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Wersten
Unnötige Niederlage für Wersten 04

Wersten. Die 04er führen durch einen schnellen Treffer von Stojan Cekic gegen den TV Grafenberg. Ein Eigentor und zwei Treffer des Abstiegskandidaten sorgen für ein 1:3 und beim Werstener Trainergespann für eine tiefe Depression. Von Tim Breitbach

Das war der falsche Tipp: Jens Weihrauch, der erfahrene Routinier, saß beim Anpfiff auf den Stufen der Stehplatz-Ränge unter den fast 70 Zuschauern und tippte: "Wir gewinnen heute 4:0." Und nach zwei Minuten sah es auch so aus, als ob der ehemalige SVW-Spielmacher mit Borussia-Mönchengladbach-Erfahrung ein guter Tipper wäre. Doch wie sich im Laufe des Spiels herausstellte, war er als Spieler erfolgreicher und hätte seinem Klub auf dem Platz sicher geholfen. Doch die zu Beginn spielfreudigen Platzherren des SV Wersten 04 waren 15 Minuten lang nach Belieben überlegen und hätten mit mindestens 3:0 führen müssen.

So kombinierten sie sich mit blitzschnellem Fußball bereits in Minute zwei zum zweiten Mal durch die Abwehr des TV Grafenberg, und Stojan Cekic sorgte freistehend mit seinem siebten Saisontor für das 1:0 der Grün-Weißen. Doch am Ende der vom großzügig-guten Unparteiischen Simon Hilkert - er versagte sowohl dem TVG als auch dem SVW einen Foulelfmeter - geleiteten Partie war Gelb-Schwarz obenauf. Der TV Grafenberg, praktisch als Absteiger feststehend, ging nicht einmal unverdient als 3:1 (1:1)-Sieger vom Kunstrasen am Dechenweg und stürzte nicht nur Werstens Trainergespann Ali Glubizs/Ralf Krüll in "tiefe Depression".

Die Gäste gewannen, weil sie in den Zweikämpfen viel bissiger waren und sie diszipliniert den Vorgaben ihres Trainers folgten. Im Gegensatz dazu die Werstener, die gegen die defensiv eingestellten Gäste nach 15 Minuten der Geduld sowohl die Ordnung im Spiel als auch jede taktische Disziplin verloren. Und außer viel Ballbesitz kam nichts dabei herum. Außer teilweise haarsträubende Ballverluste, mit denen man den spielerisch klar unterlegenen Gästen zurück in die Partie half. Dazu passte, dass Martin Symalla das 1:1 mit einem vollkommen unmotivierten Volleyschuss fast von der Mittellinie ins eigene Tor - unhaltbar für den starken SVW-Torwart Andreas Peter Henrich - erzielte (6.), als er einem noch recht weit entfernten Grafenberger im Kampf um den Ball zuvorkommen wollte. Auch, dass die Hausherren bei ihren 11:1-Eckbällen zu selten einmal wirkliche Gefahr vor dem TVG-Gehäuse fabrizierten. Und wenn, dann vergaben José Rodrigues und Co. diese - manchmal sogar recht kläglich. Die Entscheidung in dem Kellerderby fiel kurz nach der Pause, als die Werstener mit Macht auf das erneute Führungstor drängten. Der Gegenentwurf des TVG: Zweimal Steilpass, zweimal Tor. Zuerst war es Dennis Quandt, der, allein zwischen der zu weit aufgerückten SV-Abwehr stehend, von der Strafraumgrenze zum 2:1 der Gäste traf (49.) und nur drei Minuten später war es TVG-Torjäger Felix Gummersbach, der das Endergebnis auf ähnliche Weise markierte. Wobei die Gäste noch einige Male an SV-Keeper Henrich scheiterten.

"Die Chancen, uns noch zu retten, sind weiter gegeben", meinte Kapitän Dominik Russek, "aber besser geworden sind sie nicht. Da müssen wir anders spielen."

Und der zuschauende Ex-Torjäger Dirk Engel verriet: "Wer solche Chancen zu Beginn nicht nutzt wie der SV, verliert oft." Und SV-Trainer Glubisz erklärte: "Das macht mich traurig und sauer. Ich habe so oft gesagt, was uns erwartet und was dagegen zu tun ist. Und kaum einer hält sich daran."

Quelle: RP
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