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Wersten
Neue Leitung in der Werstener Arche

Wersten. Bereits in den Sommerferien hat Heiko Metz die von ihm 2012 miteröffnete Einrichtung verlassen. Er wollte mehr Zeit für die Familie haben. Zum 1. Oktober wurde die Stelle im Kinder- und Jugendwerk mit Maike Deckert neu besetzt. Von Andrea Röhrig

Wo Heiko Metz auch auftauchte, war er umringt von Kindern - Heiko hier, Heiko da. Seit Eröffnung der "Arche" im Juni 2012 leitete er den Treff am Werstener Feld 69. Das Haus ist Anlaufstelle für Kinder, um die sich zu Hause nicht immer bestens gekümmert wird. Doch schon in den Sommerferien hat Metz die Arche verlassen. "Wir haben mit Herrn Metz einen Aufhebungsvertrag gemacht, da er sich beruflich verändern wollte. Wir haben uns freundschaftlich und in Frieden getrennt. So arbeitet seine Frau immer noch in der Werstener Kita", sagt Arche-Sprecher Wolfgang Büscher. Metz selber fügt hinzu, dass es sein Wunsch gewesen sei, beruflich kürzer zu treten, um sich mehr um seinen kleinen Sohn kümmern zu können. Er könne sich eine Rückkehr zur Arche jederzeit vorstellen.

Seit 1. Oktober steht die Einrichtung unter der Leitung von Maike Deckert. In der Zwischenzeit wurde der Düsseldorfer Standort vom Regionalleiter Daniel Schröder mitbetreut, erklärt Büscher.

Und obgleich Metz schon seit einem halben Jahr weg ist, hat das noch längst nicht jeder im Viertel mitbekommen. Das sei vielleicht den Sommerferien geschuldet gewesen, sagt Metz. Viele bedauern den Weggang des engagierten Pädagogen. Er habe diesen Job mit viel Herzblut gemacht, heißt es unisono. Auch die Werstener CDU-Ratsfrau Constanze Mucha hat Metz und seine Arbeit schätzen gelernt. Sie berichtet ihm RP-Gespräch allerdings auch von finanziellen Engpässen in der Einrichtung, die sich rein aus Spenden finanziert. "Es war genau im Januar vergangenen Jahres, da habe ich mit Herrn Metz überlegt, wie man der Arche helfen kann." Die Stadt subventioniert, wenn bedürftige Kinder in einer Einrichtung ein warmes Mittagessen erhalten. "Diesen Zuschuss, der den Kindern ja als Leistung zusteht, hätte man eins zu eins an die Einrichtung weiterleiten können. Das wäre die Rettung gewesen ", erzählt Mucha, Doch daraus sei nichts geworden, was sie sehr bedauere. In ihrer Funktion als Lehrerin hat sie auch beruflich viel mit der Arche zu tun: "Dort bekommen die Kinder am Nachmittag Nachhilfeunterricht. Einige meiner Kollegen und ich haben den Schülern auf einem Zettel aufgeschrieben, was sie üben sollen." Doch seit der beliebte Leiter weg sei, gingen einige ihrer Schüler nicht mehr dorthin, sagt Mucha mit einem Bedauern in der Stimme.

Am Stammsitz der Arche in Berlin ist Muchas Finanzierungsvorschlag nie angekommen. "Da wissen wir nichts von. Das hätten wir doch sicherlich gemacht. Wir haben mit der Stadt Düsseldorf eine gute Kooperation, die hat uns ja auch das Haus in Wersten hingestellt", sagt Büscher. Hintergrund ist wohl, dass die Arche dann einen Preis für das Mittagessen hätte festsetzen müssen. Das wollte man aber nicht.

Metz' Nachfolgerin ist von Haus aus Betriebswirtin. Zuletzt war sie dreieinhalb Jahre lang die stellvertretende Leiterin im Kleinkinderbereich in der Arche-Einrichtung Berlin-Hellersdorf, dem Stammsitz des 1995 gegründeten Vereins: "Zudem habe ich seit einigen Jahren Erfahrung im Bereich der Kinder- und Jugendbetreuung." Die Leitung einer Einrichtung sei für sie der nächste logische Schritt gewesen, erzählte die 34-Jährige gestern im RP-Gespräch. Da sie auch schon acht Jahre lang in Gelsenkirchen gelebt und gearbeitet habe, sei ihr der Umzug ins Rheinland nicht schwer gefallen: "Ich wollte immer schon mal wieder in diese Ecke zurück."

Für dieses Jahr hat sie sich einige Neuerungen vorgenommen: "Wir wollen demnächst ein Eltern-Frühstück einführen, um die Väter und Mütter der von uns betreuten Kinder besser kennenzulernen." Außerdem wird der Teenie-Bereich um einen weiteren Tag aufgestockt und die Schatzkammer, in der gespendete Kleidung für die Arche-Kinder liegt, soll auf Vordermann gebracht werden.

Quelle: RP
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