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Unwetter in Düsseldorf
Starkregen: Feuerwehr rückt 157 mal aus

Straßen in Düsseldorf-Reisholz nach Unwetter überflutet
Straßen in Düsseldorf-Reisholz nach Unwetter überflutet FOTO: Patrick Schüller
Düsseldorf. Menschen wurden bei dem Gewitter am Samstagnachmittag nicht verletzt. Es gab aber erheblichen Gebäudeschaden durch übergelaufene Keller und Blitzeinschlag. Viele Straßen waren überflutet, so dass auch Busse nicht fahren konnten. Am Sonntagabend regnete es erneut heftig. Von Anke Kronemeyer

Das Barockfest in Benrath musste am Samstag abgesagt werden, "Rock gegen Rechts" im Volksgarten wurde mehrmals unterbrochen, viele Straßen liefen voll Wasser, so dass der Verkehr komplett zum Erliegen kam. In ein Haus in Gerresheim schlug der Blitz ein, 89 Keller liefen voll: Das ist die Bilanz des Starkregens von Samstagnachmittag. Er traf vor allem die süd-östlichen Stadtteile, aber die Feuerwehr wurde auch nach Vennhausen, Flingern, Friedrichstadt oder ins linksrheinische Lörick gerufen.

Der erste Notruf kam aus Eller, dort war Wasser in einen Keller gelaufen. Auch lief das Wasser im Uni-Tunnel nicht mehr durch den Kanal ab, wurde stattdessen durch Gullydeckel und Schmutzfangeimer hochgespült und auf den Gehweg geschwemmt. Drei Tiefgaragen standen unter Wasser, in 89 Kellern in unterschiedlichen Stadtteilen stand das Wasser mehrere Zentimeter hoch. Vier Brandmeldeanlagen schlugen Alarm. An der Laubachstraße in Gerresheim schlug der Blitz ein, die Feuerwehr konnte bei ihrem Kontrollgang durch das Wohnhaus aber keinen weiteren Schaden feststellen.

Vater zieht Sohn nach Unwetter im Schlauchboot durch Lürrip FOTO: Theo Titz

Weil die Anrufe am Nachmittag im Sekundentakt einliefen, rief die Feuerwehr um 17 Uhr den so genannten Ausnahmezustand aus. Das heißt, dass eine andere feuerwehr-interne Organisationsstruktur gilt als üblich. Beim Ausnahmezustand ist die Leitstelle weisungsbefugt und kann die Löschzüge nach Dringlichkeit einsetzen. "Der Begriff bedeutet eigentlich intern nur eine andere Führungs- und Organisationsstruktur", erklärt Franz-Josef Schultheis, Sprecher der Feuerwehr, auf Anfrage der Rheinischen Post. Mit dem Begriff werde allen Beteiligten deutlich gemacht, dass die Zahl der Einsätze die Möglichkeit zum Abarbeiten übertreffe. "Das passiert meist bei punktuellen Großeinsätzen wie diesem Starkregen vom Wochenende." Die Berufsfeuerwehr hob den Ausnahmezustand um 18.30 Uhr wieder auf.

Zu dem Zeitpunkt waren aber noch nicht alle Einsätze abgewickelt. "Das dauerte noch bis Mitternacht", so Schultheis. Auch die Freiwillige Feuerwehr war mit im Einsatz. Die Meldungen kamen zum größten Teil aus Benrath, Garath, Eller und Hellerhof, weitere Meldungen erreichten die Wehr aus Hassels, Urdenbach, Unterbach, Reisholz, Lierenfeld, Vennhausen, Wersten, Gerresheim, Lörick, Friedrichstadt und Flingern. Auch die Rheinbahn war betroffen. Einige Buslinien konnten nicht oder nur über Umleitungen fahren. Betroffen waren zum Beispiel die Linien 730, 785 und 789, die zum Teil einstündige Verspätung hatten. Weil der S-Bahnhaltepunkte Henkelstraße in Reisholz überflutet war, konnten auch dort keine Busse fahren.

Quelle: RP
 
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