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Düsseldorf
Wunderbar wundersame Welt

Düsseldorf: Wunderbar wundersame Welt
Leuchtendes Orange, wilde Blautöne, sattes Rot und saftiges Grün setzt Sonja Zeltner-Müller bei ihren expressiven Bildern ein. FOTO: Christoph Göttert
Düsseldorf. Bilk/LOHAUSEN Sonja Zeltner-Müller hat schon in Würzburg in der Galerie am Schloss ausgestellt und im Landtag am Rhein. Sie war bei der Aktion "Frauen gegen den Klimawandel" und beim "Kunstwandel", den offenen Ateliers in Bilk, dabei. Nun stellt sie im Café "Startklar" in Lohausen aus. "Phasenverschiebung" ist die Werkschau betitelt, denn sie ist Abbild einer künstlerischen Entwicklung. Von Stephan Hamacher

Zeltner-Müller setzt ihre Ideen in Öl auf Leinwand um. Die Farben scheinen zu explodieren, leuchtendes Orange und wilde Blautöne, sattes Rot und saftiges Grün, großzügig verteilt, stellen die Grundharmonie her. Es folgen filigrane Konturen, die weg von der Abstraktion und hin zur Figürlichkeit führen.

Party-Bild in drei Teilen

Da kreist ein Schwarm Fische durch den dunkelblauen Ozean, dezent leuchten die gelben Köpfe. Die Konturen von Häusern reihen sich aneinander wie Lampions an einer Kette. Flaschen und Gläser zeugen auf einem Stillleben-Triptychon von einem rauschenden Fest.

Und dann das Zeugnis von einem Kindergeburtstag: "Ich male Kuchen", sagt Sonja Zeltner-Müller. Das trifft es, ein banaler Satz, hinter dem allerdings so viel mehr steckt. Statt den Kindern Kuchen vorzusetzen, malte die Künstlerin als Geschenk ein Dutzend Bildtafeln voll. Verteilt auf die Wand, übereinander, nebeneinander, untereinander, ergeben sie eine Tortenschlacht. Immer wieder erschafft sie mediterrane Szenen, tanzende Häuser, wie sie selbst der Architekt Frank Gehry nicht hätte erfinden können. Es sind Strichgebilde mit simplen schwarzen Konturen auf monochromem Grund, die aber ganz klar als heimelige Wohnstätten aus dem sonnigen Süden zu erkennen sind. "Ich mag diesen Süden. Ich habe mich häufig in Frankreich, Spanien, Portugal herumgetrieben", sagt die in Reutlingen geborene Sonja Zeltner-Müller.

In viele ihrer Arbeiten webt sie fremde Materialien ein: Seidenpapier, Jute, Rostpigmente. Auf einem ihrer wundersam wunderbaren Werke erkennt man gar Auszüge eine Beethoven-Partitur. In den Gemälden ist der Mensch abwesend und doch spürt man irgendwie seine Nähe: Am verlassenen Strand, verborgen hinter den Häuserfassaden in der mediterranen Mittagshitze, nach dem Ende einer Party, wo er leere Flaschen und Gläser zurücklässt. So viel Fantasie kann man nicht erlernen. Man kann sie nur haben. Und das ist bei allem künstlerischen Können das Entscheidende in den Bildern von Sonja Zeltner-Müller.

Quelle: RP
 
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