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Düsseldorf
Stadtwerke machen Trinken teurer

Fakten rund ums Wasser
Fakten rund ums Wasser FOTO: Fotolia/2jenn
Düsseldorf. Wasser wird in Düsseldorf und Mettmann im neuen Jahr um durchschnittlich acht Prozent teurer. Der Grundpreis steigt von 80 auf 96 Euro. Für einen Vier-Personen-Haushalt steigen die Kosten durchschnittlich um 2,40 Euro. Von Thorsten Breitkopf

Trinkwasser in Düsseldorf und in Mettmann wird teurer. Die Stadtwerke haben eine Preiserhöhung für den 1. Januar 2016 angekündigt. Für einen typischen Single-Haushalt steigen die monatlichen Kosten ab Januar 2016 um rund 1,70 Euro, für einen Vier-Personen-Haushalt durchschnittlich um 2,40 Euro. Dies entspricht einer mittleren Steigerung um acht Prozent. Im Einzelnen erhöhen sich in Düsseldorf der jährliche Grundpreis von 80,25 auf 96,30 Euro (brutto) und der Arbeitspreis von 1,80 auf 1,89 Euro (brutto) pro Kubikmeter.

Zum letzten Mal hatten die Stadtwerke ihre Preise für Trinkwasser 2007 erhöht. Die Gründe für die Erhöhung sind vielfältig. Laut einem Sprecher ist ein Teil auf die gestiegenen Personalkosten in Folge von Tariferhöhungen zurückzuführen. Außerdem gab es in den zurückliegenden acht Jahren im Durchschnitt eine leicht über zwei Prozent liegende jährliche Inflation. Teuer war der Umbau eines Hochbehälters auf der Hardt. Die Kosten lagen bei mehr als vier Millionen Euro. Die sanierte Behälterkammer der in ihren Ursprüngen rund 100 Jahre alten Speicheranlage in Gerresheim wird dazu genutzt, einen Druck von drei bis fünf Bar im Leitungsnetz aufrecht zu erhalten. Das geschieht allein durch die Höhe des Speichers von 87 Metern über Normalnull und hat den Vorteil, dass keine Druckerhöhungsanlagen vorgehalten werden müssen. Das Fassungsvermögen des Hochbehälters beträgt 121.000 Kubikmeter, das ist der Trinkwasser-Tagesbedarf der Landeshauptstadt. Zu Buch schlugen auch Modernisierungen des Trinkwassernetzes, insbesondere in den Bereichen um die neue Wehrhahnlinie und den Kö-Bogen.

Im regionalen Vergleich liegt der Düsseldorfer Wasserpreis auch nach der Erhöhung noch im Mittelfeld. Geht man von einem durchschnittlichen Verbrauch von 150 Kubikmetern pro Jahr aus, so entstanden inklusive des Grundpreises in Düsseldorf bislang 2019 je Kubikmeter und künftig 2,37 Euro. Geringfügig billiger ist Wasser vom Kölner Energieversorger Rheinenergie, wo 2,34 Euro fällig werden. Auch in Neuss zahlen Verbraucher weniger, nämlich 2,27 Euro. In Duisburg kostet ein Kubikmeter Wasser 2,43 Euro. In Krefeld liegt der so errechnete Preis bei 2,50 Euro. Wuppertal ist mit 2,52 Euro etwas teurer. Spitzenreiter ist die Ruhrmetropole Essen. Dort kostet der Kubikmeter 3,24 Euro.

Eine Besonderheit in NRW ist der so genannte Wassercent, den die Stadtwerke an die Endkunden weitergeben. Diese offiziell Wasserentnahmeentgelt genannte Gebühr wird für das Entnehmen von Wasser aus Gewässern (Grundwasser und oberirdische Gewässer) erhoben, sofern dieses Wasser einer Nutzung zugeführt wird. Im September 2009 hatte die damalige Regierungskoalition aus CDU und FDP beschlossen, das Wasserentnahmeentgelt wieder abzuschaffen. Ab Januar 2010 wurde die Abgabe zunächst jährlich um zehn Prozentpunkte gesenkt. Ende 2018 sollte sie vollständig auslaufen.

Im Juli 2011 beschloss der Landtag mit den Stimmen von SPD, Grünen und Linkspartei, gegen die Stimmen von CDU und FDP, die Abschaffung des Wasserentnahmeentgelts wieder aufzuheben und die Entgelte zu erhöhen. Seit 30. Juli 2011 beträgt das Wasserentnahmeentgelt 4,5 Cent pro Kubikmeter. 2013 wurde das Entgelt auf 5,0 Cent je Kubikmeter angehoben. Die Erhöhung wird mit dem Programm Lebendige Gewässer im Zuge der EU-Wasserrahmenrichtlinie, sowie der Absicherung der Qualität der öffentlichen Wasserversorgung gerechtfertigt.

Quelle: RP
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