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Düsseldorfer Gemeinde verliert Papst im Karneval

Düsseldorfer Rheinbogen vermisst Papst-Pappaufsteller
Da war er noch da: Pastoralreferent Martin Kürble neben dem lebensechten Papst-Pappaufsteller, der vermisst wird. FOTO: Seelsorgeeinheit Rheinbogen
Düsseldorf. Hilfe, der Heilige Vater ist weg! Eine Kirchengemeinde in Düsseldorfer Süden vermisst Papst Franziskus - genauer gesagt einen Pappaufsteller des Pontifex. Mutmaßlich ist er in den Karnevalswirren verschwunden. Jetzt wird sogar auf Facebook nach ihm gesucht. Von Andrea Röhrig

In der Seelsorgeeinheit des Düsseldorfer Rheinbogens macht man sich große Sorgen um den Papst. Er ist verschwunden. Ausgerechnet bei der Karnevalsfeier der Katholischen Frauen von St. Maria Rosenkranz im Pfarrzentrum an der Burscheider Straße. Nicht auszudenken, wenn der Heilige Mann in falsche Hände gekommen ist...

Doch der Reihe nach: Es muss vergangenen Freitag so zwischen 22 und 24 Uhr passiert sein, also eigentlich, als die lustig-jecke Veranstaltung ihrem Ende entgegenging. Vermisst wurde Franziskus nämlich schon von dem Trupp, der den Pfarrsaal nach der Feier wieder parat machen musste. "Erst haben die Helfer gedacht, der Papst wäre mit der anderen Deko beiseite geräumt worden", berichtet Pastoralreferent Martin Kürble von dem Vermisstenfall der besonderen Art.

Doch es gab an jenem Abend nirgends eine Spur vom Verbleib des Papstes. Er selber hat sich gegen seine Entführung auch nicht wehren können. Ist er zwar lebensecht, aber doch nur aus Pappe. "Wir hätten gerne unseren Papst zurück", sagt Kürble und verspricht - wenn auch keine Absolution für den Täter oder die Täterin - eine vergleichsweise nur geringe Buße, wenn er oder sie denn bereue und den Aufsteller unversehrt zurückbringe.

Nach Karneval sollte der Papst wieder nach Hause kommen

Eine Lösegeldforderung ist aber schon mal nicht im Pfarrbüro eingegangen. Deswegen rechnen Kürble und sein Team nicht mit dem Allerschlimmsten. Vielleicht steht der Papst ja gerade irgendwo in einem Partykeller und schaut dort dem karnevalistischem Treiben zu. Das gönnt Kürble natürlich dem Heiligen Mann; aber nach Karneval soll dieser nun an seiner angestammten Stelle seinen Dienst versehen. "Wir haben den Pappaufsteller für eine Aktion im Sommer 2016 gekauft; da konnten sich alle Gemeindemitglieder bei einer Fotoaktion mit dem Papst fotografieren lassen", berichtet der Pastoralreferent.

Seit der Eröffnung des neuen Pfarrzentrums vor einigen Monaten begrüßt Franziskus die Menschen, die das neue Gebäude betreten. Um so größer ist nun die Lücke, die seine Entführung in der Gemeinde gerissen hat. Kürble appelliert an den Entführer, den Papst zurückzubringen, gerne auch anonym.

Aber auch auf anderen Kanälen lässt die Gemeinde nichts unversucht, den Heiligen Mann wieder in Obhut nehmen zu können. Auf Facebook wurde der Aufruf der Seelsorgeeinheit bereits in allen Werstener Gruppen – und nicht nur da – geteilt. "Es müsste doch irgend jemand gesehen haben, wie der oder die Täter am späten Freitagabend mit dem Papst unterm Arm durch Wersten gegangen sind", sagt Kürble und hofft auf Hinweis, denn in die sprichwörtliche Tasche passt Franziskus nämlich nicht.

 
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