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Wittlaer
Ärger um Gefahrenstelle auf Schulweg

Wittlaer. Seit sieben Jahren warten die Wittlaerer auf einen Zebrastreifen für die vielbefahrene Duisburger Landstraße. Viele Kinder müssen diese auf dem Weg zur Schule queren. Von Julia Brabeck

Roman Wesolowski ist sauer. "Bald braucht hier gar nichts mehr geschehen, denn wenn noch länger gewartet wird, sind die Kinder alle erwachsen." Mit hier meint der Vater den Überweg über die Duisburger Landstraße in Höhe der Straße Am Kehrbesen. Dort sollte eigentlich schon vor Jahren, als das große angrenzende Neubaugebiet fertiggestellt und von vielen jungen Familien bezogen wurde, eine Querungshilfe besonders für die vielen Schulkinder eingerichtet werden. Mehr als 100 Grundschüler, so schätzt Wesolowski, müssen täglich die vielbefahrene Straße an dieser Stelle kreuzen, an der sich bisher nur eine Verkehrsinsel befindet. Da viele der Schüler aber mit dem Fahrrad zur Schule fahren, ist die Insel oft zu klein. Zudem halten die Autofahrer auch selten an, um die Kinder durchzulassen. Messungen haben außerdem ergeben, dass 90 Prozent der Autofahrer dort zu schnell unterwegs sind. "Ich habe immer ein ungutes Gefühl, wenn mein Kind auf dem Weg zur Schule ist und selber schon gefährliche Situationen beobachtet", sagt Anja Nolden.

Viele Eltern begleiten deshalb die Kinder über die breite Landstraße. Andere fahren die Jungen und Mädchen direkt mit dem Auto zur Schule, obwohl der restliche Schulweg ungefährlich durch Wohn- und Spielstraßen führt. "Das läuft doch sämtlichen Anliegen, die Selbstständigkeit von Kinder zu fördern, entgegen", sagt Hajo Schulze, Vorstandsmitglied im Heimat- und Kulturkreis Wittlaer (HKK). Dieser hat nun eine Eingabe an den Anregungs- und Beschwerdeausschuss verfasst und an Ratsherrn Andreas Auler (CDU) übergeben, der den Ausschuss leitet.

"Der Skandal in dieser Sache ist, dass es sich nicht um ein schwer lösbares Problem handelt, sondern die Verwaltung einfach nichts unternimmt", sagt Auler. Anfangs war das noch verständlich, denn die Duisburger Landstraße fällt in die Zuständigkeit des Landes und damit in die Zuständigkeit des Betriebes Straßen.NRW. Auf Bundes- und Landesstraßen darf aber kein Zebrastreifen gebaut werden. Geplant war deshalb abzuwarten, bis die Straße zurückgestuft und zurückgebaut wird, da sie in diesem Umfang nicht mehr benötigt wird, seitdem die neu gebaute Umgehungsstraße B8n für eine Entlastung sorgt. Die Duisburger Landstraße würde nach dem Rückbau in die Zuständigkeit der Stadt fallen. Die Arbeiten sind aber bislang nicht erfolgt und es gibt keine Anzeichen dafür, dass diese in der nächsten Zeit starten sollen.

Die Bezirksvertretung 5 hat deshalb mehrmals die Errichtung eines Zebrastreifes oder einer Ampel gefordert. Straßen.NRW sieht dafür zwar keine Notwendigkeit, hat dem Vorhaben aber zugestimmt, wenn Düsseldorf dafür die Planungen und Kosten übernehmen würde. "Wir haben die Antworten der Verwaltung bisher so gedeutet, dass dort etwas passiert, und sind nun frustriert, dass gar nichts unternommen und geplant wurde", sagt Norbert Biermann (CDU). Die Möglichkeiten der Bezirksvertretung seien aber nun ausgeschöpft. Die Lokalpolitiker wollen zwar am Thema dran bleiben, aber erst einmal abwarten, was die Eingabe beim Beschwerdeausschuss bringt. "Wir wollen nicht warten, bis an dieser gefährlichen Stelle ein Unfall passiert. Die Sicherheit unserer Kinder geht vor", sagt der HKK. Der Kreis sieht auch Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD) in der Pflicht. "Als dieser vor zwei Jahren in Wittlaer bei einer Bürgerfragestunde war, hat er gesagt, er würde sich des Problems annehmen."

Die Eltern der Schulkinder haben inzwischen signalisiert, dass sie sich nicht mit dem Zebrastreifen als kleine Lösung zufriedengeben wollen. "Die Kinder wiegen sich dann in Sicherheit, doch ein Zebrastreifen wird oft von Autofahrern nicht beachtet. Damit wird die Situation nur noch gefährlicher", sagt Mara Schneider. Die Eltern fordern deshalb die Errichtung einer Bedarfs-Fußgängerampel.

Quelle: RP
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