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Wersten
Unfallschwerpunkt Werstener Kreuz

Wersten: Unfallschwerpunkt Werstener Kreuz
Das Werstener Kreuz aus der Vogelperspektive. Linkerhand führt die Kölner Landstraße in den Süden der Stadt FOTO: Christoph REichwein
Wersten. Die Kreuzung am Werstener Deckel, an dem viele Fahrstreifen zusammentreffen, ist in die Top Ten der Unfallschwerpunkte aufgerückt. 2015 krachte es dort 56 Mal. Die Kreuzung wird Thema in der Unfallkommission. Von Andrea Röhrig

Wenn die Polizei im Februar die Unfallzahlen für das Vorjahr vorlegt, fertigt sie immer auch eine Top Ten der Unfallschwerpunkte in Düsseldorf an. Während es für 2015 bei den ersten fünf Örtlichkeiten nur Verschiebungen untereinander gegeben hat - so schoss das Mörsenbroicher Ei mit 146 Unfällen von Platz drei auf eins - sind auf den Plätzen neun und zehn zwei Stellen hinzugekommen, die 2014 noch an Platz 19 und 22 rangierten: die Ecke Corneliusstraße/Herzogstraße sowie das Werstener Kreuz. Dort krachte es 2015 jeweils 56 Mal. Bei der Präsentation der Ergebnisse durch die Polizei hieß es zum Werstener Kreuz, dass an vielen Unfällen Fußgänger beteiligt seien, die zur Haltestelle wollten.

Ein solchgelagerter Unfall ereignete sich auch am Abend des 20. Februar. Ein Elfjähriger querte an der Fußgängerfurt Ecke Werstener Straße bei Grün die Kölner Landstraße, um zur Haltestelle zu gelangen, wo die abfahrbereite Straßenbahn stand. Dabei wurde das Kind von einem von rechts kommenden Fahrzeug angefahren. Es konnte nach einer ambulanten Behandlung das Krankenhaus verlassen. Der Fahrzeugführer flüchtete. Bei der Polizei hat sich trotz Aufrufs in den Medien bislang kein Zeuge gemeldet.

Diesen Unfall nimmt man beim Amt für Verkehrsmanagement zum Anlass, in der Unfallkommission über Maßnahmen zur Entschärfung der Kreuzung zu beraten. Dort gibt es Fahrbeziehungen in Richtung Innenstadt und in den Stadt-Süden. Es führen jeweils zwei Fahrstreifen von und auf die Autobahn 46 - und das in beide Richtungen. Und in der Mitte fahren mehrere Straßenbahnen, einige fahren geradeaus über die Kölner Landstraße weiter, aber beispielsweise die U71 biegt dort ab oder kommt aus Richtung Corneliusstraße.

Bereits im Januar schrieb Marcel Tiemann die Stadt und die Polizei an. Sein Sohn geht in die Henri-Dunant-Grundschule am Rheindorfer Weg. Jeden Morgen müsse dieser mit zwölf weiteren Kindern im Alter zwischen sechs und neun Jahren das Werstener Kreuz queren, um zur Schule zu gelangen. Neben der Gemeinschaftsgrundschule liegt die katholische Marienschule. Er und andere Eltern, so Tiemann, beobachteten immer wieder, dass Autofahrer sowie Linienbusse, die von der Autobahn auf der Geradesausspur Richtung Haltestellen kämen, bei Rot in die Kreuzung einführen und wenn die Kinder grün hätten, über die Ampel rasten.

Selbst für Erwachsene sei diese Kreuzung schwer zu überblicken, sagt der Werstener. Es sei ein Wunder, dass bisher an dieser Stelle noch nichts Schlimmes passiert sei. Polizeidirektor Thomas Decken, seit September 2015 Leiter der Polizeiinspektion Süd, kennt die Kreuzung von seiner täglichen Pendelei zwischen Arbeitsplatz und Wohnort. Auch ihm fallen dort immer wieder Autofahrer auf, die eben noch bei Gelb in die Kreuzung einfahren und diese dann blockieren.

Von den 56 Verkehrsunfällen, die die Polizei 2015 aufgenommen hat, sind laut Decken 49 im Bagatellbereich. Von den verbleibenden sieben habe es bei sechs Unfällen Verletzte gegeben, davon drei Fußgänger beim Überschreiten einer Fußgängerfurt. Einer wurde schwer, zwei leicht verletzt. Zum Verständnis: In der Polizeistatistik wird eine Verletzung dann als schwer bezeichnet, wenn das Unfallopfer stationär im Krankenhaus verbleiben muss.

Die Polizei hat der Stadt die Unfallmeldung von dem angefahrenen Elfjährigen weitergeleitet. Denn die hat die Leitung in der Unfallkommission, in der zudem Vertreter von Polizei, Rheinbahn, der Bezirksregierung und dem Landesbetrieb Straßen.NRW sitzen. Patric Stieler ist Abteilungsleiter im Bereich Verkehrstechnik und sitzt dem Gremium vor, seit Roland Hahn 2014 in den Ruhestand gegangen ist. Die Kreuzung sei bereits 2007 Unfall-Häufungsstelle gewesen, berichtet Stieler und zählt typische Vergehen von Verkehrsteilnehmern auf: illegale Überfahrten zur A46 sowie Rotlichtverstöße. Vor allem der nördliche Bereich der Kreuzung an der Tankstelle sei auffällig, sagt er. 2007 waren es 54 Unfälle; das Werstener Kreuz landete da auf Rang sieben.

Im Mai oder Juni tritt die Unfallkommission zusammen. Stieler will dort die Örtlichkeit zum Thema machen. Ansätze sind seiner Meinung nach eine Überprüfung der Ampelschaltungen in ihrem Verhältnis zueinander sowie die Überwachung von Rotlichtverstößen. Bauliche Veränderungen an dieser Stelle sind hingegen eher schwerlich hinzubekommen.

Quelle: RP
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