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Wersten
Verkehrshelfer suchen Verstärkung

Wersten: Verkehrshelfer suchen Verstärkung
Ernst Assmann ist Verkehrshelfer am Werstener Kreuz. Zum Teil steht er dort jedoch morgens alleine und wünscht sich daher Verstärkung. Die soll nach den Osterferien kommen. FOTO: günter von ameln
Wersten. Ans Werstener Kreuz ist Ernst Aßmann zurückgekehrt. Die große Kreuzung verträgt aber weitere Helfer. Von Simona Meier

Eigentlich soll Ernst Aßmann nicht alleine auf der kleinen Verkehrsinsel stehen. Ausgestattet mit Warnweste und Kelle sichert er den Schulweg am Werstener Kreuz, nahe der Tankstelle und dem Halt der Straßenbahnen und Busse. Die große Kreuzung hat es in die Top Ten der Düsseldorfer Unfallschwerpunkte geschafft. 56 Mal krachte es 2015 dort. Viele überfahren durchgezogene Linien und bringen Fußgänger und Radfahrer in brenzlige Situationen. Eine Menge Schulkinder müssen morgens und mittags diese Kreuzung überqueren.

Aufmunternd schauen Eltern, die ihre Kinder begleiten, den Verkehrshelfer an, der gestern früh alleine vor Ort ist. "Ich würde mir noch mehrere von denen wünschen", sagt ein Vater, der mit seinem Sohn an der Hand vorbei eilt. "Stopp" ruft Ernst Aßmann, wenn die Ampel auf Gelb wechselt; er hält die Kelle als Signal hoch und stoppt so manchen Autofahrer, der noch eben schnell die Kreuzung passieren möchte. "Ich kann nicht überall gleichzeitig sein", sagt er und hofft, dass bald neue Mitstreiter morgens den Schulweg zwischen 7.40 Uhr und 8.15 Uhr sichern. Nach den Osterferien soll es soweit sein. Zur Zeit schule die Polizei zwei neue Helfer, teilte das Amt für Verkehrsmanagement mit.

Seit neun Jahren ist Ernst Aßmann als Verkehrshelfer aktiv. Pünktlichkeit sei wichtig, erklärt er. Leider fangen einige das Ehrenamt an, für das es eine kleine Aufwandsentschädigung gibt, und oft erscheinen sie dann nach kurzer Zeit nicht mehr. Das erleben auch die anderen Verkehrshelfer, im direkten Umfeld der beiden Grundschulen am Rheindorfer Weg.

Brigitte Müller und Michaela Röhle stehen diesmal am Zebrastreifen direkt vor dem Schuleingang. "Wir müssen sehr konzentriert sein, manche fahren hier sogar über 50 Stundenkilometer", sagen sie. Es kommt vor, dass ihnen die Autos direkt vor die Kelle fahren. Das Warnsignal schreckt nicht jeden ab. "Am Werstener Kreuz wird dringend Verstärkung gebraucht", sagt Brigitte Müller. Mindestens drei Personen wären dort sinnvoll. Dort herrsche allerdings auch schon mal ein rauer Ton, stellen die Verkehrshelferinnen fest. Nicht jeder ist den Lotsen freundlich gesonnen. Die Schulkinder und ihre Eltern sind meistens begeistert. Ein fröhliches "Guten Morgen", schallt dann über den Gehweg, um den Verkehrshelfer persönlich zu begrüßen.

Seit einem Vierteljahr sind auch Annegret Schröder und Horst Dieter Bauer im Einsatz. Sie wurden für ihren Einsatz geschult und stehen bei Wind und Wetter an den Ampeln. "Ich mache das vier Tage die Woche", sagt Annegret Schröder, der es als Frühaufsteherin nichts ausmacht, morgens unterwegs zu sein. Für die Kinder setzen sich die Verkehrshelfer gerne ein. "Manchmal sind die Kinder auch bei Grün unsicher, ob sie rübergehen können", sagt Michaela Röhle. Horst Dieter Bauer muss manchmal aber die Voreiligen stoppen, deren Füße schon auf der Straße sind, bevor die Ampel grün zeigt.

Immer wieder seien es vor der Schule Eltern, die für gefährliche Situationen sorgten, wird erzählt. Dann wird knapp vor dem Eingang und dem Zebrastreifen mit dem Auto angehalten, so dass die anderen Passanten nichts mehr sehen können. Auf dem nahe gelegenen Supermarktparkplatz gibt es neue Schilder, die dort eine Hol- und Bringzone für Eltern ausweisen. Ob die tatsächlich genutzt wird, fragen sich die Verkehrshelfer noch.

Quelle: RP
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