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Wersten
"Dynamo Wersten" gewinnt Stadtteilwertung

Wersten: "Dynamo Wersten" gewinnt Stadtteilwertung
Oberbürgermeister Thomas Geisel (re.) überreichte Vertretern des Stadtradel-Teams von Dynamo Wersten - darunter auch Teamgründerin Emma Haker (5.v.r.) - die Urkunde für den ersten Platz im Stadtteilwettbewerb mit rund 24.000 geradelten Kilometern. FOTO: Stadt Düsseldorf/Lammert
Wersten. An der Aktion Stadtradeln nahmen in Düsseldorf 206 Mannschaften teil. 92 Teilnehmer traten für das Werstener Team in die Pedale. Von Andrea Röhrig

Würde man alle geradelten Kilometer des Teams Dynamo Wersten aneinander hängen, würde diese Luftlinien-Reise von Düsseldorf nach Argentinien und wieder zurück gehen: Mit 23.888 zurückgelegten Kilometern belegten die 92 Radler bei der weltweiten Aktion "Stadtradeln" in Düsseldorf in der Kategorie Stadtteil-Teams den ersten Platz - mit riesigem Abstand zu den Mitbewerbern auf den Treppchenplätzen. Auch die kommen übrigens aus dem Stadtsüden: Auf Platz zwei liegen die Mitstrampler des Teams "evangelischen Kindergottesdienst Benrath und Freund" (7890 Kilometer), auf Platz drei ist das Team "Pedale Himmelgeist-Itter (7499 Kilometer) gefahren.

In der Gesamtwertung aller 206 teilnehmenden Düsseldorfer Mannschaften bei Stadtradeln liegen die Werstener auf Platz neun. Mit seinen 92 Teilnehmern befinden sich die Dynamos bei der Teilnehmerzahl auf Rang zwölf. Spitzenreiter ist das Tour-de-Franz-Team der Franz-Vaahsen-Grundschule mit 1153 Startern; das hat den Wettbewerb auch für sich entschieden; das Benrather Annette-Gymnasium hat mit 361 die zweithöchste Zahl aufgeboten und landete auf dem guten achten Platz in der Gesamtwertung.

Doch in letzter Konsequenz geht es den meisten Teilnehmern nicht hauptsächlich um die Platzierung. Auch wenn sich die Werstener natürlich über die 200 Euro Siegprämie freuen, die nun einem guten Zweck zugeführt werden. "Ich bin gerade dabei, einen Termin zu organisieren, an dem wir unseren Sieg in der Stadtteilkategorie feiern", sagt Emma Haker. Sie hat vor vier Jahren das Team Dynamo Wersten ins Leben gerufen: "An diesem Abend werden wir dann auch besprechen, wo das Geld hingehen wird." Die Siegprämie aus dem vergangenen Jahr im Stadtteilwettbewerb ging an die Organisation "Mit Herz und Hand für Hand - Don-Bosco- Stiftung". Damals waren in dem Team 43 Radbegeisterte mitgefahren; dieses Jahr waren es schon mehr als doppelt so viele. "Bei unserer ersten Teilnahme 2014 waren wir 24", erzählt die 51-Jährige. Für das kommende Jahr haben sich die Dynamos vorgenommen, die 100 zu knacken - und am liebsten natürlich den dritten Sieg in Folge im Stadtteilwettbewerb.

Doch an erster Stelle steht für die Werstenerin der Stadtteilgedanke. "Ich kann von mir sagen, dass ich davor nicht besonders gut im Stadtteil vernetzt war; das ist nun ganz anders", berichtet Emma Haker. Der Slogan des Teams Dynamo Wersten - "Team für Wersten und FreundInnen Werstens" ist deshalb auch nicht zufällig gewählt: "Die deutliche Mehrheit des Teams ist zwar aus Wersten, wird haben aber auch Mitradler aus Grafenberg, Stadtmitte, Bilk, Oberbilk, Oberkassel, Holthausen und Benrath."

An einer Radtour durch den Düsseldorfer Süden nahmen vor dem Start von "Stadtradeln" 25 "Dynamos" teil. "Den ersten Platten hatten wir nach einem Kilometer, zum Glück hatte jemand an Ersatzschlauch und Werkzeug gedacht und handwerkliches Geschick fand sich auch. Allerdings konnten wir von Glück sagen, dass immerhin eine von uns eine Luftpumpe dabei hatte."

Auf der Suche nach Mitstreitern hat sie auch ungewöhnliche Wege nicht gescheut. "Ich habe im vergangenen Jahr Flyer an Fahrradträger geheftet", erzählt sie. In diesem Jahr ging sie noch einen Schritt weiter: "Ich habe auf der Kölner Landstraße gestanden und die Flyer persönlich verteilt. Dabei sind so nette Gespräche entstanden. Das hat mir großen Spaß gemacht." Den einen oder anderen Mitstreiter hat sie dadurch gewinnen können. Zudem gab es Unterstützung von "Herz und Hand" sowie der Werbegemeinschaft "Wir in Wersten".

Auch an die Nutzung des Internets für diese Zwecke hat sie sich mit Unterstützung aus dem Dynamo-Team gewagt: "Wir haben sowohl eine Internet- als auch eine Facebookseite." Beide hat sie in der aktiven Zeit des Wettbewerbs, der ab Ende Mai drei Wochen lief, gepflegt. Doch auch wenn Emma Haker viel Zeit und Herzblut in das Team investiert hat, ist es ihr wichtig zu betonen, dass man ein Team sei. Der jüngste Mitradler ist acht, die älteste Mitradlerin 80. "Wer von den Senioren keinen Internetanschluss hat, hat mir seine Kilometer telefonisch durchgegeben", sagt sie.

Worum geht es dem Team? "Vielen ist tatsächlich der Radverkehr ein sehr wichtiges Anliegen." Zwar würde auch in Düsseldorf die Zahl der Radfahrer steigen, allerdings gebe es noch viele Verbesserungen im Ausbau von Radnetzen - obwohl bereits einiges passiert sei. Ein Fazit des gesamten Teams: "Stadtradeln hilft, den inneren Schweinehund zu überwinden und häufiger das Rad zu nehmen, denn der Kilometerzähler läuft unbewusst oder bewusst im Kopf immer mit."

Quelle: RP
 
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