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Wersten
Von Geburt an Schütze

Wersten. Markus Schulz ist in einer Schützenfamilie aufgewachsen. Der 16-Jährige engagiert sich nicht nur für den St. Sebastianus Schützenverein Wersten, sondern ist auch im Schießsport erfolgreich. Von Ina Armbruster

Wenn Markus Schulz erzählt, dass er Sportschütze ist, hört er oft den gleichen Spruch: "Schießen ist doch kein Sport." Darüber kann der 16-Jährige nur den Kopf schütteln. Er weiß, wie viel Training nötig ist, um aus zehn Metern Entfernung sicher einen kleinen Punkt von einem halben Millimeter Durchmesser treffen zu können - die Zehn auf der Zielscheibe. Er ist mit dem Sport aufgewachsen. Sein Großvater, seine Eltern, die drei älteren Geschwister - alle sind bei den St. Sebastianus Schützen in Wersten aktiv. Als Kind übte er mit dem Lasergewehr, seit vier Jahren mit einem echten.

"Anfangs waren wir beim Training eine Gruppe von etwa acht Kindern. Wir haben das damals noch aufgelegt", blickt er zurück. Die anderen Kinder haben das Hobby nach und nach aufgegeben. Markus blieb dabei und lernte das Freihand-Schießen. "Es macht einen enormen Unterschied, das Gewehr zum Schießen nicht abzulegen", sagt er. "Man muss die richtige Ausrichtung zur Scheibe finden und eine gute Körperspannung haben, um stabil zu stehen." Das sei echter Sport, für den viel Ruhe und Konzentration nötig ist. "Die Muskeln müssen angespannt sein, aber auch nicht so sehr, dass sie verkrampfen. Dann würde man zu sehr zittern."

Dass Markus das gut hinbekommt, beweisen die vielen Pokale im Wohnzimmer-Regal der Eltern. Den größten davon hat er im vergangenen Oktober gewonnen. Er wurde Landesjugendkönig. Bei dem so genannten Königsschießen wird der Beste aus zwanzig Schüssen bewertet. Bei Meisterschaften geht es darum, mit 40 Schüssen eine möglichst hohe Ringzahl zu schaffen. "Anfangs habe ich mich recht schnell gesteigert, aber je besser ich werde, desto schwieriger ist es, noch besser zu werden. Das ist normal", erklärt Markus. Er ist stolz auf seine Erfolge, denn er weiß, dass andere viel mehr trainieren als er. Dafür hat er einfach zu viele andere Hobbies. Chor, Trompete spielen, das Engagement in der Kirchengemeinde. Fast jeder Nachmittag ist bei Markus verplant. Während der Schulzeit sei das kein Problem gewesen. "Aber jetzt mache ich eine Lehre als Maurer und arbeite länger. Ich werde mir überlegen müssen, welche Hobbies ich aufgebe." Das Schießen wird es nicht sein. Im Gegenteil. Er hätte gerne die Zeit, einen zweiten Trainingstag pro Woche zu haben. Am liebsten möchte er an einem Landesleistungsstützpunkt in Ratingen oder Langenfeld trainieren, um optimale Förderung zu erhalten. Doch auch in Wersten wird er bald bessere Trainingsbedingungen haben: Der Schießstand wird derzeit auf eine elektronische Treffererfassung aufgerüstet.

Markus Vater, Schützenchef Michael Schulz, verrät augenzwinkernd das heimliche Ziel seines Sohnes: "Besser werden als ich es früher war." Er ist zuversichtlich, dass sein Sohn das schaffen wird. Derzeit liegen sie etwa gleich auf.

Auf jeden Fall hat sich Markus vorgenommen, sich irgendwann einmal für die Deutschen Meisterschaften in München zu qualifizieren. 380 Ringe braucht er dafür, zurzeit liegt er etwa bei 360.

Doch auch innerhalb des Schützenvereins Wersten sind die Ziele klar steckt. Dort hat er bisher alle Ämter bekleidet, die er in seinem Alter bekleiden konnte, vom Pagen- über den Jugend- bis zum Jungschützenkönig. Wenn er alt genug ist, um Regimentskönig zu werden, wird er sicher diesen Titel holen.

Quelle: RP
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