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Wersten
Weiter Irritationen am Werstener Kreuz

Wersten: Weiter Irritationen am Werstener Kreuz
Mehrfach hat Marc Preußer beobachtet, dass die Bahnen angefahren kommen, ohne dass das Warnsignal blinkt - wie in dieser Situation. Als die Rheinbahn kontrollierte, funktionierte nach ihren Aussagen alles einwandfrei. FOTO: Hans-Jürgen Bauer
Wersten. Die Rheinbahn erklärt: Signale blinken nicht bei der Abfahrt der Bahnen. Gefährliche Situationen entstünden, weil Fußgänger und Kinder auf der Kreuzung überfordert seien. Von Simona Meier

Das Werstener Kreuz ist eine der verkehrsreichsten Stellen in Düsseldorf. Die große Kreuzung mit Autobahnzufahrten passieren täglich tausende Menschen. Geregelt wird der Verkehr durch Ampelanlagen, Fußgängerüberwege und Signale der Straßenbahnlinien. Das scheint häufig die Passanten zu verwirren. So beobachtete Vater Marc Preußer mehrfach auf dem Schulweg seiner Kinder, dass die Bahnen angefahren kämen, ohne dass das orangefarbene Warnsignal blinke. Beispiel die U 71, die von Benrath kommend links abbiegt auf die Haltestelle Werstener Dorfstraße. "Ein unhaltbarer, lebensgefährlicher Zustand", sagt Preußer.

Die Rheinbahn hat sich auf den Hinweis unserer Redaktion die Situation vor Ort angeschaut. Dabei habe ein Mitarbeiter festgestellt, dass alle Signale in Ordnung seien, heißt es auf Anfrage.

Die Rheinbahn weist darauf hin, dass die Bahnen, die losfahren, kein Signal geben - und auch nicht geben müssen. Auch seien die zusätzlichen Blinklichter laut Straßenverkehrsordnung nicht vorgeschrieben, erklärt Rheinbahn-Sprecherin Heike Schuster. "Diese hat die Rheinbahn in Zusammenarbeit mit dem Amt für Verkehrsmanagement der Stadt Düsseldorf installiert, um Bahnen, die von weitem kommen, anzukündigen und den Fußgänger zusätzlich zu warnen." Außerdem ergänzt sie: "In Fahrtrichtung der Bahn, also bei Ausfahrt aus der Haltestelle, blinken die Warnlichter niemals. Nirgendwo! Außer, es kommt zufällig eine Bahn aus der Gegenrichtung."

Die Regel sei folgende: Wenn der Fahrer mit der Bahn an der Haltestelle steht und losfahren will, kündigt er die Abfahrt durch ein Klingeln an. Schwieriger wird es, wenn die Bahn von weitem angefahren kommt, dann sollen die Blinklichter warnen.

Da die Bahn laut Straßenverkehrsordnung an Übergängen immer Vorfahrt hat, empfiehlt die Rheinbahn-Sprecherin: "Erst gucken, dann gehen - und zwar, wenn es sicher ist. Es ist bequemer, nur auf das Blinklicht zu achten. Ist es aus, kann ich einfach gehen. Das ist aber schlichtweg falsch. "

Oft seien es deshalb die Fahrer, die Unfälle vermeiden. Häufig beobachten die Fahrer der Rheinbahn, dass Menschen an den Übergängen unaufmerksam sind. Das stellt sich aus der Sicht eines Fahrers der Rheinbahn dann so dar: "Die Schienen-Trasse liegt in der Mitte und davor und dahinter ist eine Pkw-Fahrbahn. Beim Überqueren der Straße wird vorsichtig agiert, erreicht der Fußgänger aber dann die Schienen, wird losgelaufen. Spricht man die Fußgänger an, kommen dann Sätze wie: "Der Bahnfahrer muss ja bremsen!" Oder die Aussage: "Es hat ja nichts geblinkt." Vor den Autos hat man Angst und bei der Bahn, die einen viel längeren Bremsweg hat, ist man so leichtsinnig."

Die Warnlichter findet der namentlich nicht genannte Fahrer "sehr sinnvoll, so wie sie programmiert sind". Mobilitätseingeschränkte oder Senioren sowie Menschen mit Kinderwagen könnten so rechtzeitig reagieren und warten. Sein Tipp für Fahrgäste, wenn die Bahn an der Haltestelle steht: "Kurzer Blickkontakt zum Fahrer und ich merke, ob ich gehen kann oder nicht."

Quelle: RP
 
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