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Wersten
Verzögerungen wegen Statik-Problem

Wersten. Eigentlich hätte der Abriss der Gebäude an der Ecke Mergelgasse/Kölner Landstraße schon längst beginnen sollen. Dort soll ein Wohn- und Geschäftshaus entstehen. Es gibt Probleme, weil das Nebenhaus noch per Hausgiebel verbunden ist. Von Andrea Röhrig

Kommt der dm-Markt oder kommt er etwa doch nicht?, das fragen sich seit einigen Wochen besorgte Werstener. Denn der Blick auf die Baustelle an der Ecke Kölner Landstraße/Mergelgasse ist seit Wochen der gleiche. Und dabei hatte eine Vertreterin der städtischen Bauaufsicht in der Sitzung der Bezirksvertretung 9 Ende April die Stadtteilpolitiker darüber informiert, dass bereits wenige Tagen später mit dem Abbruch der Gebäude hätte begonnen werden sollen.

Auf dem Areal, auf dem sich unter anderem eine schon seit langem nicht mehr betriebene Tankstelle und ein Kiosk befinden, entsteht ein modernes Mehrfamilienhaus, in dessen Erdgeschoss die Drogeriemarktkette dm einziehen wird. Die Gerüchte, die in sozialen Netzwerken im Umlauf sind, dass dm nichts von einer neuen Filiale an diesem Standort wisse, erstickt Bauherr Peter Thunnissen im Gespräch mit unserer Redaktion im Keim: "Wir haben mit dem Unternehmen einen festen Vertrag. Dort scharrt man schon mit den Hufen, wann es endlich los geht." Thunnissen ist besondern stolz über die Architektur des Gebäudes: "Wir haben eine tolle Architektin gefunden." Neben dem Drogeriemarkt entstehen in dem Gebäudekomplex 15 Wohnungen.

Seit der Insolvenz von Schlecker im Jahr 2012 ist der größte Stadtteil im Düsseldorfer Süden mit immerhin rund 27.000 Bewohnern ohne eigene Drogerie. In allen Umfragen, unter anderem durch die Industrie- und Handelskammer, wurde deutlich, dass die Bewohner solch ein Angebot stark vermissen. Rund 500 Quadratmeter soll die neue Drogerie groß werden.

Warum die Bagger noch nicht angerollt sind, kann Peter Thunnissen ebenfalls erklären: "Es gibt Statikprobleme." Allerdings wegen des Nachbargebäudes, für das es keinen statischen Nachweis gibt. Dieses wurde später gebaut und nutzt den selben Giebel wie das Haus, das nun mit abgerissen werden soll. Wie das gelöst werden kann, sollen nun Fachleute klären. Die Vergabe dieser Arbeiten läuft aktuell. "Im August wird es dann vor Ort mit den Arbeiten richtig losgehen", sagt Thunnissen.

Und dabei gibt es wegen der alten Tankstelle noch so einiges zu beachten. Unter anderem müssen die auf dem Gelände befindlichen Öltanks abmontiert werden. Der Bauherr rechnet damit, dass die Arbeiten 15 Monate dauern werden, und so könnte dann tatsächlich Ende 2017 alles fertig sein. Geplant sind in dem Eckhaus 15 barrierefreie und altengerechte Wohnungen. Eine Mischung unterschiedlicher Wohnformen und Grundrisse soll auch ein Mehrgenerationen-Wohnen möglich machen. Außerdem ist eine Tiefgarage geplant.

Nicht nur bei dem Unternehmen dm, sondern auch in der Werstener SPD scharrt man schon ungeduldig mit den Hufen. Vor allem die zuständige SPD-Ratsfrau Cornelia Mohrs hat sich in dieser Angelegenheit stark engagiert und den Kontakt zwischen Stadt, Bauherr und dm hergestellt. "So bald es auf der Baustelle los geht, werden wir zu einem Info-Stand einladen", sagt sie. Der für Anfang Juli ins Visier genommenen Termin war verschoben worden, weil es auf der Baustelle nichts zu sehen gab. Eine Aktion mit Augenzwinkern haben sich die Sozialdemokraten auch schon überlegt: "Wir werden an dem Baustellenzaun Schilder aufhängen mit dem Hinweis "Wir lieben diese Baustelle." Denn egal, wohin Mohrs auch kommt, überall wird sie nach dem Sachstand zur Drogerie befragt.

Quelle: RP
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