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Wersten
Verkehrshelfer dringend gesucht

Wersten. Nur ein Lotse ist am unübersichtlichen Werstener Kreuz im Einsatz. Zu wenig finden die Eltern, die immer wieder brenzlige Situationen beobachten. Eigentlich hätte nach den Osterferien schon Verstärkung kommen sollen. Von Simona Meier

Luca, Bruno, Fabian, Bastian und Nick gehen ihren Schulweg morgens gemeinsam. Sie bilden eine sogenannte "Laufgemeinschaft". Verkehrshelfer Ernst Aßmann grüßen sie freundlich an der Ampel. Er steht alleine mit seiner Kelle und Warnweste am Fußgängerüberweg am Werstener Kreuz und sichert den Schulweg. Für die Eltern der Grundschüler sei das eine Beruhigung, sagt Marcel Tiemann. Sein Sohn passiert täglich das verkehrsreiche Werstener Kreuz auf dem Weg zur Gemeinschaftsgrundschule am Rheindorfer Weg. Die große Kreuzung gilt als Unfallschwerpunkt.

2015 krachte es dort 56 Mal. Morgens zwischen 7.40 und 8.15 Uhr wird es oft besonders hektisch. Busse, Straßenbahnen, Pendler und Radfahrer passieren den Verkehrsknotenpunkt mit Autobahnzubringer. Dann muss auch Ernst Aßmann aufpassen, dass ihn kein Autofahrer übersieht: "Ich wäre auch schon fast überfahren worden", sagt er. Viele Verkehrsteilnehmer wollen geradeaus Richtung Zentrum fahren, obwohl das dort nicht erlaubt ist.

Täglich beobachten Eltern, die ihre Kinder begleiten, brenzlige Situationen. Deshalb kann auch Marcel Tiemann nicht verstehen, warum sich nichts tut und mehr Verkehrshelfer oder ein Blitzer dort zum Einsatz kommen. "Die Stadt hat es in den vergangenen Monaten nicht geschafft, einen weiteren Mitarbeiter zu organisieren und hat Herr Aßmann dort allein gelassen", sagt er.

Bereits für nach den Osterferien hatte Andrea Blome vom Amt für Verkehrsmanagement Verstärkung angekündigt. Mit Beginn der dunklen Jahreszeit wünschen sich die Eltern der Grundschüler nun endlich mehr Aufmerksamkeit. "Wir haben selbst schon in der Elternschaft und über die Schule nach Freiwilligen gesucht", sagt Marcin Zakrzewski. Er begleitet seinen Sohn häufig zur Marienschule und ist dort in der Elternpflegschaft aktiv. Bislang blieb die Suche in der Elternschaft erfolglos, weil die meisten berufstätig sind. Deshalb wechseln sich in dieser Laufgemeinschaft die Eltern ab. "Wir pflegen die Kontakte zu Herr Aßmann", sagt er und hofft, dass dieser bald Verstärkung bekommt und nicht aufgibt.

Für ihren Einsatz erhalten Verkehrshelfer eine finanzielle Aufwandsentschädigung. Im Vorfeld werden sie geschult. Vor den beiden Werstener Grundschulen am Rheindorfer Weg sind die Kreuzung an der Kölner Landstraße und der Zebrastreifen vor dem Schuleingang immer ausreichend mit Verkehrshelfern gesichert.

Die Schulleiterinnen beider Grundschulen kennen das Problem des Werstener Kreuzes. Auch sie sehen Nachbesserungsbedarf und reagieren auf die Anfragen der Eltern. "Bei uns war das vorige Woche wieder Thema. Wir stehen in Kontakt mit der Polizei, die sich die Situation noch mal anschauen will", sagt Rektorin Melanie Gregrowicz von der Gemeinschaftsgrundschule am Rheindorfer Weg. Die Lehrerinnen sind sich einig, dass die Kinder ihre Wege möglichst selbst gehen sollen. "Wir werben deshalb für gemeinsame Laufgruppen, das schult die Kinder auch", sagt Schulleiterin Barbara Krüger von der Katholischen Marienschule.

Da der Verkehr vor den Schulen häufig von Eltern verursacht wird, die die Kinder bis vors Schultor fahren, wurde auf einem Supermarktparkplatz nahe der Schule eine Hol- und Bringzone eingerichtet. Für die über 600 Kinder, die morgens zu beiden Grundschulen unterwegs sind, reicht das nicht aus. "Es wird über eine weitere Möglichkeit nachgedacht", sagt Barabara Krüger. Für die Kinder, die das Werstener Kreuz queren, werden weiterhin neue Verkehrshelfer gesucht. Ernst Aßmann wünscht sich neben Verstärkung im Team auch eine bessere Ausstattung für die Wintermonate: "Eine beleuchtete Kelle und eine Jacke mit Aufdruck wäre sinnvoll", sagt er. Bislang trägt er nur eine Warnweste.

Quelle: RP
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