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Wersten
Zur Straße über wackelige Planken

Wersten. Die Netzgesellschaft verlegt im Düsseldorfer Süden neue Kabel. Wieder einmal laufen die Arbeiten nicht reibungslos. Diesmal Am Fahrenheitweg in Wersten. Von Birgit Wanninger

Sigrid Kruse ist seit Wochen nicht mehr aus dem Haus gekommen. Die 83-Jährige ist gehbehindert. Und das Haus zu verlassen, ist für sie aktuell viel zu gefährlich. "Das hat mir auch die Ärztin gesagt", erklärt sie. Das Einfamilienhaus, das sie mit Ehemann Karl Heinz bewohnt, liegt am Ende einer der drei Gassen am Fahrenheitweg in Wersten. Dort existiert seit vier Monaten eine Baustelle - und ein Ende ist für sie Am Fahrenheitweg in Wersten nicht in Sicht.

Wieder einmal ist es die Netzgesellschaft der Stadtwerke, die für Unmut sorg. Diesmal bei den Hausbesitzern der kleinen Siedlung. Auch die 25 Wohneinheiten am Fahrenheitweg sind vom Projekt Südstadt, bei dem Leitungen für Gas und Strom erneuert werden, betroffen. Allerdings ist einiges schief gegangen.

Während auf der Straße, die in einer Sackgasse endet, die Trasse gleich an mehreren Stellen aufgerissen ist, haben Bauarbeiter auf den Stichwegen, die zu den Reihenhäusern führen, Holzplanken verlegt. Darüber zu gehen ist eine wackelige Angelegenheit - vor allem bei dem feuchten Wetter besteht äußerste Rutschgefahr. Vor jedem Haus ist ein Loch gebuddelt worden, um an die Leitungen zu kommen. Das Ganze ist abgegrenzt mit rot-weißen Gittern, damit keiner in die Löcher fällt. Kein schöner Anblick. "Das war schon schlimmer", sagt Karl Heinz Kruse, "die haben doch schon etwas aufgeräumt."

Nachbar Marc Schubert hält die Situation für unzumutbar, und dass die Bauarbeiten kein Ende finden. Baulärm ist zu hören. Die kleinen Vorgärten, die mit viel Liebe hergerichtet waren, sind mit Baumaterial überdeckt. "Hinzu kommt, dass die Awista sich weigerte, die Tonnen am Haus abzuholen, da diese Leistung unter den gegebenen Umständen für ihre Mitarbeiter unzumutbar ist", sagt Kruse. Inzwischen schieben die Bauarbeiter die Tonnen nach vorne und wieder zurück.

Ein Schreiben der Netzgesellschaft, datiert auf den 27. Juni, hat die Anwohner auf die Arbeiten aufmerksam gemacht. Dazu gab es zwei Ansprechpartner mit Telefonnummer. "Die man aber nie erreicht", sagt Anwohner Gerhard Schurz. Er hat die Nummer zigfach gewählt, und auch weitere der Stadtwerke. Seine Informationen über die Baustelle bekam er größtenteils von einem Baggerführer. Vier Wochen hat dessen Firma die Zuwege aufgegraben. Neue Leitungen wurden gelegt und es wurde wieder zugeschüttet - bis auf die offenen Schächte. "Dort sollten Ende August/Anfang September die neuen Leitungen angeschlossen werden, um dann die Schächte zu schließen", sagt Schurz. Aber passiert ist das Gegenteil: Die Zuwege zu den Häusern wurden aufgegraben. Fernsehkabel sollen beschädigt worden sein, so dass manche Anrainer vier Wochen kein Internet hatten. Und wieder wurden die Wege aufgerissen. "Die Arbeiten wurden durch Leerzeiten verzögert", sagt Schurz. "Die wackeligen Abdeckbretter liegen immer noch da, und mittlerweile droht Frostgefahr", fügt er verärgert hinzu.

Und der Gipfel sei, dass sich herausgestellt habe, dass aufgrund eines Planungsfehlers die Elektro-Anschlüsse anders gelegt seien, als es die Stadtwerke akzeptierten. Diese Informationen hat er Anfang November bekommen. "Jetzt fängt das Ganze von vorne an", sagt er. "Das bedeutet, dass sich die Qualen für uns weiter hinziehen, die Arbeiten vor Weihnachten nichtenden."

Ein Stadtwerkesprecher gab gestern auf Anfrage unserer Redaktion Entwarnung. Er versprach, dass die Arbeiten, sollte kein Frost kommen, eine Woche vor Weihnachten komplett erledigt sein werden. Die wackeligen Planken sollen schon heute gesichert werden.

Zwei Gründe gibt es laut Netzgesellschaft für die Verzögerung: Im Trassenbereich waren mehr Provider für Kommunikation als erwartet, und bei den Arbeiten sind alte Rohre und Kabel mehrfach zerbröselt, was zu Störungen führte, die zuerst behoben werden mussten.

Quelle: RP
 
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