| 00.00 Uhr

Wittlaer
Mit Rosenkranzgebeten das Unheil der Welt abwenden

Wittlaer. In Johanna Jansens Wohnzimmer schmücken mehr als 120 Rosenkränze die Wände. Das Kuriose an der Sammlung ist, dass die 88-Jährige nie wirklich Rosenkränze gesammelt, sondern diese von ihren Bekannten übernommen hat. "Meine Tochter hat mir einen selbst getöpferten Engel geschenkt und an diesen habe ich meinen Rosenkranz gehängt. Meine Freundinnen haben das gesehen und mir nach und nach die anderen mitgebracht", sagt Jansen.

Die Gebetsschnüre sind immer aus einem Kreuz und 59 Perlen zusammengesetzt, wobei die Perlen für ein Gebet wie das "Gegrüßet seist du Maria" oder das "Vater unser" stehen. Die Kugeln der Rosenkränze sind aus verschiedensten Materialien wie Edelstein, Holz, Perlmutt, Perlen oder Kunststoff gefertigt. Ein Rosenkranz besteht sogar aus phosphoreszierenden Perlen, die im Dunkeln leuchten. Es gibt kleine Modelle für Kinder, aber auch Rosenkränze mit einem Umfang von gut eineinhalb Metern, die als Wandschmuck gefertigt wurden.

Immer wieder ist eine der vielen Perlenschnüre bei Johanna Jansen noch im Gebrauch. "Wenn die Gemeinde bei einer Beerdigung von der Kapelle zum Grab zieht, wird in Wittlaer der Rosenkranz gebetet", sagt Jansen. Ihr Großvater wurde mit einem Rosenkranz in den Händen beerdigt. "Damals wurde gesagt, dass der Tote dann etwas hat, womit er sich beschäftigen kann", sagt sie und lacht. Sie hat selbst noch Zeiten erlebt, wo mit den Rosenkranzgebeten Unheil abgewendet werden sollte. "Bei meiner Oma mussten wir uns bei Gewitter hinknien und den Rosenkranz beten. Und eine Freundin hat im Stall gebetet, um die grassierende Maul- und Klauenseuche abzuwenden." Die Sammlung die Wittlaerin wird wohl nicht mehr weiter wachsen "Ich glaube, ich habe jetzt wirklich genug."

(brab)
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Wittlaer: Mit Rosenkranzgebeten das Unheil der Welt abwenden


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.