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Wittlaer
50 Jahre "Universität von Wittlaer"

Wittlaer. Seit fünf Jahrzehnten besteht die Grundschule am Standort Grenzweg. Ehemalige Lehrer berichten aus dem Schulleben, das auch in einer Ausstellung gezeigt wird. Von Julia Brabeck

Generationen von Jungen und Mädchen haben über die Jahrhunderte hinweg die Katholische Volksschule Wittlaer, die später zu einer Grundschule umgewandelt wurde, besucht. Wie alt die Schule genau ist, ist nicht bekannt. "Über die Anfänge wissen wir nur sehr wenig. Erstmals wird sie 1675 im Zusammenhang mit einer Reparatur erwähnt", sagt Heimatforscher Bruno Bauer. Er hat sich intensiv mit der Lehranstalt beschäftigt und über ihre Geschichte ein Buch herausgegeben, in dem sich auch Erlebnisberichte von Schülern befinden.

Immer wieder war die Schule an ihre Grenzen gestoßen, die Räume zu klein geworden. Deshalb gab es auch mehrfach Anbauten und Neubauten an verschiedenen Standorten, wie direkt neben der Kirche oder am Melbecksweg. Vor 50 Jahren ist die Schule dann an ihren jetzigen Platz am Grenzweg gezogen. Damals stand die Franz-Vaahsen-Schule mitten auf einem freien Feld. "Sie wurde als Universität von Wittlaer bezeichnet, da viele es nicht einsehen wollten, dass eine Grundschule so großzügige Gebäude erhalten sollte", sagt Margarete Zielgers.

Sie hat von 1963 bis 2004 an der Grundschule unterrichtet, den Umzug und die weitere Entwicklung der Schule miterlebt. Denn die musste an ihrem neuen Standort auch schon wieder zweimal erweitert werden, da die Schule in Kalkum schloss und viele neue Wohngebiete wie etwa Einbrungen im Düsseldorfer Norden entstanden. Und so stehen die Schulgebäude schon lange nicht mehr auf dem freien Feld. Eine "Insel" im Dorf war sie sowieso nie. "Wir pflegen ganz viele Beziehungen zu Vereinen und Institutionen, unter anderem zur Pfarre, zum Sportverein, zum Heimat- und Kulturkreis und natürlich zur Bruderschaft", sagt von der Gathen.

Mit 420 Kindern ist die Franz-Vaahsen-Schule inzwischen die größte Grundschule von Düsseldorf. "Für den Unterricht reichen die vorhandenen Räume noch aus, aber für die OGS, die von 225 Kindern besucht wird, könnten wir noch gut Platz gebrauchen", sagt Schulleiter Jan von der Gathen. Er freut sich, dass die alte Schulturnhalle durch einen Neubau ersetzt werden soll. "Dann haben wir endlich einen Raum, in dem die Schulgemeinschaft zusammen feiern kann. Die Einschulungs- oder Weihnachtsfeiern mussten wir in zwei Schichten organisieren", sagt von der Gathen.

Zum Jubiläum ist Margarete Zielgers zusammen mit anderen Ehemaligen an die Schule zurückgekehrt, um den heutigen Schülern von damals zu erzählen. "Es gab früher ja ganz andere Fächer wie Nadelarbeit, Heimatkunde und Katechismus. Ausländische Kinder gab es gar nicht. Heute besuchen Jungen und Mädchen aus der ganzen Welt unsere Schule", sagt Zielgers.

"Wir wollten das Jubiläum nicht mit einem steifen Festakt begehen. Die Schüler haben bestimmt viel mehr von solch authentischen Berichten", sagt der Schulleiter. Gefeiert wird aber auch noch am Samstag.

Dann können die Gäste auch eine Ausstellung besuchen, die sich mit der Geschichte der Schule befasst. "Zu sehen sind etwa alte Zeugnisse, Fotos, Werkstücke aus dem Unterricht und alte Schulbücher und Hefte", sagt Lehrerin Monika Leenders-Pannen.

Quelle: RP
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