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Wersten
Musikbunker immer noch Sanierungsfall

Wersten. Seit nunmehr zehn Jahren warten Bands darauf, dass die Stadt den Musikbunker saniert und ausbaut. Der Bedarf nach solchen Proberäumen ist im Düsseldorfer Süden groß. Nur 42 von 80 Proberäumen stehen momentan zur Verfügung. Von Maximilian Krone

Seit Jahren warten Christoph Scholl, Robby Göllmann und viele Künstler darauf, dass der Musikbunker an der Kölner Landstraße saniert beziehungsweise ausgebaut wird. Passiert ist lange Zeit nichts. Nun hat die Ampel-Fraktion im städtischen Kulturausschuss das Thema erneut auf die Tagesordnung gesetzt und die Verwaltung aufgefordert, über den aktuellen Sachstand zu informieren. Bis zur Sommerpause hat die Verwaltung nun Zeit, im Ausschuss Stellung zu beziehen.

Es ist ein weiterer Teil einer langwierigen Debatte, die sich seit nunmehr zehn Jahren hinzieht. Die Stadt hatte den Bunker im Jahr 2002 vom Bundesvermögensamt gekauft. Scholl und Göllmann, die bereits seit 1985 Mieter des Bunkers sind und ihn an Künstler untervermieten, werfen der Stadt vor, nicht an einer Lösung des baufälligen Bunkers interessiert zu sein.

Dabei ist der Bedarf an Proberäumen für junge Künstler ungebrochen groß. Doch von 80 möglichen Proberäumen sind im Bunker nur etwas mehr als 50 Prozent nutzbar. "Besonders im Düsseldorfer Süden findet man solche Angebote kaum noch, dabei gibt es eine große Nachfrage", sagt Christoph Scholl.

Momentan ist der Bunker eingerüstet. Gearbeitet wird dort indes nicht. "Seit anderthalb Jahren ist das Gerüst nun schon dran. Wir rechnen damit, dass das Gerüst rund 50.000 Euro gekostet hat", sagt er. Hinzu kommt die Miete für das Gerüst. Nur ein Punkt, der fortlaufend Geld verbrenne, wie er sagt. Denn auch die Brandschutzanlagen, die die Beiden im gesamten Bunker installieren ließen, kostet Geld. "Uns kostetet der Brandschutz in den Räumen, die nicht vermietet werden können, rund 10.000 Euro im Jahr. Die Mietverluste sind da noch gar nicht eingerechnet", sagt Scholl.

Der Zustand des Bunkers verschlechtert sich hingegen stetig, denn unter anderem ist das Dach undicht. "Noch im Jahr 2011 hätte die obere Etage ausgebaut werden können. Damit wären zwölf neue Proberäume geschaffen worden, doch das hat die Verwaltung verschlafen, obwohl das Geld dafür bereits freigegeben wurde", sagt Christoph Scholl. Rund 23.000 Euro hätte der Ausbau der Etage damals gekostet. Heute schätzt Scholl die Kosten dafür wegen der Wasserschäden um ein Vielfaches höher.

Ihren Verein "Werstener Kreuz" haben Scholl und Göllmann schon im Jahr 2013 wegen Problemen mit dem Finanzamt aufgelöst. "Wir konnten wegen der Raumsituation dem Vereinszweck der Förderung von Kunst und Kultur nicht mehr nachkommen", sagt er. Eine Neugründung eines Vereins ist derzeit nicht vorgesehen. Dafür sei die Lage nach wie vor zu unsicher. Christoph Scholl hofft, dass der Antrag von SPD, Grünen und FDP im Kulturausschuss Bewegung in die Sache bringt.

Ein Blick in die Vergangenheit stimmt ihn allerdings nicht besonders optimistisch. Bereits vor zwei Jahren stand das Thema im Ausschuss auf der Tagesordnung. Auch damals war das Dach schon undicht. Passiert ist allerdings nichts. Von der Stadt hieß es damals, dass man in Gesprächen mit den Mietern sei, was Christoph Göllmann überraschte, denn mit ihm habe niemand gesprochen.

Bei der Verwaltung stand gestern auf Anfrage unserer Zeitung kein Ansprechpartner zur Verfügung.

Quelle: RP
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