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Wersten
Weihnachtstheater im Wilden Westen

Wersten. Erstmals präsentiert die Gruppe "Märchenfieber" mit "Abrechnung in Silver City" in diesem Jahr einen familientauglichen Western. Die Inszenierung ist voller Westernklischees mit Revolverhelden, Sheriff und Indianer. Von Simona Meier

Die Gruppe Märchenfieber startet in diesem Jahr erstmals mit einem eigenen Theaterstück ganz ohne Anleihen aus bekannten Märchenstücken. Es geht stattdessen in den Wilden Westen.

Dort hat Sheriff Ostholz (Stephan Ehlen) ein Problem: Er muss den Postkutschenräuber Billy (Ernst Schaljo) sicher verwahren, bis der Richter eintrifft. Doch Billys Vater J.R. Goodnight (Iver Thomsen) ist ein einflussreicher und skrupelloser Rinderbaron und will sich das nicht bieten lassen.

Welches Spiel spielt die schöne Fremde, die plötzlich im Ort auftaucht und unangenehme Fragen stellt? Mit wem hat sie noch eine Rechnung offen?

Nina Ebner hat das Stück für die engagierte Theatergruppe geschrieben, die schon viele Jahre regelmäßig in der Vorweihnachtszeit ihr Stücke für Familien präsentiert. Der Wechsel vom Märchen zum Western fiel ihr leicht, denn sie ist ein richtiger Western-Fan: "Ich gucke durchgehend seit meiner Kindheit Western" sagt sie. Aber die Dramaturgie sei im Western eben anders als im Märchen. "Da ist am Ende das Duell", stellt sie fest.

Zur Vorbereitung auf die Arbeiten am Stück selbst hat die ganze Theatergruppe schließlich Western geschaut. "Wir wollten einfach mal das Genre wechseln, nachdem wir viele Jahre immer bekannte Märchen verändert haben", sagt Karen Baum, die im neuen Stück die Maria mimt. "Deren Familie wurde durch Hunger und Armut zerstört. Jetzt sinnt sie auf Rache."

Das neue Stück "Abrechnung in Silver City" ist gespickt mit Anspielungen aus alten Karl-May-Filmen und neuen Stücken wie "Der Schuh des Manitu". Und auch eine Fülle von Shakespeare-Zitaten können Kenner entdecken. Earl Grey (gespielt von Heidi Reich) ist ein wunderlicher Naturkundler, der nur in Zitatform spricht. Die Rolle sei deshalb gar nicht so einfach. "Wo meinen Kollegen sonst auch mal sprachlich einfach improvisieren können, muss ich immer genau am Text bleiben, weil man sonst sofort den Unterschied merkt", sagt Heidi Reich.

Den Sheriff Ostholz spricht Stephan Ehlen mit verstellter Stimme, was er eine ganz Zeit lang sehr intensiv trainierte.

Für die Gruppe "Märchenfieber", die einige Eltern der Kindertagesstätte Wiesdorfer Straße begründeten, als sie eine Weihnachtsfeier mitgestalteten, gehören die Auftritte vor Weihnachten fest zum Jahresplan.

Regelmäßige wöchentliche Proben, die gemeinsame Inszenierung und Vorbereitungen mit Workshops und Tanztraining zählen mittlerweile dazu. "Diesmal präsentieren wir wieder zwei Tänze. Einen klassischen Squaredance und der Tanz Superperforator aus dem Film Schuh des Manitu", sagt Karen Baum. Die Choreographie hat Tanzprofi Marina Hüls auch in diesem Jahr für das Ensemble übernommen. In den selbstgestalteten Kulissen (Agnieska Lorenz) bestehend aus der sehr plastischen Landschaft und dem Saloon wird erstmal auch während des Stücks gegessen und getrunken. "Natürlich geht da viel Whiskey in Form von Apfelsaft und Eistee über den Tisch", sagt Karen Baum.

Auch bei der Kostümwahl wurde auf jedes Detail geachtet. Marie Fisch vom Akki- Aktion & Kultur mit Kindern hat das Indianerkostüm für Marion Schröder geschneidert. "Vieles ist handgefilzt und nah am Original", sagt die Darstellerin. Schwierigkeiten bereitete im Vorfeld die Auswahl der richtigen Munition. "Die war sehr leise, jetzt haben wir welche, bei der es hoffentlich richtig knallt", sagt Baum.

Quelle: RP
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