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Wersten
Senioren stricken Wollsöckchen für Neugeborene

Wersten: Senioren stricken Wollsöckchen für Neugeborene
Anita Obertreis (v.l.) , Rosi Krenzel und Barbara Luke vom Werstener Strickkreis zeigen die selbstgestrickten Babysöckchen. FOTO: Anne Orthen
Wersten. Ob Pullunder, Handschuhe oder Schals. Es gibt kaum etwas, was die Damen vom Werstener Strickkreis der Caritas-Begegnungsstätte nicht aus Wolle zaubern können. Seit drei Jahren widmen sich vier der zwölf Strickerinnen aber vermehrt der Fertigung von Kindersöckchen. Gemeinsam mit Ehrenamtlerinnen aus sechs weiteren Strickkreisen fertigten sie unter dem Motto "Seniorinnen stricken für Düsselbabys" schon über 9000 Söckchen. Von Marco Mainz

Diese werden in Zusammenarbeit mit dem Elternbesuchsdienst des städtischen Jugendamtes an Familien verteilt, deren erstes Baby in Düsseldorf geboren wurde. Doch wer sind eigentlich die Frauen, die sich strickend engagieren? Rosi Krenzel (73) ist eine der Werstenerinnen, die sich einmal im Monat mit Gleichgesinnten trifft. "Wir stricken alles Mögliche. Manche sind schon seit zehn Jahren dabei". Für ein Paar braucht sie ungefähr zwei Stunden. Die Wolle kommt teilweise von Spenden. Für besonders schöne und bunte Muster wird aber gerne auch die eigene genutzt. Auf die Frage, welche Söckchen sie am schönsten findet, betont Rosi Krenzel: "Alle unsere Söckchen sind gleich schön", und lacht dabei.

Das Stricken ist für die Damen ein liebgewonnenes Hobby; deshalb macht es sie auch glücklich, wenn sich die beschenkten Familien bei ihrem Strickkreis melden. "Die Eltern schicken zum Dank auch schon mal ein Foto des Kindes in den Söckchen", sagt Rosi Krenzel.

Um ihnen für ihr Engagement zu danken, hat der Elternbesuchsdienst am Mittwoch neben den Werstenerinnen mehr als 40 ehrenamtliche Strickerinnen zu einer Nikolausfeier nach Bilk eingeladen. Auch 40 Eltern von Neugeborenen sind zur Feier gekommen, um sich bei den Seniorinnen zu bedanken.

Wie das Bilker Paar Christian Seitz (37) und Jane Lo (35). Sie sind Eltern von fünf Monate alten Zwillingen und haben daher gleich zwei Paar Söckchen erhalten. Das blaue für Sohn Jakob, das rosafarbene für Tochter Charlotte. Vater Christian Seitz möchte die Damen kennenlernen, die seine Kinder so wollig ausgestattet haben. Gleiches gilt für die Benratherin Anja (33), die sich für die rosa Söckchen von Tochter Maja bedanken will. "Ich weiß nicht, was uns hier heute erwartet, aber hoffentlich finden wir die Strickerin", sagt sie.

Angelika Schlichtmann (67) vom Werstener Strickkreis hat auf der Feier dieses Glück gehabt und persönliche Bekanntschaft geschlossen: "Soeben habe ich eine Mutter kennengelernt, dessen Kind unsere Socken trägt", erzählt sie stolz und freudestrahlend.

Quelle: RP
 
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