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Wittlaer
Kompromiss für Wohngebiet gesucht

Wittlaer. Die Stadtwerke Duisburg besitzen ein großes Stück Bauland in Wittlaer. Düsseldorf wollte dieses als Freifläche erhalten. Von Julia Brabeck

Viel will und kann Ingo Blazejewski, Pressesprecher der Stadtwerke Duisburg AG, noch nicht über die Pläne am Wasserwerksweg in Wittlaer-Bockum verraten. "Wir sind aber auf einem guten Weg und es gibt keine Streitigkeiten mehr mit Düsseldorf. Wir erarbeiten gemeinsam eine Lösung, die beiden Seiten zufriedenstellt, beide Interessen berücksichtig", sagt Blazejewski. Mit Streitigkeiten meint er mehrere Gerichtsverfahren um ein 45.000 Quadratmeter großes Grundstück in Wittlaer. Dieses haben die Stadtwerke Duisburg schon Anfang des 20. Jahrhunderts erworben und gewinnen dort bis heute Trinkwasser.

Für das Areal in Sichtweite der Duisburger Stadtgrenze, zwischen der bestehenden Bebauung entlang des Wasserwerksweges und der Bockumer Straße, dem Feldhuhnweg und dem Rotfuchsweg, existiert aber auch ein Bebauungsplan aus dem Jahr 1967. Dieser ermöglicht dort 110 neue Wohnungen zum Teil in mehrgeschossigen Häusern. Solch eine Bebauung wollte die Stadt Düsseldorf verhindern und hat versucht diesen Plan aufzuheben. Denn eine deutliche Siedlungserweiterung nach Norden in die freie Landschaft entspricht heute nicht mehr den Zielen der Stadtplanung. So sollen "die bisher nicht bebauten Flächen in Düsseldorf für den Natur- und Landschaftsschutz, die Landwirtschaft, die Trinkwasserförderung und als Erholungsraum erhalten bleiben".

Doch die Bemühungen der Stadt Düsseldorf waren vergeblich. Die Stadtwerke Duisburg haben dagegen Einspruch erhoben und vor dem Oberverwaltungsgericht NRW Recht erhalten. Die Möglichkeit zu einer Revision gegen dieses Urteil konnte ebenfalls von Düsseldorf nicht eingeklagt werden. "Wir wollten auf alle Fälle unser Baurecht sichern und haben dies ja auch erreicht. Nun erarbeitet Düsseldorf in engen Gesprächen mit uns das Planungsrecht. Ob dann später auch sofort die Bagger rollen werden, steht noch nicht fest", sagt Blazejewski. Dass dem aber nicht so sein sollte, ist eher unwahrscheinlich, denn der Acker hat als Bauland einen Wert in zweistelliger Millionenhöhe, die Bebauung wäre also ein lukratives Geschäft.

Selber bauen werden die Stadtwerke wohl kaum. "Bautätigkeiten gehören nicht zu unserem Geschäftsfeld. Aber wie es am Wasserwerksweg nach der Schaffung des Baurechts weitergeht, dazu gibt es noch keine konkreten Planungen", sagt der Pressesprecher. Fest steht aber bereits, dass weniger als 110 Wohneinheiten am Wasserwerksweg gebaut werden sollen. "Denn Mehrfamilienhäuser werden dort nicht mehr geplant." Vielmehr ist eine Mischung aus Reihenhäusern und freistehenden Einfamilienhäusern wahrscheinlich, da diese sich der Bebauung im Umfeld angleichen würden.

Da nun von einer Bebauung in den nächsten Jahren ausgegangen werden kann, wünschen sich die Wittlaerer vor allen Dingen eine vernünftige Anbindung des Wohngebietes. Befürchtet wird eine weitere Belastung der Bockumer Straße, die ohnehin durch parkende Autos stark verengt wird und in der es deshalb immer wieder zu problematischen Situationen kommt. Diskutiert wird in diesem Zusammenhang, ob der geplante Rückbau der B8 dann noch sinnvoll ist, die Straßen nicht in ihrem vollen Umfang erhalten bleiben soll, zumal die Verkleinerung drei bis vier Millionen Euro kosten wird.

Quelle: RP
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