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Wersten
Eine Leiche im Haus brachte sie zum Krimi schreiben

Wersten: Eine Leiche im Haus brachte sie zum Krimi schreiben
Stefanie Koch las aus ihrem neuen Buch "18 - Zahlen des Todes". FOTO: ola
Wersten. In der Buchhandlung "Werstenbuch" soll es künftig häufiger Lesungen geben. Premiere war mit Stefanie Koch. Von Monika Suski

Eine Leiche liegt in der neuen Traumwohnung und das einen Tag vor dem eigenen Einzug - eine Vorstellung, die vermutlich keinem so wirklich behagt. Doch genau dies ist Stefanie Koch vor etlichen Jahren passiert, wie sie selbst am Samstag vor ihrer Lesung in der Buchhandlung Werstenbuch erzählt.

Durch dieses einschneidende Erlebnis und den Ungereimtheiten um "ihre" Leiche ist die heute 50-Jährige zum Krimi schreiben gekommen. "Aus diesem Grund fangen meine Bücher auch immer mit einer Leiche an", sagt Stefanie Koch, die zudem sofort klarstellt: "Ich weiß zu Beginn selbst noch nicht, wer der Mörder ist." Und so gibt es auch in dem neuen Schmöker "18 - Zahlen des Todes", aus dem Koch liest, recht schnell den ersten Leichenfund. Ein junger Mann mit schwarzen Haaren wird - grotesk in Szene gesetzt - im Düsseldorfer Rosengarten gefunden. Das Landeskriminalamt mit seinem Team um Leana Meister nimmt die Ermittlungen auf. Es ist Meisters erster Fall in Düsseldorf. Sie ist gerade erst aus Südafrika hergekommen - im Gepäck viele private Probleme.

In jede Lesung steckt Koch etwa vier Wochen Vorbereitung. "Ich übe vorher zu Hause und habe den Text etwa 50 Mal gelesen und mache mir Notizen dazu." Neben der Art und Weise wie Stefanie Koch aus ihrem Buch vorträgt, machen gerade ihre Anmerkungen und Randnotizen die Lesung spannend und interessant. So erzählt die Autorin beispielsweise, dass Männer meistens alkoholisiert und im Affekt morden, was sich strafmildernd auswirke. "Frauen hingegen gehen immer planvoll vor, wodurch sie die härteren Strafen erhalten", erklärt Koch und ergänzt mit einem Augenzwinkern "wenn sie gefasst werden." Bereits bei der Eröffnung im Mai kündigte die die neue Inhaberin von Werstenbuch, Dagmar Westphal an, dass in Zukunft regelmäßig Lesungen stattfinden sollen. Stefanie Koch alias Mia Winter war nun die erste Autorin, die bei Werstenbuch las.

"Beim ersten Mal gleich 25 Zuhörer ist richtig gut", freut sich Westphal und hofft, dass sich das neue kulturelle Angebot in Wersten herumsprechen wird. Denn 40 Besucher fänden in dem kleinen Laden Platz. Für den Eintrittspreis von 15 Euro bekamen die Gäste zudem Softdrinks und Wein sowie ein leckeres Buffet im Anschluss. "Da Stefanie Koch eine Zeit lang in Toulouse gelebt und dort studiert hat, ist der Abend von der Getränke und Speisenauswahl mediterran angehaucht", erklärt die Gastgeberin die Auswahl. Ein Rundumpaket, das bei den Besuchern gut ankam. "Ich bin zum ersten Mal bei einer Lesung und es hat mir total gut gefallen", sagt Ulrike Kühne, "und es war witziger als erwartet." Und wie das Buch angefangen hat, endete auch die Lesung - mit einer weiteren Leiche.

Quelle: RP
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