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Düsseldorf
Start-Up bietet Design-Katzenmöbel

Düsseldorf: Start-Up bietet Design-Katzenmöbel
Lutz Spendig (mit Kater Kimba) in einem "Kletterletter". Auf den Seiten und im Innern befinden sich Flächen zum Spielen, Klettern und Liegen. FOTO: Andreas Bretz
Düsseldorf. Ein Düsseldorfer Paar hofft auf weltweiten Erfolg mit den "Kletterlettern", einer schicken Alternative zu Plüsch- und Korblandschaften. Von Arne Lieb

Lutz Spendig und Nadine Böttcher wollten eigentlich nur einen Kratzbaum kaufen. Als sie aber vor zwei Jahren das Angebot im Internet studierten, fanden sie nichts Passendes. "Die sahen alle so schrecklich aus", erinnert sich Lutz Spendig. Ein unförmiges Gebilde aus Korb und Flausch wollten sie sich nicht in die Wohnung stellen. Die Folge: Das Paar ist jetzt selbstständig - und will mit einer originellen Idee in den großen Markt des Katzenzubehörs einsteigen.

Ihre Erfindung: die "Kletterletter". Spendig und Böttcher bieten Katzenmöbel in Form von Buchstaben oder Zahlen, hochwertig verarbeitet und mit einer Art Interessensausgleich zwischen Mensch und Haustier: Die Vorderseite ist schlicht und stilvoll, integriert sich in die Einrichtung und taugt zum Design-Hingucker im Wohnzimmer. Versteckt im Innern und auf der Rückseite finden die Katzen ihren Platz zum Spielen, Kratzen und Liegen.

Noch etwas muss man über die Geschäftsidee wissen: Die "Kletterlettern" sind Einzelanfertigungen und werden in Handarbeit hergestellt. Das hat seinen Preis. Die günstigsten Exemplare liegen bei 2.970 Euro. Neuerdings gibt es eine schmalere, abgespeckte "Slim Edition" ab etwa 800 Euro. Die Zielgruppe ist entsprechend klein: Heimtierbesitzer mit Freude an besonderem Design und dem nötigen Budget. "Das ist schon ein spitzer Markt", sagt der 38 Jahre alte Gründer.

Da die beiden überzeugt sind, dass dieser Markt genug hergibt, investieren sie viel: Nicht nur ein Startkapital in Höhe von 20.000 Euro, sondern vor allem Zeit und Energie. Beide kümmern sich derzeit hauptberuflich um "Kletterletter". Lutz Spendig, der vorher im Marketing gearbeitet hat, erstellt selbst das Design. Als Zwei-Personen-Firma sind die beiden auch für alle anderen Fragen zuständig - und inzwischen Spezialisten für eine Menge Dinge geworden, mit denen sie sich vorher wenig befasst hatten.

Zum Beispiel, wie man eine Internetseite programmiert. Spendig hat sich das nötige Wissen angelesen. Oder auch, wie man sperrige Möbel über weite Strecken transportiert - viele Interessenten haben sie in den USA gefunden. Auch in der Schweiz gibt es schon einige "Kletterletter"-Liebhaber. Wenn der Weg nicht zu weit ist, fährt Spendig die Stücke persönlich vorbei.

Den Bau der Möbel überlassen die beiden aber Schreinern. Rund 20 Betriebe in Düsseldorf und Umgebung haben sie angesprochen. Vier haben sich zugetraut, die komplexe Aufgabe in vertretbarer Zeit zu schaffen und arbeiten nun mit dem Start-Up zusammen.

So langsam zeigen sich erste Erfolge. Das weltweit vertriebene Magazin der "Four Seasons"-Hotels hat über die originellen Katzenmöbel berichtet, auch eine Design-Zeitschrift will das bald tun. Der nächste geplante Schritt ist ein Show-Room, um mehr Aufmerksamkeit zu erregen. Auch nach Möbelläden, die "Kletterletter" verkaufen wollen, suchen die beiden. Wer sich ein Exemplar anschauen will, kommt bislang zum Unternehmenssitz: ins Wohnzimmer in Pempelfort. Das hat den Vorteil, dass man das Ausstellungsstück gleich in Aktion erleben kann: die Ragdoll-Katzen Kimba und Finnley klettern und sitzen so ausdauernd in ihrem C, als würden sie bestochen - was Spendig abstreitet. Das Ziel des Start-Ups ist es, 100 Exemplare pro Jahr abzusetzen. Wie viele ist bislang sind, ist geheim.

Die "Kletterletter" gibt es übrigens in 39 Varianten - theoretisch. Spendig rät aber, nicht unbedingt nach dem Anfangsbuchstaben des Katzennamens zu gehen, sonst werden etwa Katzen namens Ida traurig. Vom schmalen I rät Spendig ab. Am beliebtesten ist das Und-Zeichen. Spendig hat auch andere Tipps: "Das B ist zum Beispiel toll."

Quelle: RP
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