt Hartmut Siwitza von "die Autodienstleister". "Wir sprechen auch mit den Einzelnen", sagt er. Es handele sich bei den abgestellten Pkw um Fahrzeuge aus dem Kundenbestand, die bearbeitet werden. Leasingfahrzeuge beispielsweise, die einen neuen Nutzer bekommen, erklärt er. "Wir haben ein Recht, dass ein zugelassenes Auto, das versichert ist und worauf Steuer entrichtet wird, im öffentlichen Raum stehen darf", sagt er. Oft seien die Fahrzeuge binnen kurzer Zeit weg. "Wir betreiben unser Geschäft nicht zu Lasten der Anwohner", stellt er fest.

Am Ort machten sich gestern Bezirksbürgermeister Karl-Heinz Graf und Nils Dolle, Leiter der Bezirksverwaltungsstelle 9, ein Bild von der Situation. Horst Wolf sieht Lösungsmöglichkeiten: "Vielleicht kann man den Parkraum ab 17 Uhr als Anwohnerparken nutzbar machen. So etwas gibt es ja auch an anderen Stellen in der Stadt."

Zur Parkraumsituation allgemein erklärt Nils Dolle: "Hauseigentümer müssen einen Parkplatz nachweisen. Im öffentlichen Straßenraum haben wir nur die Parkplätze für Besucher." Ob die Situation am Cronenberger Weg verbessert werden kann, will Bezirksbürgermeister Karl-Heinz Graf jetzt klären lassen. Nils Dolle erklärt: "Wir müssen prüfen, ob die Firma nicht eigene Parkplätze vorweisen muss."

Anwohnerin Christina Janßen sieht die Situation so: "Es kann doch nicht sein, dass Menschen, die hier wohnen keinen Parkplatz haben."

Quelle: RP
 
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